23. August 2021 / 18:27 Uhr

5:0! Gnadenlos effektiver Zernitzer SV feiert Derbysieg bei Rot-Weiß Kyritz

5:0! Gnadenlos effektiver Zernitzer SV feiert Derbysieg bei Rot-Weiß Kyritz

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Kabinenparty des Zernitzer SV ging nach dem Derbysieg etwas länger.
Die Kabinenparty des Zernitzer SV ging nach dem Derbysieg etwas länger. © Verein
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Kreisoberliga Prignitz/Ruppin: Urner-Truppe startet erfolgreich in die neue Spielzeit - Pankower SV stürmt an die Tabellenspitze.

Mit einem 8:0-Kantersieg gegen Aufsteiger SV Dreetz ist der Pankower SV am 2. Spieltag der Fußball-Kreisoberliga Prignitz/Ruppin an die Tabellenspitze gestürmt. Auch der BSV Zaatzke und Stahl Wittstock sind ebenso wie der Zernitzer SV, der fulminant in die neue Saison gestartet ist, ohne Verlustpunkt. Der SV Garz-Hoppenrade hatte am vergangenen Wochenende spielfrei.

SV Blumenthal/Grabow – BSV Zaatzke 1:2 (1:0). Tore: 1:0 Tom Techen (17.), 1:1 Johannes Rusch (54., Eigentor), 1:2 Bastian Klakow (58.). Gelb-Rote Karte: Andreas Kühn (75., Unsportlichkeit, Zaatzke). Zuschauer: 162. Etwas frustriert war Grabow-Coach Ralf Lengert nach Abpfiff: „Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft, haben im ersten Durchgang keinen Torschuss zugelassen und mit unseren eigenen Chancen gesündigt.“ Neuzugang Tom Techen ließ die Heimelf mit einem Schuss aus 20 Metern in den Winkel zunächst jubeln. Auch nach dem Seitenwechsel übernahm der Gastgeber das Zepter – wurde aber doppelt überrascht. Beim Ausgleich köpfte Grabows Johannes Rusch einen weiten Abschlag von BSV-Keeper Kevin Apitz über seinen eigenen Schlussmann ins Tor, kurz danach erhöhte der eingewechselte Bastian Klakow vom Elfmeterpunkt zum 2:1 für Zaatzke. Der Schiedsrichter sah das Handspiel außerhalb des Strafraums, Linienrichter Roland Kelm jedoch verlegte das Vergehen in den Sechzehner. „Ich kann meinen Jungs wenig vorwerfen, vor allem fehlte uns das Matchglück“, resümierte Lengert. Mark Leschners Plan ging dagegen voll auf. „Wir haben clever verteidigt und Kampf- und Laufbereitschaft an den Tag gelegt“, lobte der BSV-Trainer. Ohne Christian Mahnke, Markus Friedl und nach der frühen Auswechslung von Andreas Spiess fehlte Leschner die komplette Offensivabteilung. Er konnte sich aber auf Schlussmann Kevin Apitz und Verteidiger Marten Sperling verlassen, der SVBG-Angreifer Marcel Weckwerth selten zum Zug kommen ließ. „Der Start ist geglückt, die Tabelle hat aber noch keine Aussagekraft“, bremst Leschner die Euphorie.

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Stahl Wittstock – SV 90 Fehrbellin 5:2 (0:1). Tore: 0:1 k.A. (32.), 1:1 Patrick Schönfeldt (60., Strafstoßtor), 2:1 Jannes Langerwisch (65.), 3:1, 4:1 Jonas Bienert (67., 71.), 5:1 Langerwisch (85.), 5:2 Christian Krahl (90.). Zuschauer: 120. 45 Minuten agierte der Aufsteiger beim Staffelfavoriten mindestens auf Augenhöhe. „Die erste Halbzeit war wirklich ordentlich, da haben wir guten Fußball gespielt“, erklärte Fehrbellin-Coach Ronald Schubert. Stahl-Urgestein Dietmar Andree empfand den ersten Spielabschnitt dagegen „sehr zähflüssig. Wir haben nicht ins Spiel gefunden und wenig von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“ Er bewies aber ein goldenes Händchen, brachte Jonas Bienert und Jannes Langerwisch, die nach dem Seitenwechsel vier der fünf Stahl-Treffer erzielten. „Das hatten sich beide verdient, eine tolle Leistung. Auch Oliver Goldberg hat die Jungs super bedient“, freute sich Andree, der eine konditionell abbauende Fehrbelliner Elf sah. Dem stimmte Ronald Schubert nicht ganz zu: „Es war eher unser altes Problem, eine gravierende Schwächephase zu haben. Eine Viertelstunde waren wir unaufmerksam, das nutzt Stahl dann eiskalt aus. Nach dem Elfmeter zum 1:1 gehen die Köpfe runter, das ist unnötig.“ Zum Ende hin, als die Partie längst entschieden war, kamen die 90er wieder besser ins Spiel. „Aber eben leider zu spät“, so Schubert.

