13. März 2021 / 15:07 Uhr

6000 Kilometer für Hansa Wittstock: Handballerinnen gewinnen Team-Challenge des Vereins

6000 Kilometer für Hansa Wittstock: Handballerinnen gewinnen Team-Challenge des Vereins

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Siegerehrung im Schneegestöber: Hannes Holtmann, Josephine Prentkowski, Michael Wunsch und Tino Sasse (v.l.) auf dem Rathausbalkon.
Siegerehrung im Schneegestöber: Hannes Holtmann, Josephine Prentkowski, Michael Wunsch und Tino Sasse (v.l.) auf dem Rathausbalkon. © Dirk Schumacher
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Fast einen Tag Vorsprung hatten sich die Handballerinnen von Hansa Wittstock erarbeitet. Insgesamt umrundeten alle Teams zusammen einmal ganz Deutschland.

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Am Ende durften sich alle vier fühlen wie richtige Champions. Denn traditionell werden mit einem Auftritt auf dem Rathausbalkon ja die Besten geehrt. Also postierten sich Hannes Holtmann, Josephine Prentkowski, Michael Wunsch und Tino Sasse selbst im dichten Schneegestöber am Sitz der Wittstocker Stadtverwaltung für ein Gruppenfoto. Unter ihren Mund-Nase-Schutzmasken dürften sie ein breites Grinsen auf dem Gesicht gehabt haben. Fast 6000 Kilometer hatten die Sportler der ersten Männer-Fußballmannschaft, der Ü35-Kicker, der Verbandsliga-Handballer und der Handballerinnen für die „Team-Challenge“ des FK Hansa Wittstock zurückgelegt. Bürgermeister Jörg Gehrmann ließ es sich nun nicht nehmen, den Überraschungssieger zu ehren.

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Fast 800 Stunden Laufen, Radfahren oder Fitness in 14 Tagen hätten die insgesamt 78 Teilnehmer aus den vier Teams absolviert, berichtet Vereinschef Dirk Schumacher stolz. „Am Ende stand mit den Handball-Frauen ein vielleicht für viele unerwarteter Sieger fest“, sagt Schumacher. Fast einen Tag Vorsprung hatten sich die Spielerinnen erarbeitet. Als „altmodische Vorurteile“ bezeichnet Schumacher die Annahme, die Männer seien die stärkeren, schnelleren Sportler. Doch vermeintliche Nachteile hätten die Hansa-Frauen durch „Ehrgeiz, Fleiß und durch Disziplin“ wettgemacht. „Die Ergebnisse, die bei dieser Challenge zusammenkamen, sind wirklich beeindruckend“, findet der Hansa-Chef. Deutschland habe man dabei locker einmal umrundet. „Vielen Dank für diesen sportlichen Wahnsinn.“

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Der blieb auch im Wittstocker Rathaus nicht unbemerkt. Bürgermeister Jörg Gehrmann lud das Hansa-Quartett – je einen Vertreter pro Team – zur spontanen Siegerehrung ein. Und übergab Josephine Prentkowski stellvertretend für die Wittstocker Handballerinnen den Siegerpokal. „Zusammenhalt, sportliches Engagement und Übernahme von Verantwortung sind beispielhaft“, sagte das Stadtoberhaupt. „Mit solchen Ideen werden in den nächsten Wochen und Monaten viele Kinder und Erwachsene wieder von den Sofas gelockt.“ Für das Siegerteam gebe es außerdem noch neue Trainingsshirts, die die unterlegenen Teilnehmer bei einem der nächsten Heimspiele in der Stadthalle überreichen werden, und einen Gutschein vom „Lieblingsgrichen“, so Dirk Schumacher. Alle Gruppen durften sich außerdem über ein Fläschchen „Wittstocker Liköre“ freuen. Firmeninhaber Andreas Krieglstein unterstützte die „Hansa-Team-Challenge“ von Anfang an.



„An den letzten vier Tagen lagen wir vorn“, erinnert sich Josephine Prentkowski von den Hansa-Handballerinnen. „Dann haben wir gemerkt, dass die Männer noch einmal Gas geben – wir haben dann bis 23.59 Uhr durchgezogen.“ Mit Erfolg. Dabei sei es anfänglich das Ziel gewesen, die Fußballer zu schlagen, erzählt die Handballerin lachend. Doch schon am ersten Tag der Challenge hätten einige Spielerinnen der Gruppe sich so ins Zeug gelegt, dass alle mitgerissen wurden. „Wir haben uns immer gegenseitig motiviert und angefeuert. Wir haben aber auch von Anfang an gesagt: Wir gehen mit Spaß an die Sache ran“, erzählt Josephine Prentkowski. „In solchen Momenten sieht man, dass wir ein echtes Team sind.“ Und das ist nun auf den Geschmack gekommen. „Wir machen weiterhin Online-Training. Vielen hat das so gut gefallen, dass sie jetzt dranbleiben wollen.“ Und das auch ohne Challenge. Die Vorfreude auf eine Rückkehr in die Halle ist groß – dann soll der Erfolg noch einmal ausgiebig gefeiert werden.

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