19. Oktober 2020 / 17:12 Uhr

Derbysiege für Zernitzer SV, Rot-Weiß Kyritz und Pankower SV (mit Galerie)

Derbysiege für Zernitzer SV, Rot-Weiß Kyritz und Pankower SV (mit Galerie)

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Beim Zernitzer SV kannte der Jubel nach dem Derbysieg in Wusterhausen keine Grenzen.
Beim Zernitzer SV kannte der Jubel nach dem Derbysieg in Wusterhausen keine Grenzen. © Christof Bernier
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Kreisoberliga Prignitz/Ruppin: Auch die Unioner Reserve kann das Stahl-Feuer nicht löschen.

Während der Wittstocker Stahl-Express in der Fußball-Kreisoberliga nicht aufzuhalten ist, feiern der Zernitzer SV, Rot-Weiß Kyritz und der Pankower SV allesamt Derbysiege. Zum Spielausfall kam es beim SV Blumenthal/Grabow: Der SV Garz-Hoppenrade sagte die Partien seiner ersten und zweiten Mannschaft ab. Der Verein informierte: „Mehrere Spieler haben ihren Studien- oder Arbeitsort in Mecklenburg-Vorpommern und hätten bei Rückkehr in Quarantäne gemusst. Da der Spielplan noch freie Tage hat, ist ein Nachholtermin unter besseren Voraussetzungen kein Problem.“

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Union Neuruppin II – Stahl Wittstock 0:1 (0:0). Tor: 0:1 Patrick Schönfeldt (81., Strafstoß). Rote Karte: Ampofu Nana (69., Tätlichkeit, Union), Tom Weber (69., Tätlichkeit, Stahl). Zuschauer: 70. Vor Wochenfrist schmiss Stahl die Unioner Landesklassen-Truppe aus dem Oberen Kreispokal, gegen die Reserve tat sich der Ligaprimus schwerer. „Das war ein richtig hartes Stück Arbeit, Union hat uns alles abverlangt“, gestand Dietmar Andree, „motivieren brauchte ich mein Team aber nicht. Auf Facebook hat mein Kumpel André Ballast geschrieben, dass Union unser Stahl-Feuer löschen wird. Wir haben das Gegenteil bewiesen.“ Der Wittstocker Trainer sah eine disziplinierte Heimelf, die seinen Offensivkräften kaum einen Zentimeter Platz ließ – vor allem Torjäger Oliver Goldberg biss sich an der Gildenhaller Defensive die Zähne aus. Ein Strafstoß, den der eingewechselte Patrick Schönfeldt sicher verwandelte, brachte die Entscheidung. Unrühmliche Szene in einem umkämpften, aber keineswegs unfairen Spiel waren die zwei Roten Karten in der 69. Minute: Unions Ampofu Nana und Stahl-Kicker Tom Weber verloren nach einem Zweikampf jeweils die Nerven. "Ich bin dennoch stolz auf meine Mannschaft, die hier mindestens einen Punkt verdient gehabt hätte. Das war ein starke Leistung, die leider nicht belohnt wurde", sagte Union-Coach Steven Rogge.

In Bildern: Zernitzer SV feiert Derbysieg bei Blau-Weiß Wusterhausen.

<b>Blau-Weiß Wusterhausen – Zernitzer SV 1:4 (0:3).</b> Tore: 0:1 Max Mathiske (9.), 0:2, 0:3 Manuel Lübke (27., 45.), 1:3 Philipp Jänchen (62.), 1:4 Lübke (78.). Zuschauer: 97. Zur Galerie
Blau-Weiß Wusterhausen – Zernitzer SV 1:4 (0:3). Tore: 0:1 Max Mathiske (9.), 0:2, 0:3 Manuel Lübke (27., 45.), 1:3 Philipp Jänchen (62.), 1:4 Lübke (78.). Zuschauer: 97. © Christof Bernier

Blau-Weiß Wusterhausen – Zernitzer SV 1:4 (0:3). Tore: 0:1 Max Mathiske (9.), 0:2, 0:3 Manuel Lübke (27., 45.), 1:3 Philipp Jänchen (62.), 1:4 Lübke (78.). Zuschauer: 97. Die Kicker von der Jäglitz bleiben neben Spitzenreiter Stahl Wittstock die Mannschaft der Stunde. Max Mathiske leitete den Derbysieg ein, anschließend konnte sich der ZSV erneut auf den Torriecher von Manuel Lübke verlassen, der im zweiten Spiel hintereinander einen Dreierpack schnürte. „Ich muss den Jungs ein Riesenkompliment aussprechen, das war eine überragende Teamleistung, vor allem in der ersten Halbzeit“, lobte Marco Urner. Der Zernitzer Trainer war nach dem Derbysieg selbst überrascht: „Wir spielen aktuell am Limit, die Jungs machen vieles richtig und belohnen sich dafür. Der zweite Platz ist eine schöne Momentaufnahme.“

