13. Januar 2022 / 17:29 Uhr

80-jähriger „LVZ-Laufforderung“-Teilnehmer Roland Schuricht: „Wer ausruht, stirbt schneller“

80-jähriger „LVZ-Laufforderung“-Teilnehmer Roland Schuricht: „Wer ausruht, stirbt schneller“

Stephanie Riedel
Leipziger Volkszeitung
Roland Schuricht tritt bei der LVZ-Laufforderung für Lok Leipzig an.
Roland Schuricht tritt bei der LVZ-Laufforderung für Lok Leipzig an. © Christian Modla
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Ruheständler Roland Schuricht hält nicht viel vom Nichtstun - und sammelt bei der „LVZ-Laufforderung“ fleißig Kilometer. Der 80-Jährige geht für Lok Leipzig an die Leistungsgrenze.

Leipzig. Durch das Bruno-Plache-Stadion fegt ein eisiger Wind. Dem rüstigen Rentner Roland Schuricht hat das frostige Wetter zum Jahresstart wenig an. Der 80-Jährige steht in leichter Laufmontur zwischen dem Probstheidaer Grün und der altehrwürdigen Holztribüne beim Regionalligisten und erzählt über sein Wirken bei Lok Leipzig. Die Mütze mit dem Emblem der Blau-Gelben bedeckt schützend sein Haupt.

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Möglichst wenig Alkohol und Fleisch

Der Pensionär mahnt an, nicht allzu lang in der Kälte parlieren zu müssen. Die sportliche Pflicht und der Markkleeberger See rufen. Es gilt fast acht Kilometer zu absolvieren. Denn der Pensionär sammelt fleißig Meter für die LVZ-Laufforderung. Bisher legte der Sportler 14 Läufe für seinen Herzensverein zurück, kommt auf 147,9 Kilometer. „Einen Tag Pause lege ich immer ein. Das geht sonst auf die Gelenke und Muskeln.“ Des Rentners Laufpensum beläuft sich sonst nur auf zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche. „Ich gehe an die Leistungsgrenze, für Lok.“

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Welcher Quelle der ewigen Jugend bedient sich der noch flotte 80- Jährige? „Das ist meine Lebensweise: Ernährung und Bewegung“, sagt Schuricht. Der jung gebliebene alte Herr setzt jeden Abend auf die Allheilmittel Ingwer und Kurkuma, konsumiert möglichst wenig Alkohol und Fleisch.

„Ohne Laufen geht’s einfach nicht“

„Ich bin zwar ein ziemlich alter Knabe, mache aber einen Haufen mit.“ Der Ruheständler nimmt es mit dem Rentendasein nicht so ernst. Seit 2006 arbeitet und werkelt Schuricht als Ehrenamtler bei Lok Leipzig. Der ehemalige Eisenbahner war 1966 erstmals als Zuschauer in Probstheida. Mit dem VfB hatte er nicht mehr viel am Hut. Doch nach der Neugründung von Lok 2004 packte es Schuricht. „Da bin ich hin und Mitglied geworden.“ Ein Jahr später stand die Pensionierung ins Haus. Auf der Couch sitzen und Ausruhen waren und sind keine Option für den Leipziger. So packte er bei Lok mit an. „Wenn es Arbeit gibt, dann machst Du mit.“ Seine Devise: „Wer ausruht, stirbt schneller.“ Seither wienert und wirbelt er im Verein, kennt jeden Winkel des 120 000 Quadratmeter weitläufigen Areals des Bruno-Plache-Stadions. Jahrelang reinigte er die Tribüne vor jedem Heimspiel – ein dreistündiger Akt. Zäune entrosten, Fenster austauschen, Holzbalken streichen – der Rentner ist sich keiner Arbeit zu schade. Nun geht es wöchentlich den Sanitäranlagen an den Kragen.

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Wenn er nicht beim Regionalligisten unterstützt, schnürt er die Joggingschuhe. „Ohne Laufen geht’s einfach nicht. Ich laufe schon mein Leben lang“, sagt der ehemalige Fußballer, der bis zu seinem 24. Lebensjahr in Waldenburg gegen das Leder trat. Schuricht schwört auf das Gefühl nach dem Laufen. „Du bist psychologisch aufgebaut und kommst über viele Probleme hinweg.“ Der Sportler will das nicht missen, das Laufen beibehalten. Für sich. Für seine Gesundheit.

Nach der 60-minütigen Führung über das Gelände von Lok Leipzig ist vor dem nächsten Lauf. Etwas durchgefroren steigt Schuricht in seinen schwarzen Pkw. Der agile Rentner wird erneut den Markkleeberger See umlaufen. Für seinen Herzensverein. Für den 1. FC Lok.

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