22. Mai 2021 / 11:30 Uhr

2000 Fans erlaubt: Union Berlin erwartet Protestaktion gegen RB Leipzig

2000 Fans erlaubt: Union Berlin erwartet Protestaktion gegen RB Leipzig

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Fans vom Fußballklub FC Union Berlin zogen am 18. Januar 2020 mit einem Fanmarsch vom Leipziger Hauptbahnhof zur RB Arena.
Im Januar 2020 zogen Fans von Union Berlin bei einem Trauermarsch durch Leipzig. Zum Abschluss der laufenen Saison erwarten die Verantwortlichen der Eisernen, dass sich die 2000 zugelassenen Zuschauer erneut deutlich gegen RB Leipzig positionieren. © Dirk Knofe
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Als Union Berlin in die Bundesliga aufstieg, hieß der erste Gegner der Köpenicker ausgerechnet RB Leipzig. Der sächsische Bundesligist ist an der Alten Försterei mäßig beliebt. Die Hauptstädter rechnen deshalb auch am Samstag damit, dass die 2000 dank Modellprojekt zugelassenen Fans ihrem Unmut über das "Konstrukt" Luft machen.

Leipzig/Berlin. Zum Abschluss der Saison gibt es den ersten Funken Hoffnung auf einen normaleren Fußballalltag in der kommenden Spielzeit. Beim Bundesliga-Duell zwischen dem 1. FC Union Berlin und RB Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) werden an der Alten Försterei 2.000 Personen eingelassen. Möglich macht das ein Modellprojekt. Leipziger Fans sind daher nicht erlaubt. RB-Coach Julian Nagelsmann stört das nicht. Ganz im Gegenteil: „Ich freue mich darüber. Ich habe schon oftmals betont, dass es schön und wichtig ist, wenn wir langsam wieder in Richtung Normalität gehen. Auch im Leben außerhalb der Fußball-Blase.“

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"In Leipzig stirbt der Fußball"

Am 34. Spieltag werden die Roten Bullen also ausschießlich vor Köpenicker Fans auflaufen. „Auch wenn es nur 2.000 sind, wir freuen uns über alle. Ich weiß nur nicht, ob sie uns so wohlgesonnen sind“, scherzte Nagelsmann vor der Partie. Unions Fanszene ist eine der Aktivsten, wenn es um Proteste gegen RB Leipzig geht. Vor der Pandemie organisierten die Berliner Anhänger im Januar 2020 rund einen Trauermarsch vom Hauptbahnhof zur Red Bull Arena mit rund 1.500 Teilnehmern. „In Leipzig stirbt der Fußball“, hieß es damals.

DURCHKLICKEN: Bilder vom "Trauermarsch" der Union-Fans

Der Union-Fanclub Wuhlesyndikat rief die Anhänger der Eisernen vor dem Anpfiff des Gastspiels bei RB Leipzig zum Trauermarsch auf. Zur Galerie
Der Union-Fanclub "Wuhlesyndikat" rief die Anhänger der Eisernen vor dem Anpfiff des Gastspiels bei RB Leipzig zum "Trauermarsch" auf. © Dirk Knofe

Die Tickets für das letzte Saisonspiel wurden unter den Vereinsmitgliedern verlost, die auch eine Dauerkarte besitzen. Die Verantwortlichen der Köpenicker erwarten auch bei der geringen Zuschaueranzahl durchaus eine Protestaktion. „Bei aller Schwierigkeit, sich zu organisieren, gerade bei einem Losverfahren, glaube ich trotzdem, dass es unserer aktiven Fanszene gelingen wird, ihre Position deutlich zum Ausdruck zu bringen“, sagte Unions Pressesprecher Christian Arbeit bei der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Fans im Stadion können „ein Vorteil sein“

Unions Trainer Urs Fischer freut sich aber, wie auch sein Gegenüber, dass in der Alten Försterei wieder etwas los sein wird. „Es ist toll, dass Zuschauer wieder zugelassen sind.“ Die Situation ist auch für den Köpenicker Coach mittlerweile ungewohnt: „Aber ich denke, es ist einfacher, sich von der Geisterkulisse wieder an Zuschauer zu gewöhnen, als es umgekehrt war.“ Kapitän Christopher Trimmel hofft auf die Unterstützung der Anhänger: „Es ist riesig, dass wieder Fans im Stadion sind. Das kann auch ein Vorteil sein. Das ist insgesamt für den Fußball sehr wichtig und sehr schön.“

Für beide Teams geht es selbst im letzten Spiel der Saison noch um etwas. RB Leipzig will den clubinternen Punkterekord brechen, die Eisernen den siebten Platz verteidigen und sich damit für die Conference League qualifizieren. „So eine Chance bietet sich nicht jedes Jahr, deswegen wollen wir die auch nutzen“, sagte Trimmel, ist sich aber auch der Herausforderung bewusst, die auf ihn und seine Kollegen wartet. „Ich gehe davon aus, dass wir seinen sehr, sehr guten Tag brauchen, weil Leipzig eine außergewöhnliche Mannschaft ist.“

Die vergangenen drei Duelle gingen übrigens alle an die Roten Bullen. Die drei Niederlagen sind etwas, woran Trainer Urs Fischer zu knabbern hat: „Es wäre logisch, mal einen Sieg gegen Leipzig hinzubekommen. Ich werde versuchen, die Mannschaft heiß zu machen. Wie ich es mache, sage ich aber nicht.“