22. Oktober 2021 / 17:41 Uhr

Nach Ausraster im Cup-Finale: Torwart wird zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen

Nach Ausraster im Cup-Finale: Torwart wird zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen

Dirk Becker
Märkische Allgemeine Zeitung
KSV-Keeper Farhad Mirzahhil (r.) erhielt wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte von Schiedsrichter Fabian Tille und rastete danach völlig aus, griff den Schiedsrichter an und zerstörte den Sieger-Pokal.
KSV-Keeper Farhad Mirzahhil (r.) erhielt wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte von Schiedsrichter Fabian Tille und rastete danach völlig aus, griff den Schiedsrichter an und zerstörte den Sieger-Pokal. © Dirk Becker
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Im Endspiel um den Unteren Kreispokal brannten dem Keeper des KSV Prignitz, Farhad Mirzahhil, die Sicherungen durch. Das nun gesprochene Urteil vom Sportgericht hat es in sich.

Den 31. Juli 2021 wird Fabian Tille nicht so schnell vergessen, wenn er einmal an seine Schiedsrichter-Karriere zurückdenkt. Im Finale des Unteren Kreispokals 2020/21 hatte der Schiri Dienst zum Spiel zwischen dem KSV Prignitz und Eiche Weisen II, als er in der 63. Minute die Rote Karte zückte und den KSV-Keeper wegen einer Tätlichkeit an einem Weisener Spieler des Feldes verwies. Farhad Mirzahhil rastete danach völlig aus, schlug den Unparteiischen seine Faust ins Gesicht und versuchte ihn dann per Sprung-Kick nach Karate-Kid-Manier weiter zu attackieren, wurde allerdings von seinen Mitspielern daran gehindert.

Nach einer kurzen Unterbrechung, bei der diskutiert wurde, das Spiel abzubrechen, pfiff Tille wieder an. Aber es war noch nicht vorbei, der KSV-Keeper, bereits umgezogen und geduscht, kam noch vor der Siegerehrung herangestürmt und zertrat den Pokal für den Sieger Eiche Weisen II, der 5:1 gewonnen hatte.

In Bildern: Eiche 05 Weisen II gewinnt den Unteren Kreispokal 2020/21.

<b>Finale im Unteren Kreispokal: SV Eiche 05 Weisen II – KSV Prignitz 5:1 (1:1).</b> Tore: 0:1 Giuliano Leuthold (7.), 1:1 Tom Stolz (34.), 2:1 Christian Hoppe (47.), 3:1 Pepe Drzymalski (51.), 4:1 Robin Haase (71.), 5:1 Hans Lüdke (77.). Zuschauer: 239. Zur Galerie
Finale im Unteren Kreispokal: SV Eiche 05 Weisen II – KSV Prignitz 5:1 (1:1). Tore: 0:1 Giuliano Leuthold (7.), 1:1 Tom Stolz (34.), 2:1 Christian Hoppe (47.), 3:1 Pepe Drzymalski (51.), 4:1 Robin Haase (71.), 5:1 Hans Lüdke (77.). Zuschauer: 239. © Dirk Becker

Für diese Aktionen wurde Mirzahhil in dieser Woche vom Sportgericht des Fußballkreises Prignitz-Ruppin bestraft. „Der Spieler ist für zwei Jahre für jeglichen Sport- und Spielbetrieb gesperrt“, sagt der Vorsitzende des Sportgerichts, Thomas Wange. Der Spieler habe sich zwar beim Sportgericht entschuldigt, die Rote Karte fand Mirzahhil aber nicht gerechtfertigt, so Wange. Der KSV-Keeper hatte seinen Weisener Gegner geschubst, nachdem dieser ihm auf den Fuß getreten habe.

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Des Weiteren wurde dem Spieler eine Geldstrafe von 200 Euro aufgebrummt, für die allerdings auch der KSV Prignitz gerade stehen muss. „Sollte der Spieler nicht zahlen, muss es der Verein tun.“ Aus diesem Grund habe das Sportgericht auch keine Höchststrafe ausgesprochen. Möglich seien nach Paragraf 8 der Rechts- und Verfahrensordnung auch viel höhere Geldstrafen gewesen. Bei der Spielsperre seien auch bis zu drei Jahre oder sogar dauerhafte Strafen bei ganz schwerwiegenden Fällen gestattet.

Spieler sofort aus dem Verein ausgeschlossen

Nach der Sachlage – tätlicher Angriff auf Schiedsrichter, Zerstörung und Beleidigung – wäre aber ein geringeres Strafmaß nicht möglich gewesen. „Wir konnten gar nichts anderes machen“, so Thomas Wange. Eine Sperre von zwei Jahren habe es in der Prignitz seit Bestehen des Fußballkreises bislang erst einmal gegeben – bei einem Pritzwalker Spieler im Jugendbereich.

„Ich finde das Urteil in Ordnung“, äußerte sich Weisens Trainer der zweiten Mannschaft und gleichzeitig Abteilungsleiter Fußball, Andy Maraske. „Für den Verein ist es noch glimpflich ausgegangen“, findet KSV-Trainer Sebastian Sturm, „die Strafe ist gerecht. Fünf oder zehn Spiele Sperre wären zu wenig gewesen. Es ist angemessen und für uns ist das Thema jetzt erledigt.“


Der Krankenhaussportverein Prignitz hatte seinen ehemaligen Keeper noch am selben Tag aus dem Verein ausgeschlossen und bereits am folgenden Tag den Spielerpass abgemeldet. Eine richtige Entschuldigung seitens des Spielers will Sebastian Sturm während der Verhandlung am Dienstag in Lenzen auch nicht gehört haben.