18. September 2022 / 22:38 Uhr

Der Anfang ist gemacht: Was der Rekord-Start in die Bundesliga den Spielerinnen bedeutet

Der Anfang ist gemacht: Was der Rekord-Start in die Bundesliga den Spielerinnen bedeutet

Frank Hellmann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Rekordzuschauerzahlen beim Auftaktspiel der Frauen-Bundesliga zwischen Eintracht Frankfurt und FC Bayern.
Rekordzuschauerzahlen beim Auftaktspiel der Frauen-Bundesliga zwischen Eintracht Frankfurt und FC Bayern. © IMAGO/Eibner (Montage)
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Die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern München genießen die Rekordkulisse von 23.200 Zuschauenden zum Bundesliga-Auftakt. Der Trend nach der erfolgreichen EM 2022 zeigt nach oben.

Laura Freigang trug am Tag danach eine Schlinge um den linken Arm, der mit einem Hüftgurt fixiert war. So rauschhaft das Eröffnungsspiel der Bundesliga für die Stürmerin von Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern München (0:0) auch war, so schmerzhaft endete es: Eine Schultereckgelenksverletzung zwingt die 24-Jährige erst mal zu einer Pause. "Es muss nichts operiert werden, das geht schon", sagte die Nationalspielerin am Samstagabend im ZDF-"Sportstudio". Diesen Auftritt wollte Freigang ebenso wenig absagen, wie sie sich zunächst nicht hatte auswechseln lassen: zu groß das Verlangen, die durch den EM-Hype in England geschürte Aufmerksamkeit weiter zu bespielen.

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Dass 23.200 Zuschauende am Freitag in die Frankfurter Arena im Stadtwald pilgerten, fand die Sympathieträgerin "überwältigend", und sie genoss die besondere Atmosphäre, die Eintracht-Trainer Niko Arnautis an ein Länderspiel erinnerte. "Das ist einfach cool für den deutschen Fußball", jubelte Nationalspielerin Sara Doorsoun, die als eine von zehn Vizeeuropameisterinnen mitwirkte. Allen geht es jetzt um einen nachhaltigen Effekt, damit das Interesse nicht wie bei vergangenen Turnieren im Bundesliga-Alltag wieder allzu schnell abflaut.

Auch der VfL Wolfsburg hat mehr Zuschauer als üblich

Die alte Bestmarke stand bei 12.464 Besuchern, die am letzten Spieltag der Saison 2013/14 ins Stadion am Elsterweg zum VfL Wolfsburg gekommen waren. Der Titelverteidiger startete am Samstag mit einem Pflichtsieg gegen die SGS Essen (4:0) und einem Treffer von DFB-Kapitänin Alexandra Popp – auch der Werksklub begrüßte mit 3217 Fans eine größere Kulisse als gewöhnlich. Am Sonntag pendelten sich die Zuschauerzahlen indes bereits wieder beim mageren Schnitt der Vorsaison (811) ein: Der 1. FC Köln (1200), der SV Meppen (1025), Werder Bremen (578) und der MSV Duisburg (424) konnten vom EM-Sog nur bedingt profitieren Am kommenden Samstag (17.55 Uhr, ARD) tritt der Doublesieger aus der Autostadt bei der TSG Hoffenheim dann auch in einer Arena an, die sonst der Männer-Bundesliga vorbehalten ist.

Hoffenheim hat bislang für dieses erste von bis zu einem Dutzend Livespielen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aber erst knapp 5000 Karten verkauft. Fraglich, ob im Kraichgau die erhoffte fünfstellige Kulisse zustande kommt. VfL-Nationalspielerin Felicitas Rauch empfiehlt, "nicht immer in die großen Arenen" zu gehen, "sondern gezielte Highlights" zu setzen. Auch die 26-jährige Linksverteidigerin spürte im Urlaub und im Umfeld den deutlich gestiegenen Bekanntheitsgrad.

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Spielerinnen des 1. FC Köln mussten ihre Trikots bis vor Kurzem selbst waschen

Für Freigang hat das alles einen Aufforderungscharakter. "Wir haben bei der EM gezeigt, dass wir Menschen mitreißen können. Jetzt geht es darum, dass Dinge wirklich umgesetzt werden und man sein Wort hält." Ein Wink mit dem Zaunpfahl an Verband und Vereine. Frauenfußball sei zwar eine Investition ("Wir können uns nicht selbst finanzieren"), aber diese sei schließlich "sinnvoll und zeitgemäß". Eine neue Studie Stellenwert Frauenfußball besagt, das von den knapp 40 Millionen Fußballinteressierten hierzulande knapp die Hälfte am Fußball der Männer wie an dem der Frauen interessiert ist.

Doch wie viel noch zu tun ist, zeigt das Beispiel des im Vorjahr in die Frauen-Bundesliga aufgestiegenen 1. FC Köln. Dort hätten die Spielerinnen bis vor Kurzem ihre Trikots noch selbst waschen müssen, erzählte Sport-Geschäftsführer Christian Keller auf dem vom Deutschen Fußball-Bund ausgerichteten FF 27 Forum. Er habe als eine seiner ersten Amtshandlungen eine Waschmaschine und einen Trockner angeschafft. Aufgefallen war ihm das nur, weil eine Fußballerin ihr Jersey zu Hause vergessen hatte und der Name auf ihrem Ersatztrikot mit Tape überklebt werden musste. "Das spricht leider dagegen, dass wir den Frauenfußball vollwertig im Klub integriert haben", sagte der 43-Jährige.

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