09. Februar 2021 / 11:36 Uhr

30 Jahre FC Bad Lausick: Erste Männer mit tollem Finish im zweiten Bezirksligajahr

30 Jahre FC Bad Lausick: Erste Männer mit tollem Finish im zweiten Bezirksligajahr

hpw
Leipziger Volkszeitung
Sven Fischer (links) war einer der auffälligsten Akteure in der Bad Lausicker Mannschaft der Saison 1997/1998.
Sven Fischer (links) war einer der auffälligsten Akteure in der Bad Lausicker Mannschaft der Saison 1997/1998. © Bettina Finke
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Der SPORTBUZZER blickt im nächsten Teil seiner Serie auf die Saison 1997/1998 zurück. Damals etablierten sich die Fußballer aus der Kurstadt in der Bezirksliga und legten den Grundstein für kommende Erfolge.

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Bad Lausick. Nach dem letztlich knappen aber erfolgreichen Klassenerhalt in der Bezirksliga wollte man in Bad Lausick im Spieljahr 1997/1998 schneller dieses Ziel erreichen und den altbekannten Spruch „Das zweite Jahr ist immer schwerer als das erste“ ad absurdum führen. Die Vorbereitung sah eine Reihe von neuen Gesichtern am Ball. Bei Chemie Böhlen hatten sich gleich elf Fußballer abgemeldet – mit Dirk Arnhold, Ronny Lippmann, Alexander Welt und Sven Fischer lotste Trainer Fischer vier von ihnen in die Kurstadt. Dafür beendete mit Thomas Werner der langjährige Kapitän seine Karriere.

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Startphase mit einem einzigen Sieg

Das erste Pflichtspiel sah einen 4:1-Erfolg des FC Bad Lausick in Taucha, doch dieser Pokalerfolg wurde mit der Roten Karte Tino Kleinerts teuer bezahlt. Fünf Spiele Sperre blieben auch nach eingelegtem Gnadengesuch bestehen. Aus sieben Spielen holte der FC lediglich vier Punkte, lag also wieder im hinteren Tabellenfeld. Dem einzigen Sieg (einem 2:0 gegen den TSV 1886 Markleeberg) standen gleich vier Niederlagen ohne eigenen Treffer gegenüber: 0:2 in Torgau, 0:3 in Krostitz, 0:3 daheim gegen Grün-Weiß Eilenburg – und als „Krönung“ ein 0:6 beim Landesliga-Absteiger in Wurzen.

Weitere Folgen um 30 Jahre FC Bad Lausick

Dann begann sich das Blatt zu wenden. Bis zum Jahresende holten die Kurstädter 13 von 21 Punkten und trafen endlich auch wieder ins gegnerische Tor. Dem 3:1 gegen Delitzsch folge ein 3:0-Sieg im Derby in Geithain und ein weiterer 3:1-Heimerfolg gegen Lipsia Eutritzsch. In Markranstädt gab es eine knappe 2:3-Niederlage. Das nächste Derby zog 315 Zuschauer an, die beim 3:3 gegen Kitzscher voll auf ihre Kosten kamen. Ein 2:1-Erfolg beim Lieblingsgegner Nordwest Leipzig sorgte für 17 Punkte und Platz acht nach der ersten Halbserie, das abschließende 1:2 in Panitzsch passte allerdings nicht ins Bild.



Insgesamt hatte der FC Bad Lausick inzwischen neun Teams im Spielbetrieb und kam organisatorisch an seine Grenzen. Ein Hilferuf an die Stadt, den FC sowohl in logistischer Hinsicht, als auch finanziell (Erlass des Erbbaupachtzinses) zu unterstützen, fand Gehör. Sicherlich auch weil die Hauptlast weiter der Hauptsponsor des FC trug, das Betonwerk.

Fischer lockte Engelmann in die Kurstadt

Die Bilanz der anderen Lausicker Mannschaften konnte sich sehen lassen. Die zweite Mannschaft lag auf Rang drei der 1. Kreisklasse Grimma, die im Bezirk spielenden Teams der A-, B- und C-Junioren auf Platz fünf, eins und acht. Durchhaltevermögen war lediglich bei den D-Junioren gefragt, die in der Bezirksklasse Leipzig mit null Punkten und 2:89 Toren auf dem letzten Platz lagen. Die E- und die F-Mannschaften belegten in den Kreisklasse jeweils Plätze im Mittelfeld.

Vor dem Start in die Rückrunde sorgte Trainer Fischer erneut für Aufsehen, als er Jörg Engelmann vom damaligen SV Grimma nach Bad Lausick holte. Ein Torjäger schlechthin, der in seiner kurzen Zeit beim FC (bis 2000) in 56 Spielen 39 Treffer erzielte und damit bis heute auf Rang elf der Bestenliste liegt.

Der Start in die Rückrunde ging dennoch nach hinten los. Wieder war es der BC Hartha, der mit einem 3:2 den Heimauftakt vermasselte, es folgte ein 0:3 beim FC Sachsen II. Bis zum 25. Spieltag holte die Mannschaft aus acht Spielen elf Punkte und lag mit 28 Zählern auf Platz zehn. Der Klassenerhalt war damit gesichert, doch vier Niederlagen gegen Torgau (1:2/H), Lipsia (2:5/A), Markranstädt (0:3/H) und in Kitzscher (1:3) ließen den FC Bad Lausick erneut ins hintere Tabellenfeld abrutschen.

Ein nahezu perfekter Abschluss

Erst ein 3:0 bei Nordwest, ein 1:1 gegen Panitzsch und der 5:3-Erfolg in Hartha am letzten Spieltag sorgten für einen nahezu perfekten Abschluss. Dieses 5:3 löste durchaus eine gewisse Schadenfreude aus. Denn damit war der Abstieg des BC, ein Jahr zuvor dank Schiedsrichterhilfe zum unverdienten 1:0 gegen den FC gekommen, besiegelt. So schien es zumindest – bis einige Tage später mit dem FSV Kitzscher erneut ein Team aus dem Bornaer Bereich die Segel strich und sich, nach der Abmeldung von 14 Spielern, gezwungenermaßen aus der Bezirksliga zurückzog – der BC Hartha blieb dem FC auch in der kommenden Saison damit erhalten. Insgesamt landete der FC Bad Lausick mit 35 Punkten (10-5-10) und 49:64 Toren auf dem 11. Platz. Die zweite Mannschaft des FC belegte unter Heinz Sternitzke Platz vier der 1. Kreisklasse, die A-Junioren von Klaus-Dieter Fekete in der Bezirksklasse ebenfalls.

Gleiches gelang Rene Vierig als Neueinsteiger mit seinen B-Junioren. Die C-Jugend unter Harald Petzold wurde Sechster, alle drei Mannschaften qualifizierten sich damit für die einheitliche Bezirksliga Leipzig. Die D-Junioren von Klaus Nehring blieben als Vorletzter in der Bezirksklasse, die 1. E-Jugend unter Frank Sternitzke wurde Dritter der Kreisklasse, die zweite „E“ unter Günther Denkert landete im hinteren Feld. Die von Jens Fliegner betreuten F-Junioren wurden Fünfter der Kreisklasse. Der FC Bad Lausick stand gut da und hatte den Grundstein für die folgende und bis heute erfolgreichste Spielzeit 1998/1999 gelegt.

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