04. August 2021 / 16:05 Uhr

Mehr Zuschauer bei 96? Der Platzwart empfiehlt Bratwurst satt statt Bälle ohne Luft

Mehr Zuschauer bei 96? Der Platzwart empfiehlt Bratwurst satt statt Bälle ohne Luft

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bratwurst oder luftloser Ball? Für den Platzwart ist klar, was die Massen ins Stadion lockt...
Bratwurst oder luftloser Ball? Für den Platzwart ist klar, was die Massen ins Stadion lockt... © Florian Petrow/IMAGO/imagebroker
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Sebastian Ernst hat die Luft aus dem Ball getreten, trotzdem haben 96-Heimspiele gerade die Attraktivität einer Astrazeneca-Massenimpfung. Apropos, Vorschlag vom Platzwart: gegen Heidenheim Bratwurst umsonst anbieten. Hat bei Impfskeptikern in Thüringen auch geklappt.

Hannover 96, schon immer ganz großer Zirkus. Neueste Nummer: Luft aus dem Ball treten. Martin Kind achtet bei den Neuverpflichtungen offensichtlich neuerdings auf verborgene Superkräfte, um das Publikum zu unterhalten. Sebastian Ernst scheint einen ganz schönen Strahl zu haben, jedenfalls auf dem Fußballplatz.

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Und die nächste Attraktion ist auch schon da: Julian Börner. Da hieß es am Montag: „Hannover meldet Vollzug“, wobei das beim klagefreudigen Maschsee-Management nicht unbedingt mit Fußball zu tun haben muss. Börner kann Startelf aus der Quarantäne und sehr lange Verhandlungen führen. Außerdem ist Börner Gegentore und unteres Tabellendrittel gewohnt, er ist also quasi sofort einsatzbereit.

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Und irgendwann muss es sich doch auszahlen, dass 96 den englischen Markt für Innenverteidiger leer gekauft hat. Ein Ligaspiel ohne Gegentor? Die Alten sagen, das ist möglich. Nicht wahrscheinlich, aber möglich.

Größte Enttäuschung des Spieltags war nicht das 0:3 gegen Rostock, sondern erstens Mitleid vom Gegner, als der Gästetrainer sagte: „Am Ende haben wir das Spiel mit einem Tor zu hoch gewonnen.“ Es gab mal Zeiten, das war der Gästetrainer froh, wenn er am Ende mit seiner zerrupften Truppe wieder auf der A 2 war.

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Und zweitens können die „Roten“ bei anhaltender Formkurve ihre Partien auch im Eilenriede-Stadion austragen, ist billiger und kuscheliger. Wenn nach zwei Jahren Corona 20 000 reindürfen und es kommen 10 000, dann ahnt man, dass 96-Heimspiele im Moment die Attraktivität einer Astrazeneca-Massenimpfung haben. Dabei hat Martin Kind die Preise gar nicht vervierfacht, wie es wegen der Corona-Krise nötig gewesen wäre, er vorgerechnet hat und alle geglaubt haben. Er hat nur moderat erhöht. Also aus seiner Sicht.

Vielleicht ein Fehler. Einfach in W 3 statt 40 Euro rund 160 Euro pro Karte verlangen, das fühlt sich dann nach Premier League, Pep Guardiola und Robbie Williams an und nicht nach Ingolstadt, Bällen ohne Luft und Gegnern wie Bentley Baxter Bahn. Wobei allein diese einmalig kreative Hybridfassung eines Namens das Eintrittsgeld ehrlicherweise wert gewesen wäre.

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Vorschlag: Bein nächsten Heimspiel gegen Kassenmagnet Heidenheim gibt’s Bratwurst umsonst. Haben sie in Thüringen bei Impfskeptikern auch gemacht. Erst die Impfung, dann die Bratwurst – um 6 Uhr morgens stand der erste Kollege hungrig vor der Tür, Frühstück und so.

Warum sollte das, was bei Impfskeptikern in Thüringen funktioniert, bei Fußballskeptikern in Niedersachsen nicht funktionieren? Hätte Julian Börner gewusst, dass es bei Hannover 96 Gratisbratwurst gibt, der hätte zum Trainingsauftakt auf der Matte gestanden und Hovercraft aus der eigenen Tasche bezahlt.

Jetzt Pokal, erste Runde in Norderstedt. Seit 30 Jahren nicht der Lieblingswettbewerb der 96er, es muss gar nicht gegen Norderstedt gehen. Das Edmund-Plambeck-Stadion war übrigens in fünf Minuten ausverkauft. Die Bratwurst kostet 3 Euro.

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