27. Februar 2021 / 18:05 Uhr

"Die Standardtore killen uns derzeit": Stimmen zum 1:2 des VfB Lübeck beim Halleschen FC

"Die Standardtore killen uns derzeit": Stimmen zum 1:2 des VfB Lübeck beim Halleschen FC

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Rolf Landerl und Mirko Boland äußerten sich nach der Niederlage in Halle gegenüber der Presse. 
Rolf Landerl und Mirko Boland äußerten sich nach der Niederlage in Halle gegenüber der Presse.  © 54°
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O-Töne aus der Pressekonferenz: Das sagen Spieler und Trainer des HFC und des VfB Lübeck zum 2:1

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Rolf Landerl, VfB-Trainer: „Wir sind mit großen Ambitionen hierhergekommen und wussten, dass es ein kampfbetontes Spiel werden kann. Ich glaube, dass das die Mannschaft sehr gut angenommen hat. Leidenschaftlich versucht hat, zu kämpfen und Fußball zu spielen. Aus dem Spiel heraus ist uns erste Halbzeit nicht viel gelungen. Trotzdem müssen wir eigentlich mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Halbzeit gehen. Der Standard kurz vor der Halbzeit wird uns zum Verhängnis. Wir haben dann versucht, in der Halbzeit einen neuen Plan aufzustellen, wie wir gefährlicher nach vorne kommen, wie wir uns noch mehr Chancen herausspielen können beziehungsweise zwingender nach vorne kommen. Dann bekommen wir aber den zweiten Standard. Dann wird es natürlich schwierig. Unterm Strich extrem bitter. Die Standardtore killen uns derzeit. Wir versuchen das durch Training zu verbessern. Ein anderes Mittel gibt es da leider nicht. Man muss aber auch sagen, dass Terrence Boyd natürlich eine Macht ist – defensiv wie offensiv. Daran müssen wir arbeiten. Da fehlt uns dann vielleicht auch Stück weit Qualität bei den Standrads. Diese müssen wir durch Mentalität kompensieren. Wir erzielen dann zwar verdient den Anschlusstreffer, doch wie schon in den letzten Spielen fehlt uns die Genauigkeit vorne, der letzte Punch. Über Einsatz, Teamgeist und Leidenschaft brauchen wir uns nicht unterhalten. Jeder, der es anders gesehen hat, weiß ich nicht. Das ist aber auch das einzige Mittel. Was sehr geholfen hat, auch in den letzten Tagen, war der Schulterschluss mit unseren Fans, mit denen wir einen Neustart gestartet haben. Das hat der Mannschaft Auftrieb gegeben. Da spüren wir totale Unterstützung. Das Umfeld ist hinter uns und hinter der Mannschaft. Das hat sie heute auch ausgestrahlt. Es hat jetzt keinen Sinn, lange Trübsal zu blasen. Wir müssen das abhaken und weiter unglaublich hart arbeiten. Man sieht, dass es derzeit wirklich an Kleinigkeiten scheitert, dass wir nicht punkten. Mit Hansa Rostock steht die nächste Aufgabe vor der Tür. Wer hindert uns daran, da erfolgreichen Fußball zu spielen.“

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Die Scorerrangliste des VfB Lübeck in der Drittligasaison 2020/21 (Stand: 21.04.2021)

Yannick Deichmann: 7 Tore, 4 Vorlagen.  Zur Galerie
Yannick Deichmann: 7 Tore, 4 Vorlagen.  ©

VfB-Stürmer Martin Röser, für den es die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte war (2016 bis 2018, 57 Einsätze mit 13 Toren): „Das ist extrem ärgerlich. Wir haben wirklich ein gutes Spiel gezeigt, zwei eklige Standard Tore gefressen, die uns um den Lohn gebracht haben. Trotzdem können wir erhobenen Hauptes die Heimfahrt nach Lübeck antreten. Von der Einstellung her haben wir wirklich alles herausgeholt und können uns am Ende vielleicht noch belohnen mit einem Punkt. Es hat aber nicht sein sollen. Deswegen fahren wir jetzt nach Hause, lecken unsere Wunden und sind am Mittwoch gegen Hansa Rostock wieder voll da und holen drei Punkte. Das war nach der letzten Woche nicht einfach, so eine Reaktion zu zeigen. Die Mannschaft hat es akzeptiert. Wir haben es abgehakt. Ich glaube, dass hat man auch auf dem Platz gesehen, dass der eine für den anderen da ist. Da lässt sich gar nichts anderes sagen. Es war realistisch, dass wir mindestens einen, wenn nicht sogar drei Punkte mitzunehmen. Weil wir im Spielaufbau und im eigenen Ballbesitz wirklich gute Lösungen gefunden und auch ein gutes Spiel gezeigt haben. Die Standardsituationen haben uns um den Lohn gebracht. So ist es in der 3. Liga. Es ist extrem bitter heute.“

