02. Mai 2022 / 12:48 Uhr

Leverkusen-Profi Robert Andrich über seine Entwicklung, eine WM-Nominierung und Florian Wirtz

Leverkusen-Profi Robert Andrich über seine Entwicklung, eine WM-Nominierung und Florian Wirtz

Andreas Kötter
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Robert Andrich steht mit Bayer Leverkusen vor dem Champions-League-Einzug.
Robert Andrich steht mit Bayer Leverkusen vor dem Champions-League-Einzug. © IMAGO/Jürgen Schwarz
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Robert Andrich spielt sich bei Bayer Leverkusen aktuell in den Fokus. Auch dank seiner robusten Spielweise ist die Werkself ein Champions-League-Kandidat. Im SPORTBUZZER-Interview verrät Andrich unter anderem, was er sich vor jedem Spiel vornimmt.

Robert Andrich kann sich mit seinem Verein Bayer Leverkusen für die Champions League qualifizieren. Der im vergangenen Sommer von Union Berlin zur "Werkself" gewechselte Mittelfeldspieler hat sich unter Trainer Gerardo Seoane auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft – und geht mit Leistung auf dem Platz voran. Am Montag (20.30 Uhr, live bei DAZN [Anzeige]) ist er mit seinem Team im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt gefordert. Im Interview mit dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), spricht Andrich unter anderem über seinen Karriere-Verlauf und die schwere Verletzung von Florian Wirtz.

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SPORTBUZZER: Herr Andrich, Bayer 04 hat gute Chancen, sich nach 2019 erstmals wieder für die Champions League zu qualifizieren. Hatten Sie dem Team gerade noch gefehlt?

Robert Andrich (27): Das kann ich selbst nur schwer beantworten. Aber ja, wir sind aktuell auf dem Kurs, den wir uns vor der Saison vorgestellt haben. Deshalb antworte ich mal so: Ein bisschen habe ich vielleicht gefehlt. (lacht)

Es gibt Leute, die sich noch immer über Ihre unbestrittenen fußballerischen Fähigkeiten wundern.

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Ich werde häufig als jemand wahrgenommen, der in erster Linie viel ackert und rackert und für eine gewisse Härte bekannt ist. Letztlich kann ich damit aber leben, solange die, auf die es ankommt, wissen, was ich wirklich kann.

Andrich WM-Kandidat? "Ehrt mich, wenn eine Legende wie Lothar Matthäus so etwas sagt"

Wohlgemerkt einer Ihrer Fans hat Sie als 'das personifizierte Ekligsein' bezeichnet. Fühlt sich mancher Spieler vielleicht unwohl, wenn er weiß, dass er es mit Ihnen zu tun bekommt?

Dass ein Gegenspieler wirklich Angst vor mir hat, glaube ich nicht. Wobei das wohl auch niemand zugeben würde. Grundsätzlich versuche ich aber schon, so zu spielen, dass es keinen Spaß macht, gegen mich zu spielen. In gewissen Situationen ein bisschen eklig zu sein, um den anderen aus dem Konzept zu bringen – das gehört zu meinem Spiel.

Lothar Matthäus hat Sie kürzlich für die WM in Katar als Back-up von Jo­shua Kimmich ins Spiel gebracht. Wie ist das bei Ihnen angekommen?

Es ehrt mich natürlich, wenn eine Legende wie Lothar Matthäus so etwas sagt. Soweit ich weiß, ist er aber nicht der Bundestrainer und entscheidet nicht, wer Nationalspieler wird.

Ihre bisherige Nationalmannschaftskarriere währte nur von 2011 bis 2013 als Jugendspieler. Was ist dann schiefgegangen?

Das ist eine gute Frage. Ich glaube, ich war damals, als ich bei Hertha im Kader stand, in meiner persönlichen Entwicklung noch nicht so weit und hatte zu viele andere Dinge im Kopf. Ich brauchte einfach noch Zeit und habe den Umweg über die 2. und die 3. Liga gewählt. Am Ende bin ich schließlich dort angekommen, wo ich immer schon hin wollte: in der Bundesliga.

Andrich über schwer verletzten Wirtz: "Es steht außer Frage, dass er bei einer WM dabei sein wird"

Wie reagieren junge Spieler heute, wenn Sie mit Tipps helfen möchten?

Ich spiele jetzt seit fast drei Jahren Bundesliga und bin überzeugt, dass ich mir durch meine Erfahrung und meine Persönlichkeit ein gewisses Standing erarbeitet habe. Allerdings sind die meisten jungen Spieler ohnehin schon sehr professionell. Wenn dann einer wie ich kommt und mit einem Rat weiterhelfen will, nehmen sich die meisten das auch zu Herzen.


Einer dieser jungen, dennoch schon erwachsen wirkenden Spieler ist Florian Wirtz. Befürchten Sie, dass er sich nach seiner schweren Verletzung in Sachen WM zu sehr unter Druck setzen könnte?

Flo kommt aus einer sehr schweren Verletzung, und ich hoffe für ihn, dass er bald wieder beschwerdefrei Fußball spielen kann. Das ist erst einmal das Wichtigste. Für mich steht aber auch außer Frage, dass er bei einer WM dabei sein wird. Ob es aber bereits in Katar klappt, weiß ich nicht. Wenn nicht, ist das aber auch kein Beinbruch, denn bei der nächsten Weltmeisterschaft ist er dann ganz sicher dabei.

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