22. Februar 2022 / 19:08 Uhr

Chelsea, ManUnited, Atletico & Co.: Die zweiten acht Champions-League-Achtelfinalisten im Form-Check

Chelsea, ManUnited, Atletico & Co.: Die zweiten acht Champions-League-Achtelfinalisten im Form-Check

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sind in der Champions League gefordert: Kai Havertz (von links) mit dem FC Chelsea, Cristiano Ronaldo mit Manchester United und Luis Suarez mit Atletico Madrid.
Sind in der Champions League gefordert: Kai Havertz (von links) mit dem FC Chelsea, Cristiano Ronaldo mit Manchester United und Luis Suarez mit Atletico Madrid. © Getty Images (Montage)
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Am Dienstagabend beginnt in der Champions League der zweite Teil des Achtelfinals. Vier Spiele stehen auf dem Programm. Highlight ist sicher die Partie zwischen Atlético Madrid und Manchester United. Der SPORTBUZZER nimmt aber auch die anderen Mannschaften unter die Lupe.

Nachdem in der vergangenen Woche bereits acht Mannschaften in ihren Achtelfinal-Hinspielen in der Champions League im Einsatz waren, startet am Dienstagabend die zweite Rutsche in die K.o.-Runde. Doch wie sind die acht Teilnehmer vor der entscheidenden Phase im Wettbewerb in Form? Kommt der FC Chelsea mit den Nationalspielern Kai Havertz, Timo Werner und Antonio Rüdiger für eine Titelverteidigung wirklich in Frage? Und besteht Ralf Rangnick mit Superstar Cristiano Ronaldo in der nicht einfachen Atmosphäre in der Heimspielstätte von Atlético Madrid? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

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FC Chelsea

Das Team von Trainer Thomas Tuchel ist Titelverteidiger und zählt auch in diesem Jahr wieder zu den heißen Anwärtern auf den Henkelpott – Gegner Lille dürfte da kein Stolperstein sein. "Wir sollten nicht so viel darüber nachdenken, wie die anderen uns gegen Lille als Favoriten sehen“, warnte Tuchel zwar, die Rollen sind jedoch klar verteilt. Chelsea gewann vor knapp zwei Wochen das Finale der Klub-WM in Abu Dhabi gegen den brasilianischen Vertreter Palmeiras Sao Paulo, den Gewinner der Copa Libertadores, mit 2:1 nach Verlängerung. Erneut wurde Kai Havertz zum Titel-Garanten für die Londoner. Der Nationalspieler traf kurz vor Ende der Verlängerung (117.) zum Sieg per Hand-Elfmeter. Schon im Champions-League-Finale im Mai gegen Manchester City hatte Havertz das Tor zum Titel geschossen. In der Premier League allerdings dürften die Londoner ins Titelgeschehen nicht mehr eingreifen. Auf Platz drei hat das Team bereits 13 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Manchester City, gewann am Wochenende erst kurz vor Schluss bei Crystal Palace. Abseits des Liga-Alltags ist jedoch noch alles drin: Im League Cup steht das Tuchel-Team im Finale (27. Februar) gegen den FC Liverpool und auch im FA-Cup besteht noch die Chance auf den Titel – so wie in der Königsklasse.

OSC Lille

Der französische Meister der vergangenen Saison kommt in dieser Spielzeit einfach nicht vom Fleck. In der Tabelle steht die Mannschaft von Trainer Jocelyn Gouvennec nach 25 Spieltagen nur auf Platz elf. Der Rückstand auf Spitzenreiter Paris St. Germain beträgt satte 23 Punkte, der auf einen Europapokalplatz allerdings nur vier Zähler. Insgesamt ist das Team, in dem Ex-Bayern-Profi Renato Sanches kickt, nicht konstant genug. Der Saisonstart verlief schwach, im November des letzten Jahres hatte sich die Mannschaft dann gefangen und eine Serie von neun Spielen am Stück ohne Niederlage hingelegt. Allerdings: In diesem Jahr gab es aus sechs Spielen erst zwei Siege. Dazu ist der amtierende Meister nicht gefährlich genug: Erst 32 Saisontore gelangen in 25 Spielen – kein guter Wert. Ein gutes Omen: Auf internationalem Terrain scheint es zu klappen: In der Gruppenphase der Champions League kassierte Lille nur eine Niederlage. Aus dem französischen Pokalwettbewerb sind die Franzosen indes bereits ausgeschieden.

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FC Villarreal

Das "Gelbe U-Boot", wie das Team aus Spanien wegen seiner Trikotfarbe auch genannt wird, ist der amtierende Sieger der Europa League und schaffte trotz zweier Niederlagen als Gruppenzweiter hinter Manchester United den Einzug in das Achtelfinale. Auf dem Papier dürfte Gegner Juventus Turin über die besseren Einzelspieler verfügen, der FC Villarreal besticht aber durch mannschaftliche Geschlossenheit. In der Liga belegt das Team aktuell Rang sechs, hat aber nur drei Punkte Rückstand auf einen Champions-League-Platz. Und die Formkurve zeigt nach oben: Seit vier Spielen ist die Mannschaft von Unai Emery ungeschlagen und erzielte bei drei Siegen neun Tore. Gegen Tabellenführer Real Madrid gab es ein 0:0. Vor allem zu Hause ist Villarreal nicht zu unterschätzen, in der spanischen La Liga gibt es nur drei Teams die heimstärker sind. Die "Alte Dame" ist also gewarnt.

