26. September 2021 / 11:43 Uhr

BVB-Boss Watzke fehlt Verständnis für Dahoud-Platzverweis – Dortmund-Profi entschuldigt sich

BVB-Boss Watzke fehlt Verständnis für Dahoud-Platzverweis – Dortmund-Profi entschuldigt sich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hans-Joachim Watzke kritisierte Schiedsrichter Deniz Aytekin nach der Roten Karte gegen Mo Dahoud.
Hans-Joachim Watzke kritisierte Schiedsrichter Deniz Aytekin nach der Roten Karte gegen Mo Dahoud. © IMAGO/Team 2/Thomas Bielefeld (Montage)
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Es war die meist diskutierte Szene des Spiels. BVB-Profi Mahmoud Dahoud musste bei der Pleite gegen Gladbach nach einer abfälligen Handbewegung in Richtung von Schiedsrichter Deniz Aytekin mit der Gelb-Roten Karte vom Platz. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke holte zu Kritik am Unparteiischen aus.

Es war die Schlüsselszene im Topspiel der Bundesliga zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund: In der 40. Minute wurde BVB-Profi Mahmoud Dahoud frühzeitig zum Duschen geschickt. Der Mittelfeldspieler hatte sich nach seinem zweiten geahndeten Foul zu einem abwertenden Abwinken in Richtung Schiedsrichter Deniz Aytekin hinreißen lassen. Die Konsequenz: Aytekin zückte die Ampelkarte, die Westfalen mussten eine komplette Halbzeit in Unterzahl spielen. Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hält die Entscheidung des Referees für überzogen und kritisierte das Auftreten des Referees. So monierte er im "Doppelpass" von Sport 1 das mangelnde "Fingerspitzengefühl" von Aytekin.

Der Unparteiische hätte "wie ein Kapellmeister" durch seine "Mimik und Gestik zusätzliche Hektik" ins Spiel gebracht. "Das ist nicht so, wie ich mir einen Schiedsrichter wünsche". Die Situation hätte man aus der Sicht von Watzke daher auch anders lösen können. "Der Protest von Dahoud war jetzt nicht außergewöhnlich schlimm, bei aller Liebe. Das ist auch ein Reflex", erklärte Watzke und skizzierte die Aufgabe des Schiedsrichters. "Du hast eine Verantwortung für ein Spiel, es ist doch völlig klar, wenn du in der ersten Halbzeit eine Gelb-Rote Karte zeigst in einem engen Spiel, was sehr emotional ist, dann veränderst du die Statik des Spiels massiv. Da ist ja die Frage: Wollen wir das? Da musst du den Druck rausnehmen und nicht durch Gestik und Mimik den Druck aufbauen."

Bei allem Verständnis für die Rolle des Schiedsrichters als Respektsperson brachte auch Trainer Marco Rose im Nachgang der Partie seinen Unmut zum Ausdruck. "Sowohl Spieler als auch Trainer sollten versuchen, solche Dinge zu unterlassen. Aber zu sagen, ich setze ein Zeichen, finde ich ein bisschen zu einfach. Dann ist es eine Frage der Linie. Entweder alle oder gar keiner. Wenn ich eine solche Karte gebe, haben wir in den nächsten Wochen eine Menge Gelb-Rote Karten", kritisierte er.

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Watzke: "Es ist nicht total respektlos"

Trotz aller Kritik an Aytekin wollte Watzke jedoch auch klarstellen, dass der Fehler zunächst vom Dortmunder Profi selbst begangen wurde. "Mo ist der Hauptverantwortliche dafür, das weiß er auch und das brauchen wir auch nicht kleinreden", so der BVB-Boss weiter, fügte jedoch auch an. "Es ist nicht total respektlos, das gibt es sicherlich ein paar Möglichkeiten mehr, das zu machen." Dahoud hatte sich bereits über Instagram mit einer Nachricht an seine Follower bei allen Beteiligten entschuldigt. "Sorry an das Team und die Fans! Mir ist ein respektvoller Umgang auf und neben dem Platz wichtig", heißt es in dem Post des 25-Jährigen.

Der BVB verlor die Partie gegen Gladbach auch bedingt durch die frühe Rote Karte mit 0:1 und kassierte die zweite Saisonpleite. Damit rutschen die Westfalen auf den vierten Rang zurück. Viel Zeit, den Frust über die Niederlage zu vertreiben, bleibt nicht. Schon am Dienstag will der BVB im zweiten Gruppenspiel der Champions League gegen Sporting Lissabon Wiedergutmachung betreiben. Trainer Rose ist guter Dinge: "Wir werden das verarbeiten, damit wir am Dienstag wieder unseren Mann stehen."