19. Oktober 2021 / 10:57 Uhr

Der Spielabbruch in Heringsdorf wird ein juristisches Nachspiel bekommen

Der Spielabbruch in Heringsdorf wird ein juristisches Nachspiel bekommen

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Die Rote Karte zeigte der Schiedsrichter am Sonntag in Heringsdorf vor dem Abbruch doppelt.
Die Rote Karte zeigte der Schiedsrichter am Sonntag in Heringsdorf vor dem Abbruch doppelt. © hfr
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Turbulente Szenen ereigneten sich am vergangenen Wochenende in der Fußball-Kreisliga Ostholstein bei der Begegnung zwischen dem SV Heringsdorf und der SG Insel Fehmarn. Während der Partie wurden drei Gästespieler von ihren Gegenspielern niedergeschlagen.

Lange Zeit deutete nichts daraufhin, dass es an diesen Tag zu einem solchen Vorfall kommen würde. Das Duell beider Kreisligisten verlief zunächst ziemlich unspektakulär. Beide Teams gingen torlos in die Pause und Schiedsrichter Boris Nowaczyk verlebte einen überaus ruhigen Nachmittag. Er musste nur einmal den gelben Karton zücken.

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Auch nach dem Seitenwechsel deutete sich nicht an, dass sich die Ereignisse überschlagen werden. Es war ein klassisches 0:0-Spiel ohne große Höhepunkte. Die Gäste besaßen jedoch leichte Vorteile und konnten nach 57 Spielminuten durch den zur Halbzeit eingewechselten Yannic Slowy mit 1:0 in Führung gehen.

Wenige Minuten später sollte die Partie jedoch ein abruptes Ende finden. Innerhalb kürzester Zeit wurden die SG-Spieler Fabian Plöger und Moritz Matzen per Faustschlag niedergestreckt. Außerdem musste Justin Scheel eine Kopfnuss einstecken. Der Unparteiische zeigte daraufhin den Heringsdorfern Alimameh Dembajang und Azamat Atiyev die Rote Karte und brach dann das Spiel endgültig ab. Die drei Fehmarner Fußballer landeten im Oldenburger Krankenhaus. Zwei von ihnen blieben dort über Nacht, durften aber am Montag bereits wieder nach Hause.

„Ich selbst habe die Szene nicht gesehen. Plötzlich waren 20 bis 30 Leute auf dem Feld. Es ist einfach traurig, so etwas darf nicht passieren“, erklärte SVH-Coach Hans-Ferdinand Köhler. Am heutigen Dienstag möchte Köhler den Fall beim Training in Ruhe aufarbeiten.

Sollte sich die Version so bestätigen, droht einem SVH-Spieler der Vereinsausschluss. „Der wird dann nie wieder für uns spielen“, kündigte Köhler an. Zudem stellt der Coach mit Bedauern fest, dass seine Mannschaft schon häufiger durch Undiszipliniertheiten aufgefallen ist: „Auch ich muss mich fragen, ob ich mir das noch länger antun werde. Die Vorfälle der letzten Wochen lassen mich daran zweifeln, dass das Integrationskonzept bei uns – jedenfalls mit einigen Spielern – aufgeht.“

Die Vorfälle werden nun ein juristisches Nachspielspiel haben, denn Moritz Matzen und Justin Scheel (Nasen-Schädelprellung) sowie SG-Kapitän Fabian Plöger, bei dem eine Platzwunde mit zwei Stichen genäht werden musste, haben nun Anzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei erstattet.