13. Januar 2021 / 13:16 Uhr

Alexander Dartsch vom ZFC Meuselwitz: Trainieren geht über studieren

Alexander Dartsch vom ZFC Meuselwitz: Trainieren geht über studieren

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
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Kurz währte die Zeit beim Chemnitzer FC: Alexander Dartsch läuft wieder für den ZFC Meuselwitz auf. © Mario Jahn
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Rückkehrer Alexander Dartsch spricht über seinen Wechsel zum ZFC Meuselwitz, sein Studium und das Intermezzo beim Chemnitzer FC. Unterdessen hat Gonzales-Vass den Verein verlassen.

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Meuselwitz. Ein Halbprofi hat’s nicht leicht. Zwei Seminararbeiten muss Alexander Dartsch diese Woche noch für sein BWL-Studium abliefern. Ganz nebenbei stehen auch vier Einheiten bei Fußball-Regionalligist ZFC Meuselwitz auf dem Stundenplan. Für den Rückkehrer vom Chemnitzer FC offenbar kein Problem. „Es ist schön, dass wir trainieren dürfen. Es tut gut, die Jungs zu sehen, einen Großteil kenne ich ja noch.“

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„Natürlich habe ich mir mehr erhofft“

Sein dritter Aufenthalt an der Schnauder soll der letzte werden. „Ich kann mir absolut vorstellen, meine Laufbahn in Meuselwitz zu beenden. Es passt alles. Ich weiß auch, dass mit 26 Jahren kein Zweitligaspieler mehr aus mir wird. Hier habe ich Planungssicherheit“, sagt Dartsch. Im Sommer beendet er sein Bachelor-Studium, will sich im Laufe des Jahres entscheiden, ob er noch den Master dranhängt oder direkt ins Berufsleben einsteigt.

DURCHKLICKEN: Bilder von Dartsch beim ZFC

Nach einem kurzen Intermezzo ist Alexander Dartsch wieder beim ZFC Meuselwitz. Zur Galerie
Nach einem kurzen Intermezzo ist Alexander Dartsch wieder beim ZFC Meuselwitz. ©

Fest steht: Er wohnt vorerst weiterhin in Chemnitz, der geplante Umzug nach Leipzig ist verschoben, „wegen Corona“. Dafür bildet er mit seinen Teamkollegen Timo Mauer und Fabian Stenzel wieder eine schon in der Vergangenheit bewährte Fahrgemeinschaft, die nach nur zwei Jahreszeiten reaktiviert wurde.



Als völlig falschen Weg bezeichnet er seinen Kurztrip zum CFC trotzdem nicht. „Ich habe einige prägende Dinge erlebt. Wir haben den Landespokal geholt, im DFB-Pokal gegen Hoffenheim gespielt“, erzählt Dartsch. „Natürlich habe ich mir mehr erhofft, dann kamen kleine Verletzungen dazu und ich hatte es schwer, in die Mannschaft reinzukommen.“ So standen am Ende zehn Ligaspiele (darunter nur ein Startelfeinsatz) und ein Tor. Das datiert übrigens vom Saisonauftakt gegen Viktoria Berlin Mitte August. Diese fatale Chemnitz-Bilanz gehört aufpoliert. Sein Selbstbewusstsein hat Dartsch jedenfalls nicht in der himmelblauen Kabine vergessen. „Ich gehe davon aus, dass mir das Toreschießen in Meuselwitz wieder leichter fällt.“

„An ihm war ja sowieso nie viel dran“

Eine Sehnsucht, die auf Gegenseitigkeit beruht. „Wir hatten Bedarf im Angriff und hoffen, dass er wieder auf die Trefferquote kommt wie zuvor. Er kennt einen Großteil der Mannschaft. Ich denke, er wird sich schnell akklimatisieren“, sagt Holm Pinder. Ein erster Blick auf den Rückkehrer verriet dem Trainer: „Er ist in ordentlicher Verfassung. An ihm war ja sowieso nie viel dran.“ 73 Kilogramm Lebendgewicht verteilen sich auf 1,85 Meter Körpergröße.

„Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es jetzt bald weitergeht“

Dagegen hat neben Dennis Blaser, der inzwischen bei Schwarz-Weiß Bregenz in der 3. österreichischen Liga unter Vertrag steht, mit Rudolf Gonzalez-Vass ein weiterer Offensivspieler den Verein verlassen. Der Nationalspieler der Dominikanischen Republik kickt nun für den Bonner SC in der Regionalliga West. „Es hat bei beiden hier nicht so ganz gepasst“, sagt Pinder über die Abgänge. Gonzalez erzielte in sieben Spielen für den ZFC ein Tor, Blaser knipste in zehn Partien immerhin drei Mal.

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Das übrige Team steht derweil seit einer Woche wieder auf dem Trainingsplatz seinen Mann. Das derzeitige Programm stellt Pinder Wortgruppenweise vor: „Ertüchtigung, langsam ran tasten, Laufformen und Passformen in gedrosseltem Maße.“ Schließlich soll nach der Weihnachtspause die Belastung behutsam gesteigert werden.

Die Spieler sind ohnehin weiter in Kurzarbeit. Das wird sich nicht ändern, bis ein Termin zum Regionalliga-Neustart feststeht. Und der wiederum lässt sich derzeit nur aus dem Kaffeesatz lesen. „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es jetzt bald weitergeht und habe schon Angst, dass erst im März oder April eine Lösung gefunden wird“, sagt denn auch Alexander Dartsch. Doch eigentlich muss ihm vor der Zukunft nicht bange sein. Schließlich läuft sein Vertrag bis Sommer 2023.

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