18. September 2021 / 21:51 Uhr

Der PSV Neumünster bleibt zuhause punktlos

Der PSV Neumünster bleibt zuhause punktlos

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Szene mit Seltenheitswert: PSV-Königstransfer Mats Melahn (re.) setzt sich gegen die zwei Lübecker David Bany (li.) und Alper Gürsoy (verdeckt) durch.
Szene mit Seltenheitswert: PSV-Königstransfer Mats Melahn (re.) setzt sich gegen die zwei Lübecker David Bany (li.) und Alper Gürsoy (verdeckt) durch. © Jan-Phillip Wottge
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In der Fußball-Oberliga bleibt der PSV Neumünster weiter ohne Heimpunkt. Die 0:5-Niederlage gegen den FC Dornbreite Lübeck war bereits die dritte Heimpleite der Saison. Die Meisterrunde gerät für die Boy-Schützlinge somit in weite Ferne.

„Ihr spielt wie ein Hühnerhaufen“ schallte es nach 35 Minuten von der Haupttribüne an der Stettiner Straße. Mit „Ihr“ war die Heimelf gemeint: der PSV Neumünster. Der lag zu diesem Zeitpunkt im Oberligaduell gegen den FC Dornbreite Lübeck bereits mit 0:3 zurück. Nach 90 Minuten ohne Mut, Ideen und Kampf gaben sich die Polizisten vor 141 Zuschauern gar mit 0:5 geschlagen.

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„Ich bin absolut ratlos. Bei stärkerer Gegenwehr verlieren wir zu schnell den Faden“, ärgerte sich PSV-Kapitän Fyn Claasen nach dem Debakel. Do-or-Die-Matches – wer Spiele mit diesem Charakter gewinnt, steht auf der sportlichen Sonnenseite. Wer verliert, hat einige Nüsse zu knacken. Für den PSV gibt es einen ganzen Sack voll. Fünf Gegentore! Die Meisterrunde, die die besten vier Teams jeder Staffel erreichen, rückt nach der dritten Heimniederlage in Serie in weite Ferne.

„Das wird eine lustige Woche. Einige schnacken bei uns zu viel und lassen zu wenige Taten folgen“, kündigt PSV-Coach Sven Boy einen Kurswechsel für die kommende Woche an. Seine Schützlinge weideten sich in den ersten Minuten an Ballbesitzfußball. Dornbreite lauerte und schlug dann blitzschnell zu. Die Angriffsfläche: die linke Verteidigungsseite der Polizisten. Die Lübecker Stürmer Luca Lübcke und Lubecco Behrens banden mit Claasen und Paul Sachse immer zwei der drei PSV-Verteidiger, so dass die Flügel stets verwaist blieben. Dort tobte sich Sadok Amara aus.

Den wieselflinken Rechtsfuß bekam der PSV nicht in den Griff. „Wir waren immer zwei, drei Schritte hinten dran. Uns ist es nicht mal gelungen, durch Fouls die Konter zu unterbinden“, monierte Boy. Die Konter schlugen ein wie Faustschläge: Amara-Querpass auf Lübcke – 0:1 (12.). Behrens bestraft den Patzer von PSV-Keeper Finn Kornath (28.) mit dem 2:0. Gürsoy-Querpass auf Lübcke – 0:3 (34.). „Hühnerhaufen“ – die Tribüne meldete sich. Die Lücken in der PSV-Defensive hatten die Dimension eines Scheunentors! Der Tag des offenen Tores begann.

Dornbreite arbeitete im Kampf um die Meisterrunde am Kantersieg. Behrens legte per Distanzschuss das 4:0 (54.) nach. Gürsoys Treffer zum 5:0 (69.) über den zu weit vor dem Tor platzierten Kornath setzte den Polizisten endgültig die Pappnase auf. „Wir haben den PSV mit unserer taktischen Ausrichtung heute wohl etwas überrascht. So leicht haben wir uns das nicht vorgestellt. Aber es gibt so Tage, wo vieles klappt“, resümierte Dornbreites Coach Sascha Strehlau. Währenddessen verließen die PSV-Kicker den Rasen wie gerupfte Hühner am Tag des offenen Scheunentores.

Schiedsrichter: Koch (TSV Süderbrarup) – Tore: 0:1, 0:3 Lübcke (12./34.), 0:2, 0:4 Behrens (28./54.), 0:5 Gürsoy (69.) – Zuschauer: 141.