21. August 2020 / 11:07 Uhr

Der SV Todesfelde bastelt am Matchplan

Der SV Todesfelde bastelt am Matchplan

Jürgen Brumshagen
Kieler Nachrichten
SV Todesfeldes Teamchef Sven Tramm (von rechts), Torwartcoach André Friedrichs und Trainer Bastian Holdorf tüfteln an Taktik und Aufstellung für das Landespokal-Endspiel.
SV Todesfeldes Teamchef Sven Tramm (von rechts), Torwartcoach André Friedrichs und Trainer Bastian Holdorf tüfteln an Taktik und Aufstellung für das Landespokal-Endspiel. © Nils Göttsche
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Teamchef Sven Tramm und Trainer Bastian Holdorf tüfteln an einem Matchplan für morgen. Auch die Meinung von Torwarttrainer André Friedrichs ist gefragt.

Das Trio bastelt an einer Taktik und Aufstellung, mit der Außenseiter SV Todesfelde ab 16.45 Uhr in Bad Malente den Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck im Endspiel um den Fußball-Landespokal überraschen und vielleicht besiegen kann. Eine Strategie, die auf einen Schlag knapp 140000 Euro in die Vereinskasse spülen würde – und als Bonus Mitte September das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten VfL Osnabrück.

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Was die Sache noch schwieriger macht: Der Kader der Lübecker Profis hat sich nach dem Aufstieg verändert. „Hätte das Spiel wie ursprünglich geplant im Mai stattgefunden, wäre vieles klarer gewesen“, sagt Tramm. „Wir hätten den Gegner mehrfach beobachtet und unsere Schlüsse daraus gezogen.“ Doch die Corona-Krise ließ die Austragung nicht zu. „Jetzt ist alles schwammig, wir fischen ziemlich im Trüben“, meint der Neversdorfer.

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Dass Serkan Rinal – Nachfolger des Sportlichen Leiters Markus Weber – als ehemaliger Trainer der zweiten Mannschaft ein VfB-Insider ist, hilft den Todesfeldern nur bedingt. Rinal kennt zwar die bevorzugte Spielweise von Lübecks Trainer Rolf Landerl, aber das Personal des Profiteams wurde auf mehreren Positionen ausgetauscht. Zumindest einen kleinen Eindruck konnte sich Rinal verschaffen: Er war Augenzeuge, als die Lübecker in ihrem ersten von zwei Tests den Lüneburger SK mit 5:0 besiegten. „Außer, dass es eine bärenstarke Truppe ist, sind unsere Erkenntnisse über die neue VfB-Elf trotzdem begrenzt“, räumt Tramm ein, schießt dann aber einen kleinen Pfeil in Richtung des Favoriten ab: „Die Lübecker wissen auch nicht alles über uns.“

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Trauen sich die Todesfelder, mit Morten Liebert und Marco Pajonk (neu von Phönix Lübeck) eine Doppelspitze aufzubieten? Das Torjäger-Duo, das in der Oberliga einzigartig ist. „Kann sein, kann auch nicht sein“, lässt sich Tramm nicht in die Karten schauen.Spielt der SV Todesfelde mit Vierer- oder Fünferkette? Zunächst favorisierte Tramm in der abgebrochenen Saison 2019/20, in der die Mannschaft als Staffelsieger ausgezeichnet wurde, das System mit drei Innenverteidigern. Doch dann fanden Holdorf und er Gefallen an der Viererkette mit zwei zentralen Abwehrspielern, die in der Regel Kai-Fabian Schulz und Christian Rave hießen.

Wer ersetzt Petzold?

Wer ersetzt auf der rechten Außenbahn Florian Petzold? Der Schütze des 1:0-Siegtreffers im Halbfinale gegen SC Weiche Flensburg 08 ist nicht fit genug für das Endspiel. Neuzugang Til Weidemann (VfB Lübeck II), der von einem Achillessehnenriss genesene Yannick Chaumont oder ein anderer Akteur? „Unser Kader bietet auf allen Positionen einige Möglichkeiten“, bleibt Tramm unverbindlich.

Um 14 Uhr wird sich der Mannschaftsbus morgen in Bewegung setzen. In einem zweiten Bus folgt die kleine Delegation der Offiziellen und Ehrengäste des Klubs, die das Geisterspiel in Bad Malente live verfolgen dürfen. „Das ist dann die Kategorie Uli Hoeneß und so“, scherzt Teammanager Timo Gothmann. Den Fans bleibt nur der Fernseher oder ein Livestream im Internet. Die ARD sendet am „Tag der Amateure“ eine Konferenzschaltung von mehreren Plätzen.

Für die Stunden nach dem Abpfiff ist bei den Todesfeldern keine größere Feier geplant. „Das eine oder andere Bierchen werden wir uns aber – unabhängig vom Spielausgang – im Mannschaftskreis schon gönnen. Das haben die Jungs sich verdient, außerdem sind sie alle getestet“, meint Tramm.

Corona-Testergebnisse hoffentlich schon heute

Allerdings steht das Ergebnis der zweiten Testreihe von gestern Abend noch aus. „Ich hoffe, dass wir die Resultate schon im Laufe des Freitags bekommen“, sagt Gothmann. „Am Morgen des Spieltages mit der Ungewissheit aufzuwachen, ob nicht doch einer von uns mit dem Coronavirus infiziert ist, wäre schlecht. Das würde die Konzentration auf das Spiel empfindlich stören.“