VfB-Mittelfeldspieler Mirko Boland: „Es war in den letzten Tagen einiges los. Das geht natürlich nicht spurlos vorbei. Aber trotzdem muss ich der Mannschaft ein Kompliment aussprechen, wie professionell wir damit umgegangen sind. Wir haben uns doch wirklich fokussieren können auch auf das Wesentliche, das ist das Spiel in Halle gewesen. Leider mit keinem schönen Ende für uns. Die Ecken gehören halt auch mit zum Fußball dazu. Das ist total bitter. Ich glaube, dass man auch vom Einsatz und Willen her der Mannschaft nichts absprechen kann. Wir haben da echt heute nichts vermissen lassen. Letztendlich haben wir uns zu wenig vorne herausgespielt. Sind oft durchgekommen auch über die Außen, bringen den Ball dann aber nicht rein, wo man auch einfach auch Gefahr wecken kann. Das war zu wenig. Wie man beim Tor zum 2:1 für uns gesehen hat. Solche Aktionen haben wir einfach zu wenig ausgespielt. Wo man sieht, dass man viel mehr zum Erfolg kommen könnte. Schlussendlich verlieren wir durch zwei Standardtore. Über das Spiel hinweg hatte Halle jetzt auch nicht viel. Ist natürlich bitter. Es bringt aber nichts und ist weiterhin alles möglich. Was zwar immer nach Durchhalteparolen klingt. Ich weiß aber, dass es absolut in der Mannschaft stimmt und dass macht mir auch Hoffnung. Man hat heute gesehen, dass die Mannschaft total gewillt war. Sicherlich gehört da auch was mehr dazu außer Einsatz und Wille. Deswegen stehen wir auch leider wieder ohne Punkte da. Trotzdem muss ich wirklich der Mannschaft auch mal ein Kompliment geben. Einfach in der schwierigen Phase, wie sie damit umgeht. Auch nach so vielen Nackenschlägen, wie wir sie jetzt wieder bekommen haben. Selbst nach dem 0:2 hat die Mannschaft weitergespielt und daran geglaubt. Da sieht man, dass es zumindest in diese Richtung absolut stimmt. Darauf können wir aufbauen. Vor dem Tor müssen wir einfach zielstrebiger werden. Wir haben von den Fans über Sozial-Media-Kanäle etliche Nachrichten bekommen und Zuspruch erhalten. Wir hatten ja auch intern ein Gespräch mit den Fans. Da muss man sagen, dass das ganz wichtig ist. Die Fans sind der Verein und die werden immer da sein – auch noch in 50 Jahren. Das ist ganz wichtig für uns. Aber so geht es auch nur. Wir brauchen sie, sie brauchen uns auf dem Platz. Das ist allen nochmal bewusst geworden. Wir versuchen natürlich auch ein Stück weit für die Fans, das Beste daraus zu machen und werden bis zum Schluss beziehungsweise bis zum Umfallen kämpfen.“

Florian Schnorrenberg, Trainer vom Hallescher FC: „Das war ein intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen. Uns hat heute die Leichtigkeit gefehlt, weil aktuell ist Lübeck auf dem letzten Tabellenplatz. Da erwartet jeder vielleicht den Sieg von uns. Das war ein chancenarmes Spiel auf beiden Seiten. Vieles lief zwischen den Strafräumen ab. Der Sieg ist schön für uns und war sehr wichtig. Wir wollten die Bälle heute genau auf den Punkt bringen. Jonas Nietfeld macht das zweimal hervorragend. Den ersten von Terrence machen nur ganz wenige in dieser Liga. Das zeichnet ihn aus, dass er uns auf die Siegerstraße bringt. Wir müssen uns den Vorwurf machen, dass wir nicht konsequent auf das dritte Tor gegangen sind. Dann ist das Spiel frühzeitig für uns entschieden. In der Endphase haben wir es uns unnötig schwer gemacht. Das war sicherlich kein Galaauftritt und perfektes Spiel. Das habe ich auch nicht erwartet. Die drei Punkte tun uns sehr gut.“

Mittelfeldspieler Jonas Nietfeld, der beide Tore des Hallescher FC jeweils per Eckball vorbereitete: „Die Standards haben wir schon letzte Woche einstudiert. Dass es diese Woche dann so klappt, mit zwei Toren direkt, ist natürlich super. Ich denke, ich habe mich empfohlen, auch in nächster Zeit die Ecken zu schießen. Es war zwar nicht alles perfekt, wir haben aber das Spiel gewonnen. Und darauf kam es heute an.“