12. April 2021 / 10:01 Uhr

Trotz der Corona-Pandemie: Blau-Weiß Perleberg blickt nach vorn

Trotz der Corona-Pandemie: Blau-Weiß Perleberg blickt nach vorn

Dirk Becker
Märkische Allgemeine Zeitung
Beim SV Blau-Weiß Perleberg entsteht unter der Aufsicht vom Vereinsvorsitzenden Michael Hoheisel (l.) und seinem Stellvertreter Martin Neumann ein Beachvolleyball-Feld.
Beim SV Blau-Weiß Perleberg entsteht unter der Aufsicht vom Vereinsvorsitzenden Michael Hoheisel (l.) und seinem Stellvertreter Martin Neumann ein Beachvolleyball-Feld. © Dirk Becker
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Platz für Turniere: Beim Verein aus der Rolandstadt entsteht eine Anlage für Beachvolleyball mit zwei Feldern.

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Ortstermin, auch so etwas gibt es noch in Coronazeiten. Ortstermin auf dem Vereinsgelände von Blau-Weiß Perleberg an der Hamburger Straße. Vorsitzender Michael Hoheisel und sein Stellvertreter Martin Neumann besichtigen die Fortschritte der Bauarbeiten – mit Abstand natürlich –, während der Frontlader die Sandmassen bewegt und Schaufel für Schaufel auf dem Gelände verteilt. Am nächsten Tag soll der Platz soweit bereit sein, dass die Pfosten gesetzt werden, Netze und Linien sind im Internet bestellt. Bis vor kurzem herrschte reger LKW-Verkehr auf der Hamburger Straße und der Zufahrt zum Gelände. 24 LKW brachten insgesamt 600 Tonnen Sand. „Wir hatten Glück, wir mussten nur den Transport bezahlen“, erzählt Martin Neumann, 2. Vorsitzender des Vereins. Für Netze und Linien hat die Raiffeisenbank 1000 Euro dazugegeben, der Rest der Kosten wurde aus Eigenmitteln und Spenden beglichen.

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Zwei Felder sollen auf der 370 qm großen Fläche entstehen. „Wir hätten auch drei bauen können“, so Martin Neumann, „aber wir wollten noch Platz lassen, dass sich die Teams beim Spielen nicht gegenseitig behindern.“ Platz soll auch zum „chillen“ entstehen, für Spieler und Fans, um bei geplanten Turnieren, ein stärkeres Gefühl der Gemeinsamkeit entstehen zu lassen. „Vor acht Wochen kam uns die Idee“, erzählt Martin Neumann, der auch die Abteilung Volleyball von Blau-Weiß leitet. Ein kleines Feld für den Sommer war schon vorhanden, genügte aus Altersgründen nicht mehr den Anforderungen. „Wir hätten auch am Friedensteich (Freizeitpark Wittenberge, Anm.d.R.) spielen können, aber wir wollten etwas eigenes haben.“

Mehr Sport aus Prignitz/Ruppin

Dass die Rolandhalle zum Impfzentrum umgewandelt wurde, und das auf unbestimmte Zeit, brachte die Perleberger Volleyballer sowieso schon in die Bredoille. Es habe die Idee gegeben, ein für die breite Öffentlichkeit zugängliches Beachfeld zu bauen, aber das scheiterte dann auch daran, dass der Außenbereich gesperrt ist, solange das Impfzentrum besteht. „Also haben wir uns zusammengesetzt“, so Neumann, „und das kurzfristig geplant und umgesetzt.“ Ein kurzer Anruf reichte aus, und auch die notwendigen Helfer aus den Reihen des Vereins standen mit Harke und Schaufel bereit, um den Sand zu verteilen. Kein leichtes Unterfangen bei zuweilen winterlichen Verhältnissen und der Einhaltung von Hygienevorschriften. Sand schaufeln mit Maske ist ähnlich anstrengend wie Höhentraining in den Anden.

„Im übrigen haben Mitglieder aus allen Abteilungen an der Aktion teilgenommen“ – darauf weist Martin Neumann extra hin, um den Zusammenhalt im Verein aufzuzeigen. „Es fehlt in diesen Zeiten das Vereinsleben, dass man einfach mit einander spricht. Wir mussten ja unser Osterfeuer auch schon absagen“, sagt Vereinsvorsitzender Michael Hoheisel. „Wir sind gut aufgestellt, zumal das Objekt uns gehört.“ Sprich das Objekt mit Vereinsheim, Grillplatz und jetzt auch dem großen Beachvolleyballfeld. Mit Veranstaltungen soll nicht nur das Vereinsleben nach Lockerungen der Coronabestimmungen belebt werden, „wir wollen Volleyball wieder in der Prignitz etablieren“, sagen Martin Neumann und Michael Hoheisel wie aus einem Mund.

Allstarteam Prignitz bei den Perleberger Volleyballern in der Planung

Die Perspektive soll heißen, dass wieder überregional gespielt wird. Es schwebt ihnen so eine Art Allstarteam der Prignitz vor. Es müssen Kooperationen mit den anderen Volleyballteams aufgebaut werden. „Vor drei Jahren haben wir eine Jugendmannschaft gebildet“, so Martin Neumann, und mit Theresa Materna eine tolle Leiterin gewonnen. Sie hat schon zweite Bundesliga gespielt.“ Sobald es mit sinkenden Inzidenzzahlen wieder losgehen kann, weiß Martin Neumann als Vertreter des Kreis-Volleyballverbandes, steht auch die Beachvolleyball-Saison in der Prignitz wieder an. „Normalerweise beginnen wir im Mai, aber genaueres kann man zur Zeit nicht sagen.“

Mitgliederversammlung bei Blau-Weiß Perleberg am 16. Arpil

Zwischendurch überprüft Martin Neumann, der die Bauleitung für den neuen Platz übernommen hat, mit Wasserwaage und Laser, ob die Fläche auch plan ist. „Wir hatten ein leichtes Gefälle, deswegen brauchten wir auch mehr Sand als ursprünglich geplant.“ Zwischen 40 und 70 Zentimeter dick ist die Schicht nun. Michael Hoheisen sieht sich derweil auf dem Gelände um und denkt über weitere Verbesserungen am Umfeld nach.Wenn es die Inzidenzzahlen zulassen, veranstaltet der SV Blau-Weiß Perleberg am Freitag, den 16. April, seine diesjährige Mitgliederversammlung. Wegen der besseren Umsetzung der Hygieneverordnungen, findet das Treffen im Freizeitzentrum „Effi“ in der Wittenberger Straße 91/92 in Perleberg statt, anstelle im Vereinsheim.

Blau-Weiß Perleberg wurde am 1. August 1990 ins Vereinsregister des Amtsgerichtes Perleberg eingetragen Der 1. Vorstand bestand damals aus Andre Fischer, Hans-Wilhelm Schwarz, Fred Warning, Hans Stief, Karl-Heinz Oppermann und Norbert Hohmann. Der aktuelle Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden Michael Hoheisel, seinem Stellvertreter Martin Neumann, dem 2. Stellvertreter Michael Franke, Jugendwart Hartmut Voigt, Kassenwart Tobias Köhler und Pressewart Holger Frank. Zur Zeit hat Blau-Weiß 200 Mitglieder in den Abteilungen Handball, Volleyball, Judo/Aikido sowie der Sportgruppe Schröder.