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TSV Wustrau – Blau-Weiß Wusterhausen 2:3 (1:0). Tore: 1:0 Domenic Dean Biemann (18.), 1:1 Michael Ambrozik (51.), 1:2 Philipp Jänchen (61.), 1:3 Christian Manuel Schulz (67.), 2:3 Biemann (80.). Zuschauer: 85. TSV-Trainer Andy Kretschmann sah von seiner Mannschaft die beste erste Halbzeit seit langer Zeit: „Wir hätten mindestens ein zweites Tor nachlegen müssen, verschießen aber sogar einen Elfmeter.“ Blau-Weiß-Schlussmann Marcel Gohlke ahnte die von Domenic Dean Biemann anvisierte Ecke und parierte. Nach der Pause kamen die Gäste aus der Dossestadt besser in die Partie – und drehten den Rückstand binnen 16 Minuten in eine 3:1-Führung um. „Das war dann auch verdient, weil wir mit ordentlich Dampf aus der Kabine kamen“, fand Wusterhausen-Coach Andreas Nucklies, wir müssen dann aber noch das vierte Tor machen, so wird es nochmal unnötig eng. Andy Kretschmann war enttäuscht: „Wir haben uns selbst um den Erfolg gebracht, machen uns aber trotz zweier Niederlagen nicht verrückt. Der Erfolg kommt irgendwann von ganz allein“, glaubt der TSV-Coach, der sich über die Rückkehr von Richard Buggermann, der lange verletzt fehlte, freuen konnte.

Die Mannschaft des Tages.
Die Mannschaft des Tages. © MAZ

Rot-Weiß Kyritz – Zernitzer SV 0:5 (0:1). Tore: 0:1, 0:2 Manuel Lübke (36., 50.), 0:3 David Milatz (57.), 0:4 Robert Alisch (68.), 0:5 Jacob Rossa (81.). Zuschauer: 78. „Es gibt Tage, wo überhaupt nichts geht. Und es gibt Tage, wo wiederum sehr viel funktioniert. Und dieser Sonntag gehört in die zweite Kategorie“, resümierte Marco Urner sehr zufrieden. Der Zernitzer Trainer legte mit seinem Team einen Traumstart – in der Vorwoche hatte der ZSV spielfrei – hin. Dabei attestierte er den Gastgebern den besseren Start: „Nach einer guten Chance durch Jacob Rossa übernahm Kyritz das Heft des Handelns und war feldüberlegen.“ In dieser Druckphase gelang seinen Schützlingen das 1:0. Dieser Treffer schockte Kyritz nicht nur, die Heimelf erholte sich davon nicht mehr. „Das Gegentor hat uns aus unserem Rhythmus gebracht. Individuelle Fehler und technische Defizite zeigen, dass meine Mannschaft in großen Teilen unter ihrem Leistungsniveau geblieben ist“, bemängelte RWK-Coach Ronny Krapat. Er betonte sogar deutlich: „Ein 0:5 ist einfach nur peinlich, zumal wir heute nicht die schlechteste Truppe hatten.“ Die Urner-Truppe agierte im zweiten Abschnitt effektiv. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Dann kommt eben so ein Ergebnis zu Stande. Was dieser Sieg wirklich Wert ist, werden wir aber erst nach den kommenden Aufgaben gegen Stahl Wittstock und den Pankower SV sehen“, mahnt der ZSV-Trainer.

Pankower SV – SV Dreetz 8:0 (5:0). Tore: 1:0 Marcus Niemann (18.), 2:0 Jan Eßmann (24.), 3:0 Tony Schulz (26.), 4:0 Eßmann (33.), 5:0 Ludwig Krüger (42.), 6:0 Brian Hammermeister (49.), 7:0 Tony Schulz (64.), 8:0 Hannes Krüger (84.). Zuschauer: 81. Klare Sache für die favorisierten Prignitzer gegen den Neuling. „Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute dominiert“, freute sich PSV-Coach Marco Hammermeister. Seine Elf ließ in der Defensive nichts anbrennen und brannte vorne ein Feuerwerk ab. „Da war richtig viel Gutes dabei“, so Hammermeister.


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Meyenburger SV – Union Neuruppin II 3:2 (1:0). Tore: 1:0 Ricardo Laszig (21.), 1:1 Martin Schnorrbusch (66., Eigentor), 2:1 Kevin Berlin (68.), 3:1 Jeremy Lange (78.), 3:2 Ampofu Nana (88.). Zuschauer: 59. Die Landesklassen-Reserve des SV Union reiste mit einer blutjungen Truppe in die Prignitz. „Wir mussten im Vergleich zur Vorwoche viele Leute ersetzen, meine jungen Wilden haben das aber trotz der Niederlage sehr gut gemacht“, lobte Ingo Nachtigall. Für die Meyenburger Führung sorgte laut dem Union-Trainer ein „Sonntagsschuss“, nach dem Seitenwechsel kamen die Gildenhaller aber zurück. „Dann wollten wir zu viel, der schnelle Rückstand war dann bitter, aber eben auch der kleine Unterschied“, so Nachtigall, „Meyenburg war etwas konsequenter im letzten Drittel, genauer und abgezockter.“ Der Ausgleich wollte für die sich nie aufgebenden Union-Youngster nicht mehr fallen.