17. Oktober 2021 / 17:19 Uhr

Demontage in sieben Minuten: FC Bayern zerlegt Bayer Leverkusen dank Wahnsinns-Halbzeit

Demontage in sieben Minuten: FC Bayern zerlegt Bayer Leverkusen dank Wahnsinns-Halbzeit

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Dank einer furiosen ersten Halbzeit zerlegt der FC Bayern die Werkself am Sonntagnachmittag. 
Dank einer furiosen ersten Halbzeit zerlegt der FC Bayern die Werkself am Sonntagnachmittag.  © IMAGO/RHR-Foto
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45 Minuten für die Geschichtsbücher: Dem FC Bayern München hat im Topspiel gegen Bayer Leverkusen eine Halbzeit genügt, um die Werkself komplett zu demontieren und am Ende sogar noch die Kräfte für das Champions League-Spiel unter der Woche gegen Benfica Lissabon zu schonen.

Der FC Bayern München hat seine Vormachtstellung in der Bundesliga mit einer eindrucksvollen Leistung im Topspiel gegen Bayer Leverkusen untermauert - und bleibt mit dem 5:1 (5:0) -Auswärtssieg in der BayArena Tabellenführer. Besonders in der ersten Halbzeit spielte die Mannschaft von Julian Nagelsmann wie von einem anderen Stern und nahm die in den Spielen zuvor so stark aufgetretene Werkself förmlich auseinander. Robert Lewandowski (3., 30. Minute), Thomas Müller (34.) und Serge Gnabry (35., 37.) sorgten mit ihren Treffern bereits für die klare Pausenführung. Da es die Bayern in den zweiten 45 Minuten etwas lockerer angingen, kam Patrik Schick (55.) noch zum Torerfolg für Bayer, das auf Ligaplatz drei abrutscht

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Die Bayern starteten mit der gleichen Elf in die Partie, die vor zwei Wochen überraschend in der Allianz Arena mit 1:2 gegen Eintracht Frankfurt verlor. "Wir haben natürlich überlegt. Wir haben ein paar Alternativen auf der Bank, aber wir wollen der ersten Elf von letzter Woche noch mal eine Chance geben, dass sie es wiedergutmachen", sagte Nagelsmann bei DAZN. Damit schenkte Nagelsmann auch Lucas Hernandez das Vertrauen. Ihm droht in Spanien eine Haftstrafe wegen der Missachtung eines Gerichtsurteils. Am Dienstag - dem Tag vor der Champions-League-Partie in Lissabon - muss der 25-jährige Franzose vor einem Strafgericht in Madrid erscheinen. Doch von den Problemen war beim Spiel keine Spur - und das Vertrauen Nagelsmanns sollte sich auszahlen.

Bayer Leverkusen - FC Bayern München: Die Noten der FCB-Profis zum Sieg im Topspiel

Die Bayern-Stars um Robert Lewandowski spielten sich gegen Leverkusen in eine Rausch und verdienten sich einige Bestnoten. Die Einzelkritik zum Durchklicken Zur Galerie
Die Bayern-Stars um Robert Lewandowski spielten sich gegen Leverkusen in eine Rausch und verdienten sich einige Bestnoten. Die Einzelkritik zum Durchklicken ©

Alles der Reihe nach: Bereits nach vier Minuten eröffnete Robert Lewandowski die Partie mit einem überragenden Hacken-Treffer nach einer Vorlage von Dayot Upamecano. Danach fing sich Bayer etwas, der deutsche Rekordmeister dominierte das Geschehen aber weiter. Zwischen der 30. und der 37. Spielminute drehten die Münchner so richtig auf: Wieder war es Lewandowski, der den Ball von Alphonso Davies direkt vor die Füße erhielt und locker aus wenigen Metern zum 2:0 einschob. Der amtierende Weltfußballer beendete damit seine Mini-Torkrise. Er hatte in den vergangenen vier Pflichtspielen nicht getrofen. Und danach wurde es richtig deutlich.

Nach 34 Minuten fälschte Müller einen Schuss von Niklas Süle aus dem Rückraum unhaltbar ab, direkt nach Wiederanstoß spielte der Torschütze den Ball perfekt in den Lauf von Gnabry. Der Außenbahnspieler spitzelte die Kugel vorbei an den erneut machtlosen Lukas Hradecky in den Kasten. Die Bayern hatten nach dem 4:0 aber immer noch nicht genug. Nur 120 Sekunden später war erneut Gnabry zur Stelle, verwertete einen Doppelpass mit Leon Goretzka zum 5:0-Halbzeitstand. Nur zweimal in der Bundesliga-Historie schossen zwei Auswärtsteams früher fünf Tore: Dortmund beim FC Schalke und Karlsruhe in Frankfurt (beide 1964).

Früh begann Julian Nagelsmann mit den ersten Auswechslungen, um seine Spieler für die kommenden Spiele (am Mittwoch geht es in der Champions League zu Benfica Lissabon) zu schonen. Den Anfang machte Alphonso Davies, der später als die meisten Nationalspieler von seiner Länderspielreise mit Kanada zurückgekehrt war - allerdings verletzungsbedingt . Er zog sich wohl eine Zerrung zu. Für ihn kam Entdeckung Josip Stanisic, der vor wenigen Tagen einen neuen Vertrag bis 2025 unterschrieben hatte. Ebenfalls früh runter durften Goretzka (46., Sabitzer), Lewandowski, Müller (beide 64., Musiala und Coman) und Süle (72., Richards).

Von Spektakel war in Halbzeit zwei dann keine Spur mehr. Die Bayern schalteten gleich mehrere Gänge zurück und begannen die Regeneration für das Topspiel in der Champions League bereits auf dem Platz. So kam Leverkusen sogar noch zum Ehrentreffer durch Schick (55.), der vom zuvor blassen Jung-Nationalspieler Florian Wirtz perfekt bedient wurde. Die Luft war jedoch komplett raus, sowohl auf dem Platz als auch bei den Fans auf der Tribüne, die die schwache Werkself jedoch nicht auspfiffen. Die Bayern spielten zwar weiter nach vorn. Im Abschluss fehlte jedoch die letzte Konsequenz, um die Demontage aus Halbzeit eins fortzuführen.