05. November 2021 / 19:34 Uhr

Die tägliche VfL-Meinung: Ich fand den Pongracic-Stream gut, Digga!

Die tägliche VfL-Meinung: Ich fand den Pongracic-Stream gut, Digga!

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die tägliche VfL-Meinung
Die tägliche VfL-Meinung
Anzeige

Alle schimpfen auf Marin Pongracic, der gerade vom VfL Wolfsburg an Borussia Dortmund ausgeliehen ist. Wieso eigentlich? SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Pahlmann fand die Plauderei mit SSYNIC super.

Als ich gehört habe, was Marin Pongracic in dieser Woche in einem Online-Stream so alles ausgeplaudert hat – von seinen Ablösesummen bis zu seinem Frust auf den VfL – war mein erster Gedanke: Das darf der nicht, das geht so nicht. Und allzu logisch erschien mir, dass der VfL und der BVB, bei dem er leihweise spielt, sauer sind, womöglich sogar Strafen aussprechen werden.

Anzeige

Doch mit eine bisschen Abstand frage ich mich: Wieso eigentlich? Haben wir uns schon so sehr an glattgebügelte Fußballer-Statements gewöhnt, dass unsere Augenbrauen zucken, wenn mal einer Klartext redet? Natürlich ist es scheiße, wenn dich dein Klub aussortiert. Natürlich guckst du als junger Profi darauf, was du eigentlich wert bist. So what? Ich bin mir sicher: Die Zahl deutscher Profis, die in ihrer Karriere Gedanken hatten, wie sie auch Pongracic durch den Kopf gehen, ist dreistellig. Wir merken das nur nicht, wenn Medienschulungen und Presseabteilungen aus den Berufskickern Sprechautomaten gemacht haben.

Der Pongracic-Stream mit einem Deutschrapper als Plauderpartner war anstrengend, weil ich als über 50-Jähiger ab dem 20. „Digga“ oder „Alder“ eigentlich nicht mehr zuhören mag. Ich hab’s in diesem Fall trotzdem gemacht. Denn ich fand es spannend – und zudem war dieses Gespräch das, was der Profi-Fußball viel zu selten ist: authentisch. Props, Marin!

Anzeige

_ pahlmann@waz-online.de_