05. September 2019 / 09:31 Uhr

Dank Ajax Amsterdam: Die Niederlande profitieren von Ex-Spielern De Ligt und De Jong

Dank Ajax Amsterdam: Die Niederlande profitieren von Ex-Spielern De Ligt und De Jong

Hans-Günter Klemm
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Lobt die jungen Talente: Nico-Jan Hoogma schwärmt von De Ligt und De Jong © imago images / Pro Shots
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Trainer Ronald Koeman, Frenkie De Jong und Mat­thijs De Ligt sind die Protagonisten des Aufschwungs. Ex-HSV-Kapitän Hoogma: "Ein Glücksfall für den niederländischen Fußball".

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Die Aufgabe hat es in sich: Nico-Jan Hoogma trat im Fe­bru­ar 2018 als Generaldirektor des niederländischen Verbandes an, den damals schwächelnden Fußball im Nachbarland mit Bondscoach Ronald Koeman zu reformieren. Vor dem erneuten Aufeinandertreffen mit Deutschland in der EM-Qualifikation an diesem Freitag (20.45 Uhr, RTL) sieht der frühere Kapitän des Hamburger SV erste Erfolge für die "neue" Elftal. Das hat auch mit zwei Emporkömmlingen aus der Schule von Ajax Amsterdam zu tun.

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Hier lesen: Hoogma im exklusiven Interview

Frenkie De Jong (22), der mit 18 Jahren für die symbolische Summe von einem Euro von Willem II nach Amsterdam gegangen war, ergänzt seit dieser Saison das Starensemble des FC Barcelona. Mat­thijs De Ligt (19) trat als Neunjähriger der Ajax-Talentschmiede bei. Mit 19 machte Chefcoach Erik ten Hag ihn bei den Profis zum Kapitän, jetzt verteidigt er, gerade 20, für Juventus Turin.

Diese Stars wurden bei Ajax Amsterdam ausgebildet

Die Ajax-Generation um Frenkie de Jong und Matthijs de Ligt (im Hintergrund) sorgte zuletzt in der Champions League für Furore. Schon vorher brachte Ajax Amsterdam jedoch diverse Stars heraus - unter ihnen Edgar Davids (l.) und Wesley Sneijder. Der SPORTBUZZER zeigt die größten Spieler der Ajax-Vergangenheit. Zur Galerie
Die Ajax-Generation um Frenkie de Jong und Matthijs de Ligt (im Hintergrund) sorgte zuletzt in der Champions League für Furore. Schon vorher brachte Ajax Amsterdam jedoch diverse Stars heraus - unter ihnen Edgar Davids (l.) und Wesley Sneijder. Der SPORTBUZZER zeigt die größten Spieler der Ajax-Vergangenheit. ©

De Jong und De Ligt verließen Ajax im Sommer

Nach der Traumreise in der der jüngsten Champions-League-Spielzeit, die das hochbegabte Duo bis ins Halbfinale gegen Tottenham Hotspur geführt hatte, waren De Jong und De Ligt nicht mehr zu halten. "Es ist richtig, dass sie den Schritt ins Ausland gewagt haben", findet Hoogma im Gespräch mit dem SPORTBUZZER. Zugleich nimmt er sie in die Pflicht: "Beide müssen sich nun beweisen. De Jong muss sich bei Barça hocharbeiten, zu einem Stammspieler und zu einem Entscheidungsspieler reifen. De Ligt muss sich in Italien durchsetzen, sich zu einem Führungsspieler entwickeln.“



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Peter Bosz, Trainer des Bundesligisten Bayer Leverkusen und einst Coach des Duos bei Ajax, hegte vor der Saison im Gespräch mit dieser Zeitung im Falle von De Jong gewisse Skepsis. "Bei Frenkie sehe ich zumindest ein Fragezeichen, bei Mat­thijs nicht. Bei Barcelona ist die Konkurrenz sehr groß. Frenkie hat bislang nur ein Jahr auf diesem hohen Niveau gespielt. Bei mir war er damals noch nicht so weit und hat nicht sehr viel gespielt. Er wird sich jetzt beweisen müssen. Mat­thijs da­ge­gen hat schon mit 16 Jahren bei mir eine wesentliche Rolle gespielt", sagte Bosz.

Hoogma schwärmte von Niederlande-Talenten

Dass die Nationalelf von den Wunderkindern profitieren wird, steht für Hoogma fest. In Amsterdam laufen Kinder und Jugendliche bereits oft in der Kluft von De Jongs und De Ligts neuen Ar­beit­ge­bern herum. Viele fragen sich mit Blick auf die aktuelle Generation der Spieler von "Oranje": Können sie eine Ära prägen wie einst das Dreigestirn mit Ruud Gullit, Frank Rijkaard und Marco van Basten, das 1988 die EM in Deutschland gewann? Hoogma scheut sich noch, von einer "goldenen Generation" zu sprechen. "Mal langsam", mahnt der 177-fache Bundesliga-Profi, „noch ist es nicht so weit. Doch möglicherweise können wir bald davon sprechen, wenn der Entwicklungsprozess sich so fortsetzt.“

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Vom Finalsieg bei der WM 1974 bis zum Spuck-Eklat 1990: Die besten Duelle zwischen Deutschland und Holland. ©

Als dessen Architekt soll weiter Koeman fungieren. "Mit seinem Trainerteam macht Ronald einen überragenden Job", lobt Hoogma. Es liegt auf der Hand, dass der 56-jährige Coach von der großen Auswahl an hochveranlagten Spielern profitiert. "Das alles ist ein Glücksfall für den niederländischen Fußball. Ich habe ein sehr gutes Gefühl", ergänzt Hoogma.

Niederlande zeigte Deutschland die Grenzen auf

Die neue niederländische Stärke hatten die Deutschen in der Nations League zu spüren bekommen, als "Oranje" die DFB-Auswahl mit 3:0 und 2:2 in die Schranken wies. Im Hinspiel der EM-Quali revanchierte sich die DFB-Elf und siegte in Amsterdam nach 0:2-Rückstand mit 3:2 – kurz nachdem Bundestrainer Joachim Löw die 2014er-Weltmeister Thomas Müller, Jé­rôme Boateng und Mats Hummels aussortiert hatte. Die Aufregung im Nachgang des WM-Debakels 2018 kann Hoogma nicht nachvollziehen. "Es ist nun mal so, dass es im Fußball eine Wellenbewegung gibt", betont er. Dass in Deutschland "vieles, fast alles infrage gestellt wurde", hält er für „eine zu extreme Reaktion“.

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Tor: Manuel Neuer (FC Bayern München) ©

Die könnte es auch in den Niederlanden geben. Nicht nur, wenn das Team in Hamburg verliert – sondern vor allem, falls die Elftal mit der EM 2020 zum dritten Mal in Serie ein großes Turnier verpasst. Hoogma weiß das. Er sagt: „Wir müssen die guten Ansätze bestätigen. Die Qualifikation für die Europameisterschaft ist lebenswichtig.“

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