08. November 2021 / 18:26 Uhr

Derbysieg bei Blau-Weiß Wusterhausen: Zernitzer SV erobert das Seestadion

Derbysieg bei Blau-Weiß Wusterhausen: Zernitzer SV erobert das Seestadion

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Gelb-Schwarze Feierlichkeit: Ausgelassen bejubelten die Zernitzer ihren Derbysieg bei Blau-Weiß Wusterhausen.
Gelb-Schwarze Feierlichkeit: Ausgelassen bejubelten die Zernitzer ihren Derbysieg bei Blau-Weiß Wusterhausen. © Verein
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Kreisoberliga Prignitz/Ruppin: 3:1-Erfolg für den ZSV - Meyenburg übernimmt die Tabellenspitze, Stahl-Coach Dietmar Andree forderte einen Spielabbruch.

Bloß fünf Partien konnten in der Fußball-Kreisoberliga am Wochenende ausgetragen werden. Das Duell zwischen Union Neuruppin II und Rot-Weiß Kyritz musste verlegt werden, weil die Stadt Neuruppin die Plätze in Gildenhall und Alt Ruppin sperrte. Dafür hielt der 10. Spieltag in der höchsten Kreisspielklasse einen Wechsel an der Spitze bereit.

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Meyenburger SV – Stahl Wittstock 2:1 (1:0). Tore: 1:0 Kevin Berlin (13.), 1:1 Patrick Schönfeldt (63., Strafstoßtor), 2:1 Berlin (76., Strafstoßtor). Rote Karte: Martin Schnorrbusch (69., Tätlichkeit, Meyenburg). Zuschauer: 172. Meyenburger SV Wacker – so heißt der neue Kreisoberliga-Primus. Mit einem Freistoß aus 25 Metern, den Gäste-Schlussmann Til Weber hätte halten können, und einem verwandelten Strafstoß avancierte Kevin Berlin gemeinsam mit MSV-Keeper Eric Pfeiffer, der in der Schlussphase einen Elfmeter von Patrick Schönfeldt parierte, zum Matchwinner. Mächtig bedient war dagegen Stahl-Trainer Dietmar Andree: „Das war katastrophal – und zwar von allen Seiten. Im Spiel zweier schlechter Teams waren wir noch die schwächere Mannschaft.“ Nicht einverstanden war das Wittstocker Urgestein zudem mit der Schiedsrichter-Leistung: „Wie man beim vermeintlichen Spitzenspiel so ein Kollektiv ansetzen kann, ist für mich unverständlich. Für die Niederlage sind wir aber selbst verantwortlich.“ Seiner Meinung nach hätte die Partie aber abgebrochen werden müssen, als Meyenburgs Martin Schnorrbusch des Feldes verwiesen wurde. In der 69. Minute schubste der Sünder Referee Andreas Puls, so dass dieser laut Andree gar zu Fall kam. „Da muss man eine Partie doch abbrechen, da reicht keine Rote Karte“, so Andree.

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Blau-Weiß Wusterhausen – Zernitzer SV 1:3 (0:2). Tore: 0:1 Jakob Rahn (11.), 0:2 Robert Tietz (19.), 0:3 Manuel Lübke (65., Strafstoßtor), 1:3 Eric Stiefel (81.). Zuschauer: 126. Nach dem 5:0-Erfolg zum Saisonauftakt in Kyritz bejubelte der Zernitzer SV den zweiten Derbysieg im Altkreis Kyritz. In Wusterhausen setzte sich das Team von Trainer Marco Urner dank enormer Effizienz verdient durch. „Nach der unterirdischen ersten Halbzeit in Zaatzke wurden einige Gespräche geführt. Diesmal waren wir von Beginn an voll da und erzielen mit unseren ersten beiden Chancen auch die ersten beiden Tore“, erklärte Urner. Blau-Weiß-Coach Andreas Nucklies ärgerte sich, dass man die große Möglichkeit zum Ausgleich vergab: „Da spielen wir eine Überzahlsituation schlecht aus, das war bitter.“ Nach dem Seitenwechsel plätscherte das Geschehen zunächst vor sich hin, Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Vom Elfmeterpunkt entschied der ZSV die Partie, Wusterhausen gelang nur noch Ergebniskosmetik.


