28. Dezember 2020 / 19:37 Uhr

Die tägliche VfL-Meinung: Reden wir doch mal über Geld

Die tägliche VfL-Meinung: Reden wir doch mal über Geld

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die tägliche VfL-Meinung
Die tägliche VfL-Meinung
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Yunus Malli und Jeffrey Bruma würden auf Geld verzichten, wenn sie den VfL Wolfsburg im Winter verlassen. Tun sie es nicht, kann man es ihnen nicht übel nehmen, findet SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Pahlmann.

Über Geld, so ist das hierzulande sprichwörtlicher Brauch, redet man nicht. Machen wir mal eine Ausnahme. Und reden über das Gehalt von Profi-Fußballern. Genauer: Über ihre Bereitschaft oder Nicht-Bereitschaft, auf Geld zu verzichten.

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Gern würde der VfL Yunus Malli und Jeffrey Bruma von der Gehaltsliste streichen. Als sie ihre aktuellen Verträge unterschrieben, hielt man sie noch für wichtige Pfeiler beim Aufbau einer sportlich erfolgreichen Wolfsburger Zukunft – und vereinbarte entsprechende Entlohnungen. Mittlerweile ist klar: Sie sind es nicht. Und wenn Corona nicht wieder die Kader abrupt ausdünnt, werden beide in dieser Saison kein Pflichtspiel mehr für den VfL machen.

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Anderswo könnten sie Verstärkungen sein, regelmäßig zum Einsatz kommen und ihren Ehrgeiz zeigen. Aber sie würden ein halbes Jahr lang deutlich weniger Geld verdienen als in Wolfsburg. Ihre Bereitschaft zum Vereinswechsel dürfte darum überschaubar sein. Und so werden Malli und Bruma ihre Verträge „absitzen“, dieses Wort klingt unschön, denn es impliziert viel Kohle für wenig Arbeit. Aber kann man das den beiden zum Vorwurf machen? Dass Entlohnungen für Profi-Fußballer nach ethischen Maßstäben viel zu hoch sind, ist ja nicht ihre Schuld. Und es hat den VfL ja niemand gezwungen, den beiden diese Verträge vorzulegen. Darum: Finden sie anderswo demnächst ihr Glück, wäre das super – passiert das nicht, muss man sie deswegen noch lange nicht schief angucken.

pahlmann@waz-online.de