28. August 2020 / 07:26 Uhr

Dani Olmo über RB Leipzig: "Stadt, Klub, Teamkollegen - es passt hier alles"

Dani Olmo über RB Leipzig: "Stadt, Klub, Teamkollegen - es passt hier alles"

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Dani Olmo spricht im Interview über seine bisherige Zeit bei RB Leipzig.
Dani Olmo spricht im Interview über seine bisherige Zeit bei RB Leipzig. © imago images
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Anfang des Jahres wechselte Dani Olmo von Dinamo Zagreb zu den Roten Bullen. Seine erste Zeit bei RB Leipzig war mit dem Champions-League-Halbfinale gleich eine aufregende. Im SPORTBUZZER-Interview spricht der 22-Jährige Spanier über die kommende Begegnung mit der Nationalmannschaft gegen Deutschland, die erste Halbserie in Leipzig und einem Wechsel von Lionel Messi zu RB.

Leipzig. Spaniens Auswahltrainer Luis Enrique, 50, hat für die Nations-League-Partien gegen Deutschland (3. September in Stuttgart) und in Madrid gegen die Ukraine (6. September) einen leibhaftigen Roten Bullen nominiert. RB-Offensiv-Ass Dani Olmo (22/Vertrag bis 2024/Ablöse über 20 Millionen Euro) über seine Berufung ins Star-Ensemble um Bayern-Ikone Thiago, 29, das Wiedersehen mit Timo Werner, 24, seinen 2014er Wechsel von Barcelona nach Zagreb, das Abenteuer Champions League und den neuen Verein von Herrn Messi, 33.

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Die Profis von Bundesligist RB Leipzig haben acht Trage nach dem verlorenen Halbfinale der Champions League am Mittwoch wieder das Training aufgenommen. Neben den Neuzugängen Hee-chan Hwang und Benjamin Henrichs stand auch der neue Co-Trainer Xaver Zembrod auf dem Platz. Zur Galerie
Die Profis von Bundesligist RB Leipzig haben acht Trage nach dem verlorenen Halbfinale der Champions League am Mittwoch wieder das Training aufgenommen. Neben den Neuzugängen Hee-chan Hwang und Benjamin Henrichs stand auch der neue Co-Trainer Xaver Zembrod auf dem Platz. ©

SPORTBUZZER: Beim 7:0 gegen Malta haben Sie in der spanischen Nationalmannschaft debütiert. Jetzt sind Sie bei, sorry, richtigen Länderspielen dabei. Gutes Gefühl?

Dani Olmo (22); Ein sehr gutes und ein wichtiger Schritt für mich. Es ist eine große Ehre und Lohn harter Arbeit. Ich werde jede Minute, die mir der Trainer gibt, genießen, will das Vertrauen rechtfertigen.

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Am 3. September sehen Sie Timo Werner wieder. Vermissen Sie Ihn?

Timo ist ein Superspieler und war ein immer positiv eingestellter Teamkollege. Ich freue mich aufs Wiedersehen. Das Spiel gegen Deutschland wird ein enges Match, ihr habt auch eine sehr gute Mannschaft. Die Chancen stehen 50/50, denke ich.

15 Spiele, fünf Tore, eine Vorlage. Wie zufrieden sind Sie mit ihrer ersten Halbserie in Leipzig?


Ich freue mich, dass ich so oft zum Einsatz gekommen bin. Es passt hier alles: Stadt, Klub, Teamkollegen. Es geht immer besser, aber insgesamt war die Rückrunde für mich persönlich ganz gut. Ich bin erst 22, kann und muss noch viel lernen. Unter anderem auch mehr Deutsch, das ist klar.

Nach der Corona-Pause waren sie raus aus der ersten Elf, haben dann das offenbar befruchtende Gespräch mit Julian Nagelsmann gesucht. Haben Sie ihm gesagt, dass er Sie endlich als Zehner kicken lassen soll?

Wir haben gesprochen, das stimmt. Sowieso sprechen wir viel miteinander, Spieler und Trainer. Alle haben ein gutes Verhältnis. Die Inhalte sind aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Am Ende zählt die Leistung auf dem Platz. Ich habe jeden Tag an mir gearbeitet, meine Chance bekommen und sie genutzt. Dass meine Lieblingsposition die 10 ist, ist übrigens richtig.

Was war der Unterschied zwischen den Champions-League-Partien gegen Atletico Madrid und Paris St. Germain?

Das eine haben wir gewonnen, das andere nicht. Es waren zwei völlig unterschiedliche Gegner, zwei völlig andere Spiele. Das 2:1 gegen Atletico war fantastisch, für jeden Einzelnen von uns, auch für mich, weil ich mit meinem Tor dem Klub geholfen habe. Diesen Einzug ins Halbfinale kann uns keiner mehr nehmen, er hat den Verein auf ein neues Level gehoben. Paris war dann einfach besser.

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Das war ernüchternd: RB Leipzig präsentierte sich im Halbfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain über weite Strecken seltsam gehemmt, passiv und ohne Ideen und verlor auch in dieser Höhe verdient mit 0:3. Zur Galerie
Das war ernüchternd: RB Leipzig präsentierte sich im Halbfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain über weite Strecken seltsam gehemmt, passiv und ohne Ideen und verlor auch in dieser Höhe verdient mit 0:3. ©

Und RB erwischte keinen Glanz-Tag.

Das war so. Aber ich sehe es wie der Trainer. Wir hätten gegen diese Pariser an diesem Tag auch mit einer Top-Leistung wahrscheinlich nicht gewonnen. Nach dem Abpfiff und im Hotel waren wir enttäuscht. Am nächsten Tag war da vor allem Stolz. Lissabon bleibt für immer.

Und macht Lust auf weitere, ähnlich erfolgreiche Expeditionen?

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Ja, wir haben nach wie vor hohe Ziele, großen Hunger auf Erfolg, wollen möglichst jedes Jahr Champions League spielen, in der Bundesliga und im Pokal ganz vorn dabei sein. Dafür müssen wir hart arbeiten und Gas geben.

Wie war der Masken-Ball für Sie, das Kicken ohne Fans?

Man gewöhnt sich ja an vieles, aber an Fußball ohne Fans kann und möchte ich mich nicht gewöhnen. Es war das kleinere Übel und natürlich besser als ein Abbruch der Saison. Jeder Fußballer liebt volle Stadien, auch ich. Wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, hoffe ich, dass wir bald wieder vor Fans spielen können.

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Sie haben mit zarten 15 die berühmte Jugendakademie des FC Barcelona, La Masia, verlassen und sich Dinamo Zagreb angeschlossen. Eine ungewöhnliche Rochade, Herr Olmo.

Aber eine, die mich geprägt und schnell hat reifen lassen. Die Jugendarbeit ist top, und ich war schon als 16-Jähriger regelmäßig oben bei den Profis. Das war hilfreich.

Lionel Messi sucht nach einem neuen Klub. Könnten Sie Ihre Barca-Beziehungen nicht spielen lassen und Herrn Messi nach Leipzig holen?

Schön wär’s. Messi würde jede Mannschaft der Welt verstärken. Er ist einer der Besten, die diesen Sport jemals gespielt haben. Ich bin gespannt, wo er hingeht.

Aber er läuft nicht mehr schrecklich viel.

Ich habe ihn zumindest immer eingeholt, wenn ich als Jugendspieler ein Foto mit ihm haben wollte. Davon habe ich noch ein paar zu Hause.