01. März 2022 / 17:36 Uhr

Arbeitsgericht: Keine Einigung mit Pongracic - und jetzt klagt auch der VfL Wolfsburg gegen seinen Ex-Spieler!

Arbeitsgericht: Keine Einigung mit Pongracic - und jetzt klagt auch der VfL Wolfsburg gegen seinen Ex-Spieler!

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Streitet mit dem VfL Wolfsburg vorm Arbeitsgericht: Marin Pongracic.
Streitet mit dem VfL Wolfsburg vorm Arbeitsgericht: Marin Pongracic. © (c) dpa-Pool
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Dass Marin Pongracic, der noch bis Sommer an Borussia Dortmund ausgeliehene Profi des VfL Wolfsburg, die Niedersachsen verklagt hat, ist bekannt. Nun trafen sich beide Seiten vorm Arbeitsgericht Braunschweig.

Der VfL Wolfsburg und Marin Pongracic vorm Arbeitsgericht Braunschweig - am Dienstagnachmittag war es soweit: Pongracic fordert vom Wolfsburger Fußball-Bundesligisten nachträglich eine Zahlung in Höhe von 250.000 Euro. Der an Borussia Dortmund ausgeliehene Spieler ließ sich durch einen Rechtsbeistand vertreten, der VfL hatte bei diesem Gütetermin, der per Videoschalte abgehalten wurde, gleich zwei Rechtsanwälte dabei. Eine Einigung gab es in der halbstündigen Verhandlung aber nicht. Kurios: Der VfL hat eine sogenannte Widerklage über 85.000 Euro erhoben, weil sich Pongracic im November des vergangenen Jahres in einem Interview negativ über den Klub und Ex-VfL-Trainer Mark van Bommel geäußert hatte.

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Pongracic gegen den VfL - worum geht es? Durch das Erreichen des vierten Tabellenplatzes hatte sich der VfL in der vergangenen Saison zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte für die Champions League qualifiziert. Für diesen Erfolg schüttete der Bundesligist Prämien an die Spieler aus. Allerdings: Bei der Berechnung dieser Zusatzgelder haben Profi und Verein unterschiedliche Auffassungen.

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Der VfL und der kroatische Nationalspieler hatten eine Sondervereinbarung geschlossen - so dass der Abwehrspieler für das Erreichen der Königsklasse 300.000 Euro bekommt. Diese Prämie, so die Vereinbarung, sollte jedoch nicht als Einmalzahlung erfolgen, sondern in Höhe von 25.000 Euro aufs monatliche Gehalt drauf geschlagen werden. Zweimal, bis zu Pongracic' Leihe nach Dortmund, hatte der Ex-Salzburger jeweils 25.000 Euro an Prämien bekommen - bleiben noch 250.000, so die Rechnung der Pongracic-Seite. Die Argumentation des VfL: Wenn Pongracic geblieben wäre, hätte er weiterhin Anspruch auf diese Prämie gehabt, aber durch die Leihe nach Dortmund, wo er ein höheres Grundgehalt als in Wolfsburg haben soll, gebe es nun keine weiteren Prämienzahlungen.

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Uneinigkeit hier - und auch in Sachen der Widerklage des VfL. Die gab es, weil sich Pongracic in der Vergangenheit über den Klub geäußert hatte. Kurz nachdem seine Leihe zum BVB perfekt war, teilte Pongracic in einem Twitch-Stream mächtig gegen den VfL aus und sprach unter anderem über Vertragsinhalte. Sollte Dortmund am Saisonende die Kaufoption ziehen, würden die Wolfsburger "gar kein Plus machen", so Pongracic Anfang November, dessen Vertrag in Wolfsburg noch bis 2024 läuft. Und er urteilte: "Für die ist es auch ein bisschen scheiße. Wenn ich jetzt hier durch die Decke gehe, sagen die in Wolfsburg alle: 'Was habt ihr hier gemacht, wen habt ihr hier ziehen lassen?' Das freut mich extrem." Und über van Bommel hatte er gesagt: "Bei elf gegen elf trainiere ich einfach nicht mit. Da will ich ausrasten, zu van Bommel gehen, ihn einfach packen und so."

Für den 9. Juni ist nun ein Kammertermin beim Arbeitsgericht in Braunschweig geplant, Richter Lutz Bertram legte jedoch beiden Seiten nahe, sich bis dahin außergerichtlich zu einigen. Sollte es dies nicht gelingen, kommt es zu einer weiteren Verhandlung, in der dann ein Urteil erwartet wird.