27. Dezember 2019 / 14:56 Uhr

BG Göttingen bereitet Trainer schönstes Weihnachtsgeschenk

BG Göttingen bereitet Trainer schönstes Weihnachtsgeschenk

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Die BG-Spieler lassen sich nach dem Sieg in Bayreuth auf dem Parkett sitzend von ihren Fans feiern.
Die BG-Spieler lassen sich nach dem Sieg in Bayreuth auf dem Parkett sitzend von ihren Fans feiern. © Eibner-Pressefoto
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Die Fans des Basketball-Bundesligisten schweben seit Donnerstagabend auf Wolke lila: Mit einem fantastischen Schlussviertel, das mit 36:16 an die Veilchen ging, zogen sie dem Konkurrenten medi bayreuth nicht nur den Zahn, sondern nach dem nicht mehr für möglich gehaltenen 90:75 (38:38)-Sieg auch in der Tabelle am Gegner vorbei.

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„BG beschert sich in Bayreuth selbst“, lautete die Überschrift des Spielberichts auf der Facebookseite der Veilchen, und der Sieg am zweiten Weihnachtsfeiertag war in der Tat wie ein Geschenk – vor allem für die Anhänger, die bereits kurz vor Schluss, nachdem ihr Team innerhalb von Minuten die Partie gedreht hatte, „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandierten.

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Entsprechend euphorisch fielen die Kommentare der BG-Fans aus: „Danke für das geile Weihnachtsgeschenk“, schrieb etwa User Maximilian Diebel. Er freue sich wahnsinnig für das Team, den Trainerstab und alle Fans, kommentierte Nutzer Frank Fröchtenicht. „Unglaublich“, schrieb Userin Gisela Schreiber – das Spiel „und dieser Anderson... und das gesamte Team“ seien der Hammer gewesen.

Mit „dieser Anderson“ war BG-Playmaker Kyan Anderson gemeint, der nach der Bonn-Partie mit BBL-Karrierebestwert (32 Punkte) in Bayreuth 24 Zähler nachlegte. Außerdem steuerte der US-Amerikaner, der bei den Veilchen einen regelrechten Stotterstart hingelegt hatte, fünf Rebounds und sieben Assists bei. Und: Sämtliche fünf Freiwürfe saßen – Werte, die sich sehen lassen können.

medi bayreuth - BG Göttingen, BBL 2019/20

medi bayreuth - BG Göttingen, BBL 2019/20 Zur Galerie
medi bayreuth - BG Göttingen, BBL 2019/20 ©

Dabei hatte Anderson bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte keineswegs überragend begonnen. Kein Wunder: Der Pointguard ist mit seinen Stärken und Schwächen bei den Franken noch in guter Erinnerung, und Trainer Raoul Korner verriet im TV-Interview vor Beginn die Taktik: „Anderson ist schnell, aber nicht besonders physisch. Man kann nur körperlich gegen ihn agieren“, sagte der medi-Headcoach.

Doch bereits zu Beginn glänzte Anderson mit Assists, und im Schlussdurchgang, als Bayreuth Defense-Probleme offenbarte und dem US-Amerikaner Räume gewährte, spielte er seine ganze offensive Wucht aus. Korner war nach dem Spiel entsprechend frustriert und ließ in der Pressekonferenz seiner Enttäuschung freien Lauf: „Am Ende hatte Göttingen einen 13:0-Run zum 75:90 – das ist absolut inakzeptabel“, sagte der Coach. „Man kann und darf in der Crunchtime nicht so auftreten, wie wir das getan haben, weder in der Offensive, noch in der Defensive. Unser Angriff sah aus wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen, und in der Defensive haben wir keinen einzigen Stopp mehr zusammenbekommen. Die letzten Minuten waren eine völlige Katastrophe.“ Wer so in der Crunchtime so auftreten wie sein Team am Donnerstag, „hat den Sieg nicht verdient, und für unseren Auftritt wurden wir bestraft“.

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Aber nicht nur Anderson war der Sieg in Bayreuth zu verdanken – das gesamte Team präsentierte sich konzentriert und gefestigt, selbst in Phasen, in denen der Gegner stark agierte und drohte, sich abzusetzen. „Das Ergebnis lässt eigentlich darauf schließen, dass es ein eindeutiges Spiel war, aber es gab viele Führungswechsel bis zur Mitte des letzten Viertels“, fasste BG-Headcoach Johan Roijakkers die Partie zusammen. „Beide Mannschaften waren gleich auf, aber am Ende war unsere Defense sehr stark, und uns gelangen die Big Plays.“

Roijakkers war zu Beginn am MagentaSport-Mikrofon gefragt worden, ob ihm etwas zu Weihnachten geschenkt worden ist. Nein, lautete die überraschende Antwort des Niederländers. „Nicht mal von der Geschäftsstelle?“ Eigentlich nicht, antwortete Roijakkers und lächelte leicht. Der Veilchen-Coach musste bis zum zweiten Weihnachtstag warten – dann machte ihm sein Team das schönste Geschenk.