Die Mannschaft vom 10. Spieltag der Kreisoberliga Prignitz/Ruppin.
Die Mannschaft vom 10. Spieltag der Kreisoberliga Prignitz/Ruppin. © SPORTBUZZER

SV Blumenthal/Grabow – Pankower SV 1:1 (0:0). Tore: 1:0 Marcel Weckwerth (86.), 1:1 Jan Eßmann (88.). Zuschauer: 80. Ralf Lengert ärgerte sich nach dem Schlusspfiff über zwei verlorene Punkte: „Wenn man so spät in Führung geht, dann muss man den Vorsprung auch über die Zeit bringen.“ Seine Elf habe die bessere Spielanlage an den Tag gelegt, die Groß Pankower waren aber in der Zentrale gut besetzt. Auf schwierigem Geläuf wurde es in der Endphase nochmal hitzig – erst schloss Marcel Weckwerth eine schöne Kombination mit einem Schuss in den Winkel ab, keine 120 Sekunden später ließ Jan Eßmann die Grabower Hoffnung auf drei Punkte zerplatzen. „Wir hatten in Blumenthal nicht unseren besten Tag. Leider gelang uns im ersten Durchgang nicht sehr viel“, sagte Pankows Co-Trainer Hannes Krüger. „Durch taktische Umstellungen lief die zweite Halbzeit besser. Das Spiel war die ganze Zeit offen. Den späten Führungstreffer von Blumenthal glichen wir durch pure Willenskraft kurz vor Schluss aus. Die Mannschaft kämpfte das ganze Spiel, auf später fast unspielbarem Platz.“

Dreetz bleibt weiter punktlos

TSV Wustrau – Garz-Hoppenrade 0:4 (0:3). Tore: 0:1 Franz Arndt (30.), 0:2 Christian Szczech (37.), 0:3 Arndt (41.), 0:4 Leon Neumann (69.). Zuschauer: 64. „Wir sind gut in die Partie gestartet, verpassen es aber, in Führung zu gehen“, erklärte Stephen Polei. Der Wustrauer Interimstrainer sah die Gäste aus der Prignitz nicht unbedingt stärker, in den Minuten vor der Pause war Garz aber hochkonsequent. „Nach dem Seitenwechsel haben wir nochmal viel probiert, aber an diesem Tag wollte einfach nichts gelingen“, so Polei. Dafür gelang den Gästen vom SV Garz-Hoppenrade noch ein Treffer. „Die endgültige Entscheidung brachte dann Neumann, der an der Strafraumkante etwas zu frei stand und sicher vollendete“, so Garz-Trainer Daniel Klukas. „Herausragender Akteur war Christian Szczech, der heute kaum zu halten war und an fast jeder gefährlichen Aktion beteiligt war.“

SV Dreetz – SV 90 Fehrbellin 1:2 (0:2). Tore: 0:1 k.A. (10.), 0:2 Marcus Krahl (14., Strafstoßtor), 1:2 Tobias Plätke (90.). Zuschauer: 49. Die Gäste hatten einen optimalen Start und gingen frühzeitig mit 2:0 in Führung. „Wir hatten alles im Griff, müssen das dritte oder vierte Tor nachlegen, hören dann aber mit Fußballspielen auf“, sagte Fehrbellin-Coach Ronald Schubert mit wenig Verständnis. Auch der zweite Durchgang war nicht ansehnlich: Dreetz fehlte die Durchschlagskraft, man wehrte sich in der Folgezeit aber tapfer. Tobias Plätke, bester Spieler in den Reihen des Gastgebers, ließ die Gäste nochmal zittern. Das Problem des punktlosen Tabellenletzten: Der Anschlusstreffer kam einfach zu spät.