26. Februar 2021 / 14:36 Uhr

Bornas Vorstandsmitglied Mäder möchte keine Entscheidungen am grünen Tisch

Bornas Vorstandsmitglied Mäder möchte keine Entscheidungen am grünen Tisch

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Bornas Johannes Heisig (l.) und Alexander Marzog vom FSV Krostitz liefern sich ein Luftduell.
In Borna hofft man auf eine baldige Rückkehr auf das Spielfeld. © Alexander Prautzsch
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Mit Trainingsplänen und Onlineübungen halten sich die Bornaer während der Zwangspause fit. Vorstandsmitglied Dries Mäder hofft, dass bald wieder in den Spielbetrieb zurückgekehrt und die Entscheidung über Auf- und Absteiger auf dem Rasen geklärt wird.

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Borna. Ein knappes Fünftel der Deutschen hat während des Corona-Lockdowns an Körpergewicht zugelegt. Dries Mäder (Vorstandsmitglied beim Bornaer SV) hat es kürzlich irgendwo gelesen und war bei dieser Zahl ziemlich erschrocken. In einer inzwischen vier Monate andauernden Phase eines sowohl an der Wyhra als auch andernorts völlig brach liegenden Vereinslebens hat sich der BSV-Funktionär auf dem Fußballportal FuPa weitere Gedanken über „seinen“ Club und „seinen“ Sport gemacht.

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Immerhin halten sich einige der in normalen Zeiten regelmäßig ins schwarz-gelbe Trikot schlüpfenden Mannschaften mittels Trainingsplänen und Onlineübungen fit, die Kommunikation zwischen den Teams und den Verantwortungsträgern funktioniere ohnehin bestens. Schließlich sei es im Zeitalter der sozialen Medien und diversen Netzwerke äußerst schwierig, völlig vom Radar zu verschwinden. Mäder dürfte sich bei dieser Bemerkung ein leichtes Schmunzeln nicht verkniffen haben und verweist in kniffligen Zeiten auf eine weitere kleine Portion Spaß, welchen das kürzlich ausgetragene Online-E-Sport-Turnier um die Vereinsmeisterschaft verbreitet habe.

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Ansonsten war in jüngster Vergangenheit logischerweise nicht all zu viel los in Sachen Abwechslung. Wenigstens habe es hinsichtlich der Mitgliederstatistik keine negative Entwicklung gegeben, wenngleich in den Kinder- und Jugendmannschaften die eine oder andere personelle Veränderung in den Aufgeboten zu konstatieren war.

Entscheidung auf dem grünen Rasen

Auch auf ihre Sponsoren können sich die Bornaer unverändert verlassen, obwohl nicht wenige Förderer und Unterstützer selbst mit der Pandemie zu kämpfen hätten. Der Verein stehe wirtschaftlich sicher auf vielen kleinen Füßen. Darüber hinaus sehnt Dries Mäder einen Grund herbei, die im Vorjahr in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt erstellten Hygienekonzepte aus dem Schrank zu holen. Denn dann könnte der Ball wieder rollen, so wie im Sommer 2020 nach der ersten Zwangspause. Die Vorgaben wurden damals strikt eingehalten, lediglich die Einhaltung der Abstandsregel erwies sich als ständiger Konfliktpunkt, die Ermahnung der Zuschauer führte zu einer spürbaren Ermüdung. Allerdings sei man von Ansteckungen weitestgehend verschont geblieben.

Nach einem hoffentlich nicht mehr in ferner Zukunft schweifenden zweiten Restart bevorzugen die Zwiebelstädter eine rein sportliche Variante zur Wertung des angefangenen Spieljahres. Man wolle die Positionen in den jeweiligen Klassements auf dem grünen Rasen erspielen und nicht am grünen Tisch ausrechnen lassen, dafür sei der Abschluss der ersten Halbserie zwingend notwendig. Besondere Situationen erforderten halt besondere Maßnahmen. Wenn zum Beispiel das erste Herrenteam um Coach Marco Gruhne als Aufsteiger ihren momentan respektablen 8. Tabellenplatz in der Landesklasse Nord behaupten könnte, wäre das auf jeden Fall mehr als zufriedenstellend.

Nicht einverstanden ist Mäder dagegen mit der zwischen Amateur- und Profifußball immer mehr auseinander klaffenden Schere, die sich unbedingt wieder ein Stückchen schließen müsse. Sein revolutionär anmutender Vorschlag: Der DFB möge auf die nächste Werbeaktion für die Nationalmannschaft verzichten und das eingesparte Geld den kleinen Vereinen für die Vergütung der Schiedsrichter im Nachwuchsbereich zur Verfügung stellen. Denn unten an der Basis sitze man eben nicht in klimatisierten Logen, sondern zuweilen auf klapprigen Gartenstühlen. Nochmals huscht ein Lächeln über das Gesicht von Dries Mäders, welcher zu guter Letzt allen Mitmenschen viel Gesundheit und Optimismus wünscht. Dem ist im Grunde genommen gar nichts hinzuzufügen.