Juventus Turin

Für den italienischen Rekordmeister läuft es in der Liga nur schleppend. Auf Platz vier beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter AC Mailand bereits neun Punkte. In der Champions League setzte sich die "Alte Dame" allerdings souverän als Gruppensieger vor dem FC Chelsea durch, gegen den es die einzige Niederlage (bei fünf Siegen) in der Gruppenphase setzte. Allerdings hat Juve vor der Partie beim heimstarken FC Villarreal mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen. Vor allem die Abwehr ist stark gebeutelt. Das bärenstarke Europameister-Duo Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci fällt aus und auch Daniele Rugani fehlt. Damit ist mit Matthijs de Ligt nur ein etatmäßiger Innenverteidiger im Kader. Auch in der Offensive plagen Trainer Massimiliano Allegri Probleme. Neben Europameister Federico Chiesa muss auch Zauberfuß Paulo Dybala passen. Der Argentinier hatte sich im letzten Ligaspiel eine Muskelverletzung zugezogen. Alle Hoffnungen ruhen daher auf Winterneuzugang Dusan Vlahovic, der im Winter für 70 Millionen Euro aus Florenz nach Turin kam.

Benfica Lissabon

In der Gruppenphase landeten die Portugiesen hinter Bayern München, gegen die sie zwei dicken Klatschen (0:4, 2:5) kassierten, auf dem zweiten Platz. In der heimischen Liga steht das Team von Ex-BVB-Profi Julian Weigl auf Rang drei und hat bereits zwölf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Porto. Allerdings: Benfica ist vor allem in der Offensive eine echte Hausnummer. 60 Tore in 23 Ligaspielen sprechen für sich – kein anderer Klub in Portugal kann mehr aufweisen. Dazu stellt das Team mit Darwin Nunez auch den besten Torjäger der Liga (18 Tore in 19 Spielen), der auch gegen Ajax für die nötigen Tore sorgen soll. Ende des vergangenen Jahres wurde der Vertrag mit Trainer Jorge Jesus aufgelöst, seitdem hat Nélson Veríssimo das Kommando. Zuletzt gab es am vergangenen Wochenende bei Boavista Porto (Platz zwölf) aber nur ein 2:2.

Ajax Amsterdam

Das Top-Team aus den Niederlanden ist so etwas wie der Geheimfavorit der Königsklasse. Wer wissen will warum, könnte bei Borussia Dortmund nachfragen. Der Tabellenzweite der Bundesliga kassierte eine 0:4 und eine 1:3-Niederlage gegen Ajax, das alle Spiele der Gruppenphase gewann und mit 18 Punkten in die K.o.-Runde rauschte. Mit zehn Treffern in sechs Spielen stellt das Team mit dem ehemaligen Frankfurter Sebastien Haller zudem den besten Torjäger der aktuellen Königsklassen-Saison. Mit insgesamt 20 Treffern in der Champions League bildet das Amsterdam-Team hinter Bayern München die erfolgreichste Offensive. In der Liga feierte Ajax zuletzt den siebten Sieg in Serie und ist mit 57 Punkten und fünf Zählern Vorsprung Tabellenführer. Zudem lässt die Defensive aufhorchen: Ajax kassierte in 23 Ligaspielen nur fünf (!) Gegentreffer. Das sind im Schnitt 0,2 Gegentore pro Spiel - eine beeindruckende Bilanz.

Atlético Madrid

Der Meister der vergangenen spanischen Saison wird dieses Jahr auf den La Liga-Titel verzichten müssen. Als Tabellenfünfter hat Atlético bereits 15 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Real Madrid. In der Champions League schaffte das Team von Trainer Diego Simeone mit Ach und Krach den Einzug in die K.o.-Runde. Mit drei Niederlagen und nur sieben Punkte reichte es dennoch für Platz zwei. Insgesamt sind die als Defensivkünstler geltenden Spanier in dieser Spielzeit sehr anfällig, was gegen die Offensivpower von Manchester United mit Cristiano Ronaldo & Co. zum Problem werden könnte. 34 Gegentore gab es bereits in Spanien, kein Team aus der oberen Tabellenhälfte hat mehr kassiert. Deshalb war der 3:0-Sieg am vergangenen Wochenende bei Osasuna extrem wichtig für die Psyche der Wackel-Abwehr.

Manchester United

Der Klub von Ralf Rangnick steht unter Druck. Durch den Sommertransfer von Cristiano Ronaldo sollen endlich wieder Titel her. In der Premier League wird das eher nichts mehr. Auf Platz vier liegend hat ManUnited bereits 17 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer und Rivalen Manchester City. In der Champions League startete das Team mit einer peinlichen Pleite bei den Young Boys Bern (1:2), damals noch unter Ex-Trainer Ole Gunnar Solksjaer. In der Folge gab es aber drei Siege und zwei Unentschieden, welche die "Red Devils" zum Gruppensieg hievten. In den vergangenen Wochen wurde allerdings immer wieder von internen Unstimmigkeiten berichtet, in deren Fokus auch Rangnick und sein Verhältnis zu Ronaldo stand. Doch die Formkurve stimmt gerade unter dem deutschen Trainer: Die letzten fünf Spiele blieb das Team ungeschlagen, gegen Leeds United gewann der Klub am vergangenen Wochenende mit 4:2.