16. April 2021 / 19:38 Uhr

BSC Süd 05 engagiert bekannteste deutsche Sportkanzlei und prüft Klage gegen NOFV-Beschluss

BSC Süd 05 engagiert bekannteste deutsche Sportkanzlei und prüft Klage gegen NOFV-Beschluss

Marcus Alert
Märkische Allgemeine Zeitung
Am fünften Spieltag der NOFV-Oberliga Nord trennen sich der RSV Eintracht und der Brandenburger SC Süd 05 2:2-unentschieden.
Sammelten in neun Oberligaspielen nur fünf Punkte: Die Kicker des Brandenburger SC Süd 05. © Benjamin Feller
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NOFV-Oberliga Nord: Der Tabellenletzte der Oberliga Nord muss nach der Entscheidung des NOFV-Präsidiums den Gang in die Brandenburgliga antreten. Um das zu verhindern, holt man sich nun Rat von der Kanzlei Schickhardt.

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Der Brandenburger SC Süd 05 prüft rechtliche Mittel gegen den vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) am Freitagabend beschlossenen Abstieg aus der Oberliga Nord. BSC-Präsident Peter Janeck hatte sich sofort nach der Entscheidung des Spielausschusses, die den Vorschlag der Regelung vor 14 Tagen gemacht hatte, die Dienste einer namhaften Anwaltskanzlei gesichert. Bereits am Dienstag hatte die auf Sportrecht spezialisierte Kanzlei Schickhardt eine rechtliche Stellungnahme an das NOFV-Präsidium geschickt.

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Die zeigte aber offensichtlich keine Wirkung. Die Kanzlei des wohl bekanntesten deutschen Sportanwalts Christoph Schickhardt hat in der Vergangenheit schon Fußballklubs wie Hertha BSC, VfL Wolfsburg oder Eintracht Frankfurt vertreten. Bei gut 800 Fällen des DFB-Sportgerichtes saßen sie mit am Tisch. Schickhardt ist auch Anwalt von Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp.

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„Wir warten jetzt auf die Begründung und werden dann mit der Kanzlei entscheiden, ob wir klagen“, so Janeck. Aus sportlicher Sicht sei der Beschluss kaum nachzuvollziehen. Denn schließlich sei nicht einmal ein Drittel der Saison gespielt gewesen. Der MSV Neuruppin steigt dagegen bei noch 25 ausstehenden Spielen in die Oberliga auf. Und das nach fünf Siegen, einer Niederlage und einem Remis.

Das Präsidium des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) hat am Freitag der Empfehlung des Spielausschusses über den Abbruch und die Wertung der Oberliga-Saison entsprochen. Damit ist klar, dass der BSC Süd 05 absteigen muss. Denn nach nur neun von 32 Spieltagen rangieren die Brandenburger auf Platz 17. Da der FC Strausberg sein Team freiwillig zurückgezogen hat, muss der FC Lok Stendal als Tabellenvorletzter nicht absteigen. In der Süd-Staffel trifft es Wacker Nordhausen und den FC Carl Zeiss Jena II.

In der Mitteilung des NOFV heißt es: „In der NOFV-Oberliga sieht die modifizierte Auf- und Abstiegsregelung zwei Absteiger aus jeder Staffel (insgesamt vier Mannschaften) vor. Für das Spieljahr 2021/2022 wurde die Staffelstärke der Oberliga auf maximal 36 Mannschaften festgelegt.“ Das NOFV-Präsidium, das diesen Beschluss gefasst hat, wird vom DFB-Vize Hermann Winkler, der zugleich Chef des sächsischen Fußballverbandes ist, geleitet. Vertreter des Fußballverbandes Brandenburg sind unter anderem Jens Kaden und Fred Kreitlow.