09. April 2021 / 19:03 Uhr

Christophe Achten ist nicht mehr Trainer der Netzhoppers KW-Bestensee

Christophe Achten ist nicht mehr Trainer der Netzhoppers KW-Bestensee

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Christophe Achten war seit April 2020 Cheftrainer der Netzhoppers KW-Bestensee. Noch nur einer Saison endet nun sein Engagement.
Christophe Achten war seit April 2020 Cheftrainer der Netzhoppers KW-Bestensee. Noch nur einer Saison endet nun sein Engagement. © Verein
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Volleyball-Bundesliga: Die Familie steht über der über Sport-Familie. Mit den Netzhoppers KW-Bestensee schrieb der Belgier Christophe Achten Geschichte, doch nach nur einem Jahr verlässt der Trainer den Volleyball-Bundesligisten.

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Die Netzhoppers KW-Bestensee müssen sich einen neuen Trainer suchen. Chefcoach Christophe Achten verlässt den Volleyball-Bundesligisten. Er werde seinen noch laufenden Vertrag in der kommenden Saison aus familiären Gründen nicht erfüllen, teilte der Verein am Freitag mit.

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„Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Die Netzhoppers sind für mich eine Familie geworden, aber meine kleine Tochter können sie nicht ersetzen“, begründete der 42-jährige Belgier seine Entscheidung.

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In den zurückliegenden Wochen hatte es sich bereits angedeutet, dass die familiäre Situation für Achten kompliziert war. Im Dezember kam seine Tochter Estée zur Welt. So oft es nur ging, besuchte die junge Familie den Volleyball-Trainer in seiner Zweitheimat Dahmeland oder Achten fuhr in seinen 700 Kilometer entfernten Wohnort Ranst. Vor der Corona-Pandemie gab es diverse Flugverbindungen von Berlin nach Belgien. Doch die wurden größtenteils eingestellt, was die Situation für ihn zusätzlich erschwerte.

Dazu kamen die Belastungen, die eine erfolgreiche Saison für einen Trainer mit sich bringt. Unter Achten schafften es die Netzhoppers erstmalig in das DVV-Pokalfinale in Mannheim, qualifizierten sich nach einer intensiven Hauptrunde zudem als Sechster für das Playoff-Viertelfinale, in dem sie zuletzt 2017 gestanden hatten. So blieb für den Trainer kaum noch Zeit für die Reise nach Hause zu Frau und Tochter. „Ein Zustand, der dem jungen Papa von Tag zu Tag schwerer fiel“, heißt es in der Vereinsmitteilung.

Bei den Netzhoppers kann man die Entscheidung von Christophe Achten nachvollziehen. „Die Familie ist das Wichtigste im Leben und ein Kind verändert nun mal alles“, erklärte Manager Frank Strecker. „Natürlich entlassen wir Christophe aus dem bestehenden Vertrag und verzichten unter diesen Umständen auch auf die Ablöse. Wir wollen der jungen Familie nicht im Wege stehen. Schließlich sind wir ja auch ein familiärer Verein.“ Der scheidende Headcoach wird den Netzhoppers jedoch weiterhin zur Seite stehen. Achten kündigte an, den Verein bei der Kaderplanung zu unterstützen.

Parallel dazu werden die Verantwortlichen der Netzhoppers den Markt nach einem Nachfolger für die Position von Achten durchforsten. „Wir wollen natürlich an die Erfolge der Saison 2020/21 anknüpfen“, kündigte Vereinspräsident Edmund Ahlers an. „Da werden wir jetzt keinen Schnellschuss machen, sondern potenzielle Kandidaten prüfen und bedacht entscheiden. Christophe hat Großes geleistet. Das gilt es zu ersetzen.“ Achten war 2020 vom TV Rottenburg zu dem Brandenburger Club gewechselt, wo er die Nachfolge von Mirko Culic antrat, der das Amt zuvor zwölf Jahre lang inne gehabt hatte.