18. Juni 2020 / 16:19 Uhr

Die Heldin am Meistertag des VfL Wolfsburg: Viel Lob für Joelle Wedemeyer

Die Heldin am Meistertag des VfL Wolfsburg: Viel Lob für Joelle Wedemeyer

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Heldin als der VfL Wolfsburg sich zum Meister krönte: Joelle Wedemeyer schoss ihr erstes Saisontor - zuum 1:0 beim 2:0 gegen Freiburg.
Heldin als der VfL Wolfsburg sich zum Meister krönte: Joelle Wedemeyer schoss ihr erstes Saisontor - zuum 1:0 beim 2:0 gegen Freiburg. © (c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de).
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Es war der sogenannte Game Winner, das Tor, das die Partie entschied: Und für das trug sich am Mittwoch eine in die Geschichtsbücher des VfL Wolfsburg ein, auf die wohl niemand gewettet hätte: Joelle Wedemeyer erzielte das 1:0 beim späteren 2:0 gegen den SC Freiburg. Der VfL Wolfsburg durfte durch den Sieg frühzeitig die sechste deutsche Meisterschaft (vierte in Folge) feiern.

Joelle Wedemeyer erzielte das 1:0 beim späteren 2:0 gegen den SC Freiburg. Der VfL Wolfsburg durfte durch den Sieg am drittletzten Spieltag die sechste deutsche Meisterschaft feiern. Die 23-Jährige schaltete in der 32. Minute nach einem Freistoß von Lena Goeßling blitzschnell, bekam einen Abpraller vor die Füße und hämmerte die Kugel mit einem satten Schuss in die Maschen. Die Torschützin schaute nach ihrem Treffer drein, als könnte sie es selbst kaum glauben: „Ich?“, schien ihre Miene zu sagen. Und sie gab später zu, dass ihr in dem Moment noch gar nicht klar war, dass es ihr erstes Saisontor war.

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An den Mienen der ersten Gratulantinnen ließ sich ablesen, wie wichtig der Treffer war. Mit diesem Tor, so sagte Coach Stephan Lerch hinterher, „war der Bann gebrochen“, der Meisterzug auf dem Gleis und das kommende Spiel bei Verfolger Bayern München am Sonntag (13 Uhr, live auf Eurosport) kein Endspiel mehr.

Lerch kennt sie noch gut aus U20-Zeiten

Es ist eine schöne Geschichte, denn es war nicht nur ihr erstes Bundesliga-Tor überhaupt, nein, mit Wedemeyer traf ausgerechnet ein Eigengewächs des VfL. Seit 2011 ist die gebürtige Braunschweigerin in Wolfsburg, wechselte damals vom MTV Wolfenbüttel zu den B-Juniorinnen des VfL. Von dort aus kämpfte sie sich durch alle Mannschaften bis in den Profikader. Trainer Lerch kennt sie schon aus Zeiten als Trainer der U20, jetzt feiern beide gemeinsam einen Titel nach dem anderen in Deutschlands höchster Spielklassen. Mit 23 Jahren ist Wedemeyer bereits Champions-League-Siegerin (2014), fünffache deutsche Meisterin (2014, 2017, 2018, 2019, 2020) und fünffache DFB-Pokalsiegerin (2015, 2016, 2017, 2018, 2019), ein sechstes Mal kann am 4. Juli im Pokalfinale gegen die SGS Essen dazukommen.

Einen Länderspiel-Einsatz hat sie schon

Seit der Spielzeit 2013/2014 gehört die Nationalspielerin (ein Einsatz) dem Bundesliga-Kader an, wurde bis 2018 aber auch immer wieder Mal in der zweiten Mannschaft eingesetzt. Mittlerweile ist sie eine feste Größe beim neuen alten Meister. Während in der Vergangenheit immer wieder über ihre Einsatzzeiten diskutiert wurde, stand die Abwehrspielerin in der laufenden Spielzeit bereits wettbewerbsübergreifend 21 Mal auf dem Platz, davon absolvierte sie 12 Partien über die volle Distanz.

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Wolter, Rauch, Wedemeyer, Pajor und Doorsoun. Zur Galerie
Wolter, Rauch, Wedemeyer, Pajor und Doorsoun. ©

"Ich denke, jeder konnte die Entwicklung diese Saison sehen. Das ist alles sehr positiv", so Lerch. "Sie hat nun schon sehr viele Spielminuten bekommen und sich im Vergleich zur letzten Saison sehr gesteigert." Sportlich habe sie vor allem "im Zweikampfverhalten zugelegt. Das ist für eine Abwehrspielerin natürlich sehr wichtig. Sie hat eh schon immer gute Qualitäten im Aufbauspiel gehabt, ein gutes Passspiel und eine Grundlage an Schnelligkeit." Und das, so der 35-Jährige, sind alles Attribute, "die unserem Spiel guttun und wir für wichtig halten." Und: "Joelle ist jetzt auf ein anderes Level gekommen und hat nicht mehr ganz so diese Schwankungen, die man bei einer jungen Spielerin, die aus dem Nachwuchs hochkommt, einplant und erwartet."

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"Sie muss sich weiterhin beweisen!"

Beim VfL hat Wedemeyer bis 2021 Vertrag. Lerch erwartet nach ihrem Treffer auf dem Weg zur Meisterschaft weitere Steigerungen: "Mit diesen Fähigkeiten kann sie sicher noch mehr aus sich rausholen und die nächsten Schritte gehen." Angesichts der großen Konkurrenz im Kader gelte aber auch: "Sie muss sich auch weiterhin beweisen und dieses Level bestätigen."

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