01. Oktober 2021 / 18:13 Uhr

18 Jahre ohne Sieg: Hütter will Gladbachs Wolfsburg-Fluch brechen

18 Jahre ohne Sieg: Hütter will Gladbachs Wolfsburg-Fluch brechen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
18 Jahre her: Arie van Lent traf, Gladbach gewann in Wolfsburg. Borussia-Coach Adi Hütter hätte nun gern mal wieder einen Sieg in der VW-Arena.
18 Jahre her: Arie van Lent traf, Gladbach gewann in Wolfsburg. Borussia-Coach Adi Hütter hätte nun gern mal wieder einen Sieg in der VW-Arena. © dpa
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Seit 2003 hat Borussia Mönchengladbach nicht mehr beim VfL Wolfsburg gewonnen. Und überhaupt sind die Fohlen der Lieblingsgegner der Wölfe. Borussia-Coach Adi Hütter würde das gern ändern.

Gerhard Schröder war noch Bundeskanzler, Xavier Naidoo war noch in den Charts statt in ideologischer Umnachtung, und Corona war ein Bier für Leute, die mit internationalen Theken-Kenntnissen angeben wollten: So lange ist es her, dass Borussia Mönchengladbach mal ein Spiel in Wolfsburg gewann. Beim VfL standen damals im November 2003 unter anderem die Papas von Mateo Klimowicz und Mitchell Weiser auf dem Platz der VW-Arena, die nicht einmal ein Jahr alt war.

Seit diesem 3:1-Sieg an einem Herbsttag vor 18 Jahren warten die Gladbacher auf einen Dreier beim VfL - acht verschiedene Trainer haben nicht geschafft, was dem damaligen Borussen-Coach Holger Fach gelungen war. Adi Hütter ist nun der Neunte, der es versucht. Angesprochen auf die Sieglos-Serie seines Klubs verwies der Österreicher auf den aktuellen Trend: "Wir möchten gerne das fortsetzen, was wir gegen Dortmund gezeigt haben. Das wird entscheidend sein.“

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Gegen Dortmund gewann Gladbach mit 1:0, es war der zweite Saisonsieg. Auswärts gab's dagegen drei Niederlagen in drei Spielen. „Wir müssen das Engagement, die Mentalität, das Mutige, das wir gegen Dortmund gezeigt haben, auch auswärts versuchen, auf den Platz zu bringen. Dann bin ich überzeugt, dass die Ergebnisse kommen werden“, so Hütter. „Auswärts hat das bisher überhaupt noch nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir müssen weit besser sein als in den vergangenen Wochen."

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Bricht Hütter den Gladbacher Wolfsburg-Fluch nicht, bleiben die Niederrheiner der VfL-Lieblingsgegner. 22 Bundesliga-Siege haben die Wölfe in 24 Bundesliga-Jahren gegen die Fohlen schon gefeiert, so viele wie gegen kein anderes Team. Und: Gegen keinen anderen Klub ist der VfL daheim so lange ungeschlagen wie gegen die Borussia. „Fakt ist, dass die Wolfsburger über einen langen Zeitraum eine sehr gute Figur im deutschen Fußball abgeben", sagt Hütter. "Sie haben auch die entsprechenden Mittel. Aber ich finde, dass da sehr gut gearbeitet wird. Die Mannschaft ist unangenehm zu bespielen ist, weil sie taktisch diszipliniert und physisch stark ist.

Was den Borussen über das Wolfsburg-Spiel hinaus gerade Mut macht, sind vor allem die jungen Spieler, die zuletzt überzeugten. Manu Koné (20), Luca Netz (18) und Joe Scally (18) sind U21-Profis, mit Jordan Beyer (21) hat zudem ein echtes Eigengewächs schon drei 90-Minuten-Einsätze in dieser Saison hinter sich. Manager Max Eberl: "Der Weg, junge Spieler zu holen und auf sie zu setzen, ist der Weg, den wir gehen wollen und auch müssen. Dieser Weg hat uns in den vergangenen 13 Jahren, seitdem ich hier Sportdirektor bin, erfolgreich gemacht und er ist für uns auch alternativlos."

Coach Hütter setzt allerdings nicht ganz freiwillig auf seine Youngster: "Sie bekommen aktuell die Chance zu spielen, weil andere verletzt sind oder Formschwankungen haben. Sie haben bislang nicht enttäuscht und präsentieren sich erfrischend und mutig. Insgesamt heizen sie den Konkurrenzkampf an, das macht uns als Mannschaft stärker."