06. Oktober 2021 / 17:44 Uhr

"Denke immer, dass ich der beste Stürmer bin": Nmecha erhöht den Druck auf Wolfsburgs Weghorst

"Denke immer, dass ich der beste Stürmer bin": Nmecha erhöht den Druck auf Wolfsburgs Weghorst

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Klare Ansagen: Lukas Nmecha bewirbt sich für den Platz von Wout Weghorst (r.) im Sturm des VfL Wolfsburg.
Klare Ansagen: Lukas Nmecha bewirbt sich für den Platz von Wout Weghorst (r.) im Sturm des VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Lukas Nmecha traf beim 4:1 des VfL Wolfsburg im Test gegen den Hamburger SV dreimal. Er machte damit Eigenwerbung und erhöhte den Druck auf VfL-Top-Torjäger Wout Weghorst.

So geht Eigenwerbung: Lukas Nmecha traf beim Testspiel des VfL gegen Zweitligist Hamburger SV beim 4:1 dreimal und zeigte Trainer Mark van Bommel, dass er eine ernstzunehmende Alternative zum gesetzten Top-Torjäger Wout Weghorst im Sturmzentrum des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten sein kann.

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„Ich versuche, mich immer für die Startelf zu bewerben und habe Selbstvertrauen“, freute sich der U21-Europameister über seinen Dreierpack, den der gebürtige Hamburger ausgerechnet gegen die Rothosen erzielte. Dass das so war, bedeutete ihm nicht viel – auf seine Leistung wiederum dürfte er mächtig stolz gewesen sein. Nmecha sagte selbstbewusst: „Ich denke immer, dass ich der beste Stürmer bin.“ Gegen Hamburg war er bester Wolfsburger. Zunächst hatte er einen Schuss von Daniel Ginczek unhaltbar für HSV-Keeper Marko Johansson abgefälscht, dann traf er nach Zuspiel von Maximilian Philipp sehenswert mit der Hacke („Das war Instinkt, ich konnte es gar nicht mehr anders machen“), bevor er ein Pass in die Tiefe von Ridle Baku eiskalt im HSV-Tor versenkte.

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Und so lässt sich schon nach wenigen Wochen nach Nmechas Rückkehr zum VfL sagen: Diesmal wird es nicht wie im zweiten Halbjahr 2019 ein Missverständnis zwischen ihm und Wolfsburg geben. Damals war der U21-Europemeister schon nach einem halben Jahr verärgert gegangen, weil er unter Wolfsburgs Ex-Trainer Oliver Glasner (jetzt Eintracht Frankfurt) zu wenig Einsatzzeit bekommen hatte. Unter Mark van Bommel ist das anders, zudem ist Nmecha in seiner Entwicklung viel, viel weiter als noch vor zwei Jahren. Er ist gereift.

2019 war er insgesamt auf 827 Minuten im VfL-Trikot gekommen, jetzt steht er nach wenigen Wochen schon bei 307 Minuten. Viel wichtiger aber noch: Nmecha genießt eine ganz andere Wertschätzung. Damals war ihm kein Tor gelungen, in dieser noch jungen Saison sind es bereits zwei, eines weniger als der vorn gesetzte Weghorst, der jedoch in den letzten Spielen nicht so kaltschnäuzig war, wie man es eigentlich von ihm kennt. Dennoch ist Weghorst erst einmal unumstritten, dafür hat der niederländische Nationalspieler in den vergangenen Jahren zu gute Leistungen gezeigt.

Allerdings: Mit Nmecha hat Weghorst einen ganz heißen Konkurrenten, womöglich den besten, seit er im Sommer 2018 zum VfL gewechselt ist. Nmechas bisherige Saisonstatistik: Sechs von sieben Erstligapartien hat er gemacht, fünfmal wurde er eingewechselt, jedoch einzig im Duell mit Greuther Fürth hatte er beginnen dürfen. „Ganz in Ordnung“ - so fällt die erste Zwischenbilanz des Rückkehrers nach Wolfsburg aus: „Ich bin natürlich nicht hundertprozentig zufrieden, man möchte immer mehr spielen und mehr Tore machen.“

Und das am liebsten als Startelf-Spieler. Wie lange das noch dauere, bis er so weit ist, „das weiß ich nicht", sagte Nmecha, für den es hinterher natürlich ein dickes Lob von van Bommel gab. „Das glaube ich schon“, sagte der Trainer auf die Frage, ob das eine gute Bewerbung für mehr Einsatzzeit gewesen sei. „Er hat es gut gemacht. Vorn drin - das ist seine Lieblingsposition, da kann er gut spielen", fügte der Trainer hinzu, der froh ist, dass er auf dieser Position die Qual der Wahl hat. "Das ist doch schön, da kann man wählen", meinte er grinsend. Können Nmecha und Weghorst vorn auch zusammen beginnen? „Ja, das geht“, so van Bommel.


Übrigens: So sehenswert wie beim 2:0 mit der Hacke hat Lukas Nmecha schon einmal getroffen. Er klärte schmunzelnd auf: „Ich habe mal für die U19 von England so ein Tor gemacht. Das war in einem Halbfinale.“