14. Juli 2020 / 20:29 Uhr

Ex-Nationalspieler Amin Younes verteidigt BVB-Trainer Lucien Favre: "Kritik kann ich kein Bisschen nachvollziehen"

Ex-Nationalspieler Amin Younes verteidigt BVB-Trainer Lucien Favre: "Kritik kann ich kein Bisschen nachvollziehen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Amin Younes lobt BVB-Trainer Lucien Favre.
Amin Younes lobt BVB-Trainer Lucien Favre. © Alex Grimm/Bongarts/Getty Images, imago images/MB Media Solutions (Montage)
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Nach dem zweiten verpassten Meistertitel in Folge keimte zuletzt immer wieder Kritik an BVB-Trainer Lucien Favre auf. Für seinen Ex-Spieler Amin Younes, der ihn als Coach bei Borussia Mönchengladbach erlebte, ist der Schweizer dagegen ein Topcoach mit "perfektem" Training.

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Immer wieder Kritik an Lucien Favre: Zuletzt musste der Trainer von Borussia Dortmund nach der verpassten Meisterschaft im Zweikampf mit dem FC Bayern München viel einstecken. Seine Antwort auf die Frage, ob er einfach keine Titel gewinnen könne ("Das sagt man hier seit Monaten. Ich rede darüber in ein paar Wochen") wurde von einigen gar als Rücktritts-Ankündigung gedeutet - ehe Favre selbst vehement widersprach und Dortmund schließlich bestätigte, mit dem Schweizer in die neue Saison zu gehen. Den Vorwurf an den äußerlich ruhigen 62-Jährigen, er könne eine Mannschaft nicht emotionalisieren, weist nun sein Ex-Spieler Amin Younes in einem Interview mit dem Magazin Der Spiegel zurück: "Die Kritik an Favre kann ich kein Bisschen nachvollziehen", sagte der heutige Profi der SSC Neapel.

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Younes, der unter Favre 2012 sein Bundesliga-Debüt für Borussia Mönchengladbach gegeben hatte, attestierte dem BVB-Coach ein "perfektes" Training: "Sehr fordernd, aber immer mit Ball, und es hat extrem viel Spaß gemacht. Jedes Detail hatte er im Blick. Sogar, mit welchem Fuß man wann, wie blockt. Das in jungen Jahren erleben zu dürfen, war ein Genuss", lobte der Ex-Nationalspieler (fünf Länderspiele). Mit seiner Art habe Favre in Gladbach ein "kleines Wunder" vollbracht, führte Younes aus. "Vom letzten Rang mit sieben Punkten Rückstand auf die rettenden Plätze führte er uns in nur einer Saison in die Champions-League-Qualifikation. Das schafft man nicht, wenn man ein Team nicht auf eine Reise mitnehmen kann", so der Neapel-Profi deutlich.

Younes: Favre nimmt Mannschaft nicht durch "Rumbrüllen" mit

Favre würde laut Younes eben nicht in der Kabine "rumbrüllen": "Er kann nicht etwas vorspielen, was er nicht ist. Ein guter Trainer ist immer er selbst", erklärte der Confederations-Cup-Sieger von 2017. Favre motiviere seine Spiele auf eine andere Art, meinte Younes - und berichtete von einem Anruf Favres nach einer schwächeren Trainingsleistung. Der damalige Gladbach-Trainer habe ihm genau gesagt, wie er eine Situation im Trainingsspiel zuvor besser hätte lösen können. "Dieser Hinweis hätte doch auch noch bis zur nächsten Einheit warten können. Heute aber weiß ich: Das ist genau die Detailbesessenheit, die ihn so erfolgreich macht und auch mir so viel geholfen hat", lobte Younes.

Aktuell verläuft die Saison für Younes unbefriedigend. Nur acht Einsätze absolvierte der gebürtige Düsseldorfer in der Serie A. Seit seinem ablösefreien Wechsel von Ajax Amsterdam im Sommer 2018 kommt Younes nur auf 26 Einsätze. Bei den Holländern glänzte der Deutsche zuvor allerdings so sehr, dass ihn Bundestrainer Joachim Löw 2017 fünfmal für die deutsche Nationalmannschaft nominierte - und sogar in den Kader für den Confederations Cup in Russland berief. Für Younes ist der Weltmeister-Trainer von 2014 eine echte Persönlichkeit: "Menschlich fand ich ihn herausragend. Und fachlich war ich beeindruckt, wie viel er selbst in der täglichen Trainingsarbeit gemacht hat", sagte der Ex-DFB-Spieler. "Löw hat in jeder Trainingseinheit wirklich noch an Details gearbeitet."

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Amin Younes: Horst Hrubesch ist der beste Trainer meiner Karriere

Der beste Trainer seiner Laufbahn war laut Younes allerdings sein früherer U21-Nationalcoach Horst Hrubesch. "Horst muss man hervorheben", sagte der 26-Jährige. Wenn er einen "perfekten Trainer" beschreibe, habe er ihn vor Augen. "Ohne ihn wäre meine Karriere wohl etwas anders verlaufen", sagte Younes, der von Hrubesch 2015 zur U21-EM in Tschechien berufen worden und im Anschluss zu Ajax Amsterdam gewechselt war. "Wir haben noch heute so etwas wie eine Vater-Sohn-Beziehung. Wir haben unzählige Gespräche geführt. Über Fußball, aber auch über das Leben. Horst ist ein knallharter Typ“, schwärmte Younes. "Er meinte mal zu mir: 'Für deine Art, Fußball zu spielen, brauchst du Leichtigkeit, also achte auf dein Gewicht!' Das habe ich seitdem verinnerlicht."