11. April 2021 / 18:53 Uhr

DEL-Urgestein Furchner sieht Saison-Endspurt wegen Corona als "Wettlauf gegen die Zeit" 

DEL-Urgestein Furchner sieht Saison-Endspurt wegen Corona als "Wettlauf gegen die Zeit" 

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sebastian Furchner von den Grizzlys Wolfsburg während der Actionaufnahmen am 06.10.2019 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von City-Press GmbH)
Sieht die DEL im Wettlauf gegen Corona: Sebastian Furchner, DEL-Urgestein und Kapitän der Grizzlys Wolfsburg. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
Anzeige

Etliche Teams kämpfen in der anstehenden Woche im Eishockey-Oberhaus noch um den Einzug in die Play-Offs. Binnen nur zwei Wochen soll danach der Titelträger ermittelt werden. DEL-Urgestein Sebastian Furchner von den Grizzlys Wolfsburg befürchtet mit Blick auf die Corona-Pandemie und sich häufenden Spiel-Ausfällen im Profisport: "Es wird ein Wettlauf gegen die Zeit!"

Anzeige

Es ist sportlich ein ganz enges Rennen um den Einzug in die Play-Offs im Eishockey-Oberhaus. Die Grizzlys Wolfsburg sind mittendrin. Ihr Kapitän Sebastian Furchner, der mit seinem 1061. DEL-Einsatz am Montag (18.30 Uhr) gegen Ingolstadt alleiniger Dritter in der Statistik der Akteure mit den meisten Einsätzen in der Liga werden wird, weist aber auf einen ganz wesentlichen Punkt hin: "Es wird ein Wettlauf gegen die Zeit. Ich kann nur noch einmal an alle appellieren, alles dafür zu tun, dass wir es hinkriegen und die Saison wie geplant durchbekommen."

Anzeige

Denn Corona rückt dem Profisport immer mehr auf den Pelz. Die DEL 2 brach die Hauptrunde vorzeitig ab, um die Play-Offs hinzubekommen. Fünf Teams sind in Quarantäne. In der Oberliga ist die Saison für die Hannover Indians im Viertelfinale deswegen als Verlierer ohne Spiel vorbei. In der 2. Fußball-Bundesliga fielen am Wochenende wegen Quarantäne drei Partien aus. Die Wolfsburger Fußball-Nationalspielerin Felicitas Rauch wurde positiv getestet, mit drei VfL-Team-Kolleginnen reiste sie vor dem anstehenden Länderspiel am Dienstag wieder ab und in Quarantäne.

Furchner sagt: "Ich finde, die DEL hat mit ihrem Spielplan alles richtig gemacht. Diskussionen darüber verstehe ich nicht. Klar ist Best Of Three nicht das, was man sich sportlich wünscht, aber in so einer Saison die sinnvollste Lösung. Das Sportliche muss da hinten anstehen. Die Liga hat das gut geplant. Wenn wir es durchkriegen, dann haben es alle gut gemacht, dann haben wir was geschafft."



Erreichen die Grizzlys die Play-Offs könnte Furchner noch in dieser Spielzeit auf Platz zwei der Vielspieler klettern. Sechs Einsätze braucht er noch. Doch der Mannschafts-Erfolg und "die Gesundheit aller Sportler" ist ihm dieser Tage wichtiger. Sportlich meint er: "Die letzten beiden Spiele haben wir recht gut gespielt. Aber die vergangenen Spiele haben nichts genützt, wenn wir nun wieder verlieren."

Zuversicht ist zurück

Allerdings: Die Zuversicht ist zurück, die Atmosphäre ist top. Auf der Rückfahrt nach dem 4:1 gegen Augsburg war Jan Nijenhuis ein gefeierter Mann. Er hatte sein erstes DEL-Tor geschossen. Das gönnten ihm alle. Furchner: "Er hat sich nie runterziehen lassen, hat nie Enttäuschung ausgestrahlt, obwohl er so lange warten musste." 59 DEL-Spiele genau. Und so scherzten die Kollegen, als auf der Rückfahrt an der Tankstelle ein Nachtgetränk geladen wurde: "Jan, du auch eins oder schaust du immer noch dein Tor an."

Auch Coach Pat Cortina freute sich für den Youngster. "Er war oft so nah dran, ich bin sehr glücklich, dass ihm nun das Tor gelungen ist." Cortina hatte den 19-Jährigen seit ein paar Partien als Center eingesetzt, damit Gerrit Fauser für die Flügelposition freigemacht. Der Coach, unter dem sich auch der weiterhin angeschlagene Valentin Busch stark entwickelt hatte, über die Umschulung von Nijenhuis: "Jan ist ein intelligenter Spieler, stark am Puck." Die Reihe mit ihm, Phil Hungerecker und Maximilian Adam, eigentlich eher ein Verteidiger, funktioniert und harmoniert. Und auch Fauser blühte sofort wieder auf.

Nicht einmal 24 Stunden nach dem bitteren, späten 3:4-K.o. in München hatten die Grizzlys in Augsburg 4:1 gewonnen. Verdient. Manager Charly Fliegauf: "Diese Antwort war gut. Die Mannschaft funktioniert, die Jungs arbeiten füreinander, unterstützen sich gegenseitig. Jetzt haben wir es wieder selbst in der Hand." Aber: "Es ist noch nichts erreicht. Es wartet noch eine entscheidende Woche!" Im sportlichen Kampf und im Wettrennen gegen die Pandemie.

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!