Rot-Weiß Kyritz – SG Sieversdorf 4:0 (3:0). Tore: 1:0 Stefan Keiling (2.), 2:0, 3:0 Martin Sorban (22., 29.), 4:0 Moritz Richter (79.). Gelb-Rote Karte: Martin Sorban (44., wdh. Foulspiel, Kyritz). Zuschauer: 101. Der ungefährdete Derbysieg war Balsam für die geschundene Seele der Knatterstädter. „Es wurde höchste Zeit“, bestätigte Ronny Krapat, dessen Schützlinge zuletzt drei Niederlagen in Serie – mit Pokal sogar vier – erlitten. Der Kyritzer Coach sah einen souveränen Auftritt seiner Mannschaft: „Wir haben das Spiel bestimmt, nach einer halben Stunde war das Ding quasi durch.“ Nach der laut Ronny Krapat überzogenen Entscheidung für die Ampelkarte für Doppelpacker Martin Sorban, zogen sich die Hausherren im zweiten Abschnitt zurück: „Wir haben Sieversdorf das Spiel machen lassen, waren bei Kontersituationen aber immer wieder gefährlich.“ Einen nutzte Moritz Richter elf Minuten vor Ultimo zur Entscheidung.

Die Mannschaft des Tages der Kreisoberliga Prignitz/Ruppin.
Die Mannschaft des Tages der Kreisoberliga Prignitz/Ruppin. © SPORTBUZZER

TSV Wustrau – BSV Zaatzke 4:0 (3:0). Tore: 1:0 Christopher Bittner (27.), 2:0 Nils Hentschel (35.), 3:0 Leroy Scheffler (37.), 4:0 Erik Block (71.). Zuschauer: 77. Der Aufsteiger mischt auch nach dem 7. Spieltag weiter in der oberen Tabellenhälfte mit. „Wir sind sehr zufrieden, das war ein wichtiger Sieg, weil wir uns damit etwas absetzen konnten“, resümierte TSV-Trainer Andy Kretschmann. Garant für den Wustrauer Erfolg war nicht nur die starke Offensive – zwischen den Pfosten zeigte Stephan Stäbler eine tadellose Leistung. „Er hat im Eins-gegen-eins mit Christian Mahnke mehrfach glänzend reagiert“, lobte Kretschmann. Vor allem in der Zaatzker Drangphase, in der auch Andreas Spiess nur den Querbalken traf, wuchs Stäbler über sich hinaus.

Hertha Karstädt – Pankower SV 3:5 (1:4). Tore: 0:1 Hannes Krüger (8.), 0:2 Tony Schulz (11.), 0:3, 0:4 Krüger (19., 23.), 1:4 Marcel Wolf (33., Strafstoß), 2:4 Shadi Metwalli (56.), 2:5 Collin Viererbe (59.), 3:5 Tobias Lattorff (69.). Gelb-Rote Karte: Krüger (77., Pankow). Zuschauer: 65. Während Hertha-Trainer Sven Möller noch im Urlaub weilte, musste seine Mannschaft beim Pankower SV eine Niederlage hinnehmen, die durchaus vermeidbar war. Mannschaftsverantwortlicher Christian Wimmer hatte auch den Grund für die schnellen Tore durch den Pankower SV ausgemacht. „Wir haben die ersten 20 Minuten glatt verschlafen.“ So schlug Pankows Hannes Krüger gleich dreimal in dieser Schlafphase der Karstädter zu und eröffnete den Reigen bereits in der 8. Minute für die rasante 4:0-Führung der Gäste. Durch einen von Marcel Wolf verwandelten Strafstoß gelang es den Hausherren, noch vor der Pause den 1:4-Anschlusstreffer zu markieren. Gleich nach der Halbzeit war es Shadi Metwalli, der mit seinem Tor zum 2:4 die Hoffnung der Karstädter auf einen Sieg aufleben ließ. „In einem körperbetonten Spiel sind wir noch einmal reingekommen“, so Wimmer. Aber selbst in Überzahl sollte nicht viel glücken.