23. Juli 2021 / 14:49 Uhr

Zum Saisonstart im Amateurfußball: Darauf kommt es diese Saison an

Zum Saisonstart im Amateurfußball: Darauf kommt es diese Saison an

Robin Jantos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Augen zu und durch: Szene aus einem Testspiel zwischen SV Adler Hämelerwald und TSV Wendezelle II.
Augen zu und durch: Szene aus einem Testspiel zwischen SV Adler Hämelerwald und TSV Wendezelle II. © Isabell Massel
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In den ersten Regionalligen rollt der Ball bereits wieder. An diesem Wochenende startet Bayern als erster Landesverband auch den „echten“ Liga-Amateurfußball. In den nächsten Wochen zieht Schritt für Schritt ganz Deutschland nach. Aber was erwartet uns eigentlich in der Saison 2021/22?

Dieser Artikel gehört zur Amateurfußball-Initiative #GABFAF. Weitere Informationen auf gabfaf.de.

Wohl noch nie gab es zum Saisonbeginn so viele Fragezeichen. Kriegt der Amateurfußball die Kurve und alles wird wieder (fast) so wie früher? Oder hangeln wir uns von Krise zu Krise, mit dem Ergebnis, dass am Ende noch mehr Menschen die Lust am Spielen verlieren? Seriös vorhersagen kann das niemand. Mehr denn je ist der Sport von äußeren Bedingungen abhängig – allen voran der Entwicklung der Pandemie, aber auch beispielsweise von Extremwetterlagen und ihren Auswirkungen auf Menschen und Sportanlagen.

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Aber sollte man deshalb den Mut verlieren? Ganz sicher nicht! Fußball ist einfach ein großartiges Spiel. Es verbindet Menschen auf und neben dem Platz, die sonst wahrscheinlich nie miteinander sprechen würden. Er gibt dem Dorf oder Stadtteil einen Treffpunkt und Identifikation. Er liefert Anlässe, miteinander zu lachen, zu trauern, zu feiern.

Das sind die fünf Fragen, auf die es in dieser Saison ankommt:

Können wir durchspielen?

Corona-Fälle im Team, die ganze Mannschaft in Quarantäne: Dass gleich das Eröffnungsspiel der 3. Liga deswegen abgesagt werden muss, ist nicht gerade ein gutes Omen für die Spielzeit. Auch ganze Amateurteams, wie etwas die Oberliga-Fußballer des SV Ramlingen/Ehlershausen, sind bereits häuslich isoliert. Klar ist: Auch diese Saison wird allen Beteiligten viel Geduld und Flexibilität abverlangen, und der Ausgang ist ungewiss. Wer sich das jetzt schon klar macht, kommt entspannter durch.

Finden wir den richtigen Modus?

Jeder gegen Jeden, Hin- und Rückspiel: Der klassische Modus könnte bald passé sein. Durch die Saison 2019/20 mit Auf-, aber ohne Absteiger sind Monsterligen wie die Oberliga Niederrhein entstanden, in der gleich 23 Teams an den Start gehen. Dort, aber auch anderswo sind Verbände auf ein anderes System gewechselt: eine einfache Hinrunde (teilweise sogar noch regional geteilt), und danach Auf- bzw. Abstiegsrunden. Das bedeutet mehr Flexibilität, falls Corona wieder Spielpausen einfordert. Aber es bringt auch mehr Spannung in der zweiten Saisonhälfte. Gut möglich, dass dieser Modus auch „nach Corona“ das neue Normal wird.

Kommen die Kinder zurück?

Das Problem der Sportvereine sind nicht zu viele Abmeldungen – sondern zu wenige Anmeldungen. Klar, es gab ja auch kaum Angebote seit Anfang 2020. Entscheidend wird sein, dass sich die Bambini-Teams wieder füllen, und dass auch die älteren Kinder vom Sofa zurück in den Sportalltag finden. Werbekampagnen allein werden da nicht helfen, es geht um Vorbilder und positives Erleben. Mehr denn je wird es deshalb auf engagierte und empathische Trainerinnen und Trainer ankommen. Und auf Freunde, die sagen: „Das macht Spaß, komm doch auch mal mit.“


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Kommen die Zuschauer zurück?

Gerade in den unteren Klassen spricht einiges dafür! Fußball findet draußen statt. Auf den weiträumigen Anlagen lassen sich Abstände gut einhalten. Und die meisten Vereine haben hervorragende Hygienekonzepte entwickelt. Und da man so viel anderes nicht unternehmen kann: Warum nicht am Wochenende beim örtlichen Fußballklub vorbeischauen? Das muss sich jetzt nur noch im Dorf oder Stadtteil herumsprechen. Dabei können alle Mitglieder mithelfen.

Haben wir wieder zusammen Spaß?

Unbedingt.