17. April 2021 / 18:18 Uhr

Chemie Leipzig bekam Grenzen aufgezeigt: Testspiel-Niederlage gegen Havelse

Chemie Leipzig bekam Grenzen aufgezeigt: Testspiel-Niederlage gegen Havelse

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
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Grund zum jubeln hatten nur die Gäste. © Dennis Weißflog
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Am Samstag testete Chemie Leipzig gegen den Tabellenführer der Regionalliga Nord (Südstaffel) TSV Havelse. Dabei zeigten sich die Leutzscher in keiner guten Form und verloren mit 0:2. Auch Trainer Jagatic war nach dem Spiel unzufrieden und enttäuscht.

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Leipzig. Erneuter Test für die BSG Chemie: Gegen Nord-Regionalligist TSV Havelse setzte es eine 0:2-Niederlage. Laut Chemie-Coach Miro Jagatic durchaus verdient: „Wir haben heute vieles von dem vermissen lassen, was uns bisher so stark gemacht hat!“ Im Hinblick auf den anstehenden Sachsenpokal mit dem Viertelfinale sprach der Trainer von einem „Schuss vor den Bug zur rechten Zeit“.

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Der Tabellenführer der Südstaffel der Regionalliga Nord zeigte sich von Beginn an als bisher stärkster Testspielgegner der Leutzscher. Bissig, agil und spielsicher ging es nach vorn. Chemie hielt dagegen, hätte in Führung gehen können, aber Stephane Mvibudulu wartete zu lange vor Torwart Quindt, so dass dieser letztlich klären konnte (7.). Das genau getimte Zuspiel kam übrigens von Testspieler Ken Krolicki, der sich nach dem internen Test in der vergangenen Woche nun nochmal zeigen sollte. Der US-Amerikaner verletzte sich jedoch nach 27 Minuten und musste mit einer Schulterverletzung vom Platz.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder zur Testspiel-Niederlage von Chemie gegen Havelse

Chemie Leipzig bekam im Testspiel gegen Havelse die Grenzen aufgezeigt. Die Jagatic-Truppe verlor mit 0:2. Zur Galerie
Chemie Leipzig bekam im Testspiel gegen Havelse die Grenzen aufgezeigt. Die Jagatic-Truppe verlor mit 0:2. ©

Stattdessen gingen die Gäste in Führung, als Burim Halili gegen Teichgräber zu spät kam und einen Strafstoß verursachte. Jaeschke ließ Benny Bellot keine Chance, es stand 0:1 (23.). Munter ging es weiter hin und her, Chemie mit guter Gelegenheit für Lucas Surek, der aber am Torwart scheiterte (25.). Havelses Rechtsaußen Damer, der bei etlichen Dritt- und Zweitligisten auf dem Zettel steht, hätte beinahe das zweite Tor für die Gäste erzielt, der Ball ging aber knapp vorbei (27.).

Handlungsschnelligkeit und Genauigkeit fehlte

Kurz vor der Halbzeit traf es Chemie ein zweites Mal bitter, als auch Abwehrspieler Manu Wajer verletzt vom Platz humpelte. Bei ihm gab es aber später Entwarnung, es handelt sich lediglich um eine Prellung. In Hälfte zwei ging die Schere immer weiter auseinander. Havelse zeigte beständig, warum man mit großer Wahrscheinlichkeit als Spitzenreiter der Regionalliga Nord am 12. und 17. Juni gegen den Vertreter der Bayern-Liga um den Aufstieg in die 3. Liga spielt, sollte die Saison in der Regionalliga Nord abgebrochen werden.

Engagiert und nimmermüde gingen es für die Nordlichter in erster Linie darum, weiter Spielpraxis zu sammeln und sich für das mögliche große Saisonfinale Mitte Juni in Form zu bringen. Für Chemie gilt das ja auch, da es bereits in 14 Tagen voraussichtlich zum Pokal-Viertelfinalspiel gegen einen am kommenden Montag zu ermittelnden Gegner kommt – es sei denn, die Chemiker ziehen ein Freilos. Fast wäre es ihnen zu wünschen, denn es gibt noch einiges zu tun, wie die zweite Halbzeit deutlich zeigte.

Chemie nun klar unterlegen, oft einen Schritt zu langsam, es fehlte an Handlungsschnelligkeit und Genauigkeit. Viele Fehlpässe und falsche Entscheidungen prägten das Geschehen, Havelse hielt das Niveau weitgehend und war immer gefährlich. Der exzellente Damer erzielte schließlich das 0:2, als er drei Gegenspieler aussteigen ließ und aus der Drehung platziert in linke untere Eck traf (65.). Kurz zuvor hatte Youngster Tom Müller eine Gelegenheit zum Ausgleich, zielte jedoch vorbei (64.). Die Gäste waren dem dritten Treffer nun näher als die Gastgeber einem Anschlusstor, es blieb beim 0:2.

"Nicht sauber genug gespielt"

Schmerzlich vermisst wurden die verletzten Florian Kirstein (Bänderverletzung), Andy Wendschuch (Wade) und der langzeitverletzte Björn Nikolajewski, denn gerade vorn vermisste man die Schnelligkeit eines Kirstein beim zeitigen Stören, und auf der Sechserposition offenbarte sich ebenfalls Verbesserungspotential.

 „Havelse war oft einen Schritt schneller als wir, wir haben alle nicht sauber genug gestört und gespielt. Ich bin überhaupt nicht zufrieden, enttäuscht bin ich auch von den Spielern, die sich hätten anbieten können. Wir können froh sein, dass wir mal richtig geerdet wurden, das kam zur genau richtigen Zeit, um für den Pokal bereit zu sein“, machte Jagatic seiner Enttäuschung Luft. Jan Zimmermann, Trainer von Havelse, sah die Gastgeber zumindest anfangs gut: „Chemie ist immer wieder gefährlich geworden, aber aufgrund der Spielanteile in der zweiten Halbzeit geht der Sieg in Ordnung, Wir haben einen aufschlussreichen Test gewollt, und den haben wir bekommen“, sagte Jan Zimmermann.

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Die beiden Trainer, die sich lange kennen und befreundet sind, fachsimpelten noch lange nach Spielende über die Schwierigkeiten, die der Lockdown und die fast sechsmonatige Wettkampfpause mit sich bringen. „Da brauchst du noch Wochen, um wieder auf das richtige Niveau zu kommen“, sagte Zimmermann. So viel Zeit hat Chemie aber nicht. Pokal ist am 1. Mai. Es ist einiges zu tun.