11. März 2021 / 18:04 Uhr

Brandenburger Fußball-Geschichten in der Corona-Krise

Brandenburger Fußball-Geschichten in der Corona-Krise

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Falko König ist ein Urgestein beim FC 98 Hennigsdorf, nur zwei Jahre spielte er für einen anderen Verein.
Falko König ist ein Urgestein beim FC 98 Hennigsdorf, nur zwei Jahre spielte er für einen anderen Verein. © Robert Roeske
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Am 12. März 2020 wurden coronabedingt die ersten Spieletage abgesagt, aus einer Zwei-Wochen-Pause wurde fast ein komplettes Jahr ohne Fußball – Brandenburger Kicker erzählen, wie sie die Pandemie erleben und was für Folgen sie für sie hatte.

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Falko König: Fußballrente kann warten

Nein, so sollte sein Ende als aktiver Fußballer nicht aussehen – da war sich Falko König vom Landesligisten FC 98 Hennigsdorf schnell sicher. Das war im März vergangenen Jahres, als wegen der Corona-Pandemie der Spielbetrieb zum ersten Mal ausgesetzt und schließlich abgebrochen wurde. König aber will sich auf dem Platz verabschieden – wann auch immer das sein wird. Also hing der Mittelfeldspieler noch ein Jahr dran.

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Und nun, ein Jahr später: Geht das Urgestein, das bis auf einen zweijährigen Abstecher zum SV Babelsberg 03 II immer in Hennigsdorf am Ball war, ein zweites Mal wegen Corona in die Verlängerung? Im Juni wird König 39 Jahre alt. Er sagt: „Wenn die Vorbereitung wieder anfängt, will ich es auf jeden Fall noch einmal probieren. Mal sehen, ob die Knochen das mitmachen.“

Er vermisse den Fußball schon, diese Samstage mit der Mannschaft, auch wenn jetzt natürlich mehr Zeit für die Familie sei. „Man kann auch mal ausschlafen und dann entspannt einkaufen gehen, sonst ist das immer ziemlich hektisch“, sagt er. Aber aufhören? Nicht so. „Im nächsten Jahr werde ich 40, dann würde es sowieso besser passen. Mit der Null fängt dann ein neuer Lebensabschnitt an.“ Christoph Brandhorst



Daniel Langer
Der Niederlehmer Daniel Langer (r.) vermisst die Spiele - als Zuschauer und Kicker. © Kevin Päplow

Daniel Langer: Fan im Wartestand

Für manch’ gegnerische Elf ist der Sportplatz am Luch die Hölle, für Daniel Langer der Himmel. Dort nämlich trägt die SG Niederlehme ihre Heimspiele aus – und Daniel Langer (26) ist eigentlich immer dabei. „Mein klassischer Platz ist auf Höhe des Sechzehners, nicht weit weg vom Bierstand“, sagt er und ergänzt lachend: „Ich bin oft der Letzte, der geht.“

Meist samstags zieht es ihn zur SG, wo er die Spiele der Niederlehmer Landesklasse-Kicker treu verfolgt, auswärts fährt er auch, notfalls alleine. Und wenn das Spiel läuft, arbeitet Langer von außen aktiv mit. „Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne auch mal pöble, 90 Minuten eklig bin. Aber nach dem Spiel verträgt man sich wieder.“ Bisher drehten sich Langers Wochenenden vor allem um Amateurfußball: Samstags als Zuschauer der „Ersten“, sonntags trat der Innenverteidiger mit der „Zweiten“ selbst gegen den Ball. „Ich liebe den Verein, das Familiäre; dass man sich mit anderen unterhalten und Bier trinken kann.“

Doch seit einem Jahr, seit Corona, ist alles anders. „Mir fehlt die Geselligkeit“, sagt Langer. Eintönig seien die Wochenenden nun, ein wirklicher Ausgleich nicht vorhanden. „Wir hatten gehofft, dass es weitergehen würde. Jetzt ist das alles eine Riesen…“. Den Satz muss er nicht beenden. Und so viel steht fest: Wenn der Ball wieder rollen darf, wird Daniel Langer einer der ersten sein, die am Luch für Stimmung sorgen. David Joram

Felix Matthäs
Der verletzte RSV-Kicker Felix Matthäs verpasste nicht ganz so viele Spiele wie gedacht. © pr

Felix Matthäs: Doppelte Pause

Felix Matthäs bezeichnet sich selbst als wohl „schlechtesten Zuschauer, den es gibt“. Zum Zuschauen verdammt ist der Fußballer des Oberligisten RSV Eintracht seit fast einem halben Jahr. Am 12. September 2020 riss sich der 25-Jährige im Landespokal bei Frankonia Wernsdorf das Kreuzband.

Der gelernte Erzieher wurde zunächst geschont. Nach knapp einer Stunde kam er in die Partie und zog sich wenig später die folgenschwere Verletzung im linken Knie zu. „Ich habe sofort gemerkt, dass etwas Schlimmeres passiert ist.“ Anfang November folgte die Operation, anschließend zahlreiche Physiotherapie-Einheiten. „Nach den ersten beiden Kontrollterminen ist mein Arzt begeistert“, sagt Matthäs, der zuvor drei Jahre beim Ludwigsfelder FC spielte, und lobt die „1a Bedingungen“ beim RSV.

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Aufgrund der Anfang November unterbrochenen Oberliga-Saison verpasste er bislang nur fünf Punktspiele. Ohne Corona wären es jetzt schon 17 gewesen. „Aus dieser Sicht habe ich natürlich Glück. Durch den fehlenden Fußball gerate ich auch nicht so sehr in die Versuchung, zu früh wieder anzufangen.“ Mirko Jablonowski

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