20. Oktober 2021 / 15:49 Uhr

Ab jetzt besser mit zwei Stürmern? Die Umbau-Agenda für 96

Ab jetzt besser mit zwei Stürmern? Die Umbau-Agenda für 96

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Beim Training: Coach Jan Zimmermann (Mitte) macht den 96-Profis eine Ansage.
Beim Training: Coach Jan Zimmermann (Mitte) macht den 96-Profis eine Ansage. © Florian Petrow
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Hannover 96 hatte keine Chance gegen Schalke, auch wenn's am Ende knapp war beim 0:1, und hat insgesamt deutlich zu wenig Tore erzielt. Am Sonntag geht es ausgerechnet zum Tabellenzweiten, dafür stehen einige Veränderungen an. Wir zeigen, was Trainer Jan Zimmermann am Sonntag in Regensburg än­dern könnte.

Die Systematik

96-Chef Martin Kind wünscht sich nach der letzten Enttäuschung „neue Antworten“. Bei der Analyse müsse auch über „die Taktik“ geredet werden. Der 96-Sportchef weiß: „Wir sind im Moment nicht für Torspektakel be­kannt.“ Laut Marcus Mann „wird sich in dieser Woche beim Training zeigen, ob eine Änderung an der Grundformation sinnvoll ist“. Ob man es nun ein 4-1-4-1- oder ein 4-3-3-System nennt, was Zimmermann bisher spielen lässt – im Zentrum gibt’s nur eine Spitze. Die Frage ist, ob der Trainer nun auf einen zweiten zentralen und quirligen Stürmer setzt, der um Lukas Hinterseer herum spielt.

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Das könnte Maximilian Beier sein. Die Lieblingsposition des Leihspielers aus Hoffenheim ist laut Mann auch „die zen­tra­le Spitze“. Bisher kommt er jedoch als Außenstürmer zum Einsatz. „Die Taktik ist vielleicht gar nicht so entscheidend“, meint Zimmermann, „sondern wie zielstrebig und mutig“ man vor dem Tor sei.

„Wenn wir uns offensiv verbessern wollen, ist das nicht der richtige Ge­dan­ke.“

Mit zwei defensiven Mittelfeldspielern – neben Tom Trybull mit Gaël Ondoua und damit dem zweiten kurz vor Transferschluss verpflichteten Sechser – wird 96 nicht spielen. Beim nicht besonders gelungenen Test in Ha­vel­se (1:0) probierte Zimmermann dieses Sechser-Duo aus. „Klar können sie zusammen spielen“, meinte er da­nach.

Aber er sagt nun auch: „Wenn wir uns offensiv verbessern wollen, ist das vielleicht nicht der richtige Ge­dan­ke.“ Ondoua, mit viel Lob empfangen, spielt noch nicht die Rolle, die ihm zugedacht war. Wenn es nur einen geben kann, hat Trybull die Nase vorn.

Das Personal

Erster Streichkandidat ist Sebastian Kerk. Gemeinsam mit Sebastian Ernst agierte Kerk hinter Hinterseer. Das hat sich zuletzt als untauglich erwiesen – was aber auch an Kerks schwacher Leistung liegen könnte. Da hilft wohl auch nicht, dass der Ex-Osnabrücker mit zwei Treffern tatsächlich der beste 96-Torschütze ist.

Ernst könnte es helfen, als richtiger Zehner – also zen­tral-of­fen­si­ver Mittelfeldspieler – die Anspielstation zu werden, von der die Stürmer mit Pässen versorgt werden.


Deutlich mehr muss auch von Linton Maina kommen. Der 22-Jährige ist auf dem Weg zum ewigen Talent. Von Maina wird erwartet, dass er sich in den Eins-gegen-eins-Duellen gegen die Verteidiger durchsetzt und mit seinem Tempo Lücken reißt. Das aber gelingt ihm viel zu selten.

Zweiter Ausfall im Schalke-Spiel war Jannik Dehm. Der Rechtsverteidiger kann sich angesprochen fühlen, wenn Zimmermann sagt, die Außenverteidiger hätten das Aufbauspiel „kaputtgemacht“. Dehm brachte es nicht fertig, den Ball über wenige Meter auf den vor ihm wartenden Beier zu passen.

Zimmermann wird Sei Muroya kaum erklären können, warum er nach Dehms Nicht-Leistung wieder Ersatz sein soll. Der Japaner war nach gutem Saisonstart raus aus dem Team, wohl auch wegen anstrengender Länderspielreisen. Da auf der linken Abwehrseite Niklas Hult wieder fit ist, wird er anders als Luka Krajnc sicher mehr für die Offensive anbieten.