25. März 2022 / 20:21 Uhr

Agrez' Fehlschuss kostet den Sieg: Turbine Potsdam spielt 0:0 beim SC Freiburg

Agrez' Fehlschuss kostet den Sieg: Turbine Potsdam spielt 0:0 beim SC Freiburg

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Unglücklich: Turbines Abwehrchefin Sara Agrez (r.) verpasste in Freiburg vom Elfmeterpunkt die Potsdamer Führung.
Unglücklich: Turbines Abwehrchefin Sara Agrez (r.) verpasste in Freiburg vom Elfmeterpunkt die Potsdamer Führung. © Saskia Nafe
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Frauen-Bundesliga: Turbine spielt 0:0 in Freiburg: Erneut treffen die Potsdamer Bundesliga-Fußballerinnen nicht vom Strafstoßpunkt. Trotzdem ist Chefcoach Sofian Chahed mit dem Remis nicht unzufrieden.

Vor 1200 Zuschauern im legendären Dreisamstadion, wo noch bis zum letzten Jahr die Profis des SC Freiburg ihre Bundesliga-Spiele ausgetragen hatten, kamen die Fußballerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam am Freitagabend nicht über ein 0:0 gegen die sechstplatzierten SC-Frauen hinaus. Durch das torlose Remis verpassten es die Brandenburger Bundesliga-Kickerinnen, ihre Champions-League-Ambitionen zu untermauern, bleiben aber aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses gegenüber Eintracht Frankfurt wohl auch nach diesem Wochenende Dritte. „Wir fahren mit einem verdienten Punkt nach Hause, aber es war mehr drin – ich denke da auch an den verschossenen Elfmeter“, sagte Turbine-Coach Sofian Chahed nach dem Abpfiff bei „Magenta Sport“.

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Er war gezwungen, seine Erfolgself vom vorigen Sonntag auf einer Position umzustellen. Weil Teninsoun Sissoko mit einer leichten Gehirnerschütterung passen musste, rückte Malgorzata Mesjasz in die Innenverteidigung. Ihre Position im Zentrum nahm Karen Holmgaard ein, die in Freiburg in den Kader zurückgekehrt war. Ganz vorn stürmte neben Melissa Kössler wie schon gegen Sand Turbines Kapitänin Isabel Kerschowski, die nach ihrer Karriereende-Ankündigung ihre Abschiedstournee durch die Bundesliga einläutete.

Karen Holmgaard (r.) kehrte im Freiburger Dreisamstadion ins Turbine-Aufgebot zurück und stand direkt in der Startelf.
Karen Holmgaard (r.) kehrte im Freiburger Dreisamstadion ins Turbine-Aufgebot zurück und stand direkt in der Startelf. ©

Der Auftakt des 18. Spieltags hatte es in sich. Keine 44 Sekunden waren auf der Uhr, als Freiburgs Ereleta Memeti per Kopfball den ersten Torabschluss verzeichnete. Es war ein Wecksignal für die Gäste, die ihre längste Auswärtsfahrt der Saison schnell aus den Kleidern geschüttelt hatten. Spätestens nach Melissa Kösslers Freistoß-Lattenknaller aus 25 Metern waren alle hellwach (4. Minute). Und noch in der gleichen Spielminute scheiterte nach einem weiten Mesjasz-Einwurf erst Dina Orschmann an SC-Torfrau Rafaela Borggräfe, dann setzte Sophie Weidauer den Nachschuss über das Gehäuse.

Nach dem verheißungsvollen Beginn verflachte die Partie zunächst, Turbine aber gab weiter den Ton an. Als Melissa Kössler den Ball mit der Hacke zu Karen Holmgaard bugsierte und die Dänin im Strafraum plötzlich zu Fall kam, zögerte Schiedsrichterin Melissa Joos lange und zeigte schließlich doch auf den Punkt. Eine knifflige Entscheidung, doch jede Diskussion war hinfällig, weil Freiburgs Keeperin den schwach geschossenen Strafstoß von Sara Agrez locker parieren konnte (38.). Zuletzt hatten bereits Merle Barth und Melissa Kössler im Auswärtsspiel gegen Essen (5:0) zwei Elfmeter vergeben. Jana Vojtekova hatte zuvor zwar einen Kopfball im Turbine-Tor versenkt, doch die Abseitsentscheidung der Schiedsrichterin war korrekt (26.). So ging es torlos in die Kabinen.

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Weidauers Schlenzer geht knapp vorbei

Torchancen waren nach dem Seitenwechsel zunächst rar gesät. Als Melissa Kössler in der 58. Minute mit dem Fuß einen Abschlag von Torfrau Borggräfe blockte, war die Potsdamerin wohl selbst zu überrascht, dass der Ball plötzlich vor ihren Füßen lag. Kössler legte noch einmal ab für Sophie Weidauer, aber deren Schlenzer segelte knapp am Dreiangel vorbei. Chaheds Elf blieb insgesamt die bestimmendere Mannschaft. Freiburg versuchte es mit Nadelstichen, doch die verliefen häufig im Sand. Den Turbinen fehlte an diesem Abend im Angriffsdrittel aber auch einfach die Durchschlagskraft.

Nichtsdestotrotz könne man angesichts der stattlichen Kulisse mit dem Remis zufrieden sein, betonte Chahed. Die Rückfahrt werde er in jedem Fall mit einem besseren Gefühl antreten als im letzten Jahr. „Da sind wir zweimal mit leeren Händen nach Hause gekommen.“

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