24. März 2022 / 20:00 Uhr

Drittliga-Rückzug von Türkgücü hat Domino-Effekt bis zum FC Eilenburg

Drittliga-Rückzug von Türkgücü hat Domino-Effekt bis zum FC Eilenburg

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Das Trainigsgelände von Türkgücü ist geschlossen. Die Münchner scheiden mit sofortiger Wirkung aus dem Spielbetrieb der 3. Liga aus.
Das Trainigsgelände von Türkgücü ist geschlossen. Die Münchner scheiden mit sofortiger Wirkung aus dem Spielbetrieb der 3. Liga aus. © Sven Hoppe/dpa
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Der Rückzug der Münchner aus der 3. Liga kann weitreichende Folgen haben. So verliert der Hallesche FC vier wertvolle Punkte im Abstiegskampf. Doch insbesondere die Fußballer des FC Eilenburg hoffen, dass die Rot-Weißen die Klasse halten. Denn dann steigen auch ihre Chancen, die Regionalliga Nordost zu behaupten.

Leipzig. Türkgücü München zieht sich aus der 3. Liga zurück. Der Club teilte gestern mit, er sei zahlungsunfähig und müsse den Spielbetrieb deshalb zu Ende März einstellen. Für die Drittliga-Konkurrenz aus Mitteldeutschland und auch das Geschehen in der Regionalliga Nordost hat der Schritt teilweise gravierende Konsequenzen.

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„Vollkatastrophe“ für Halleschen FC

Da der Ausstieg vor den letzten fünf Partien der Meisterschaft erfolgt, werden gemäß der DFB-Spielwertung alle bislang absolvierten Spiele von Türkgücü aus der Wertung genommen. Die Münchner sind damit Letzter und erster Absteiger. Für den Halleschen FC ist das eine Hiobsbotschaft. Der HFC, der um den Klassenerhalt kämpft, verliert durch die Annulierung vier Zähler. Der Vorsprung auf die Gefahrenzone reduzierte sich so von acht auf sechs Punkte. Coach André Meyer sprach gestern von einer „Vollkatastrophe“, gab sich aber kämpferisch: „Wir können es nicht ändern und beeinflussen, nur zur Kenntnis nehmen.“

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Für mehr Freude dürfte die Angelegenheit eine Liga tiefer sorgen. Hintergrund: Die Anzahl der Absteiger aus der 3. Liga bestimmt die aus der Regionalliga Nordost wesentlich. Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) hatte in der vergangenen Woche bekräftigt, deren Stärke von 20 auf 18 reduzieren zu wollen. Im schlimmsten Fall hätte so sechs Teams der Gang in Liga fünf gedroht. Dass es dazu kommt, wird nun unwahrscheinlicher.

FC Eilenburg hofft auf wenige Absteiger

Nach aktuellem Stand würden neben Türkgücü der SC Verl, Würzburg und Havelse absteigen, keines dieser Teams allerdings in die Regionalliga Nordost. Bleibt es dabei, müssten aus dieser vier Clubs in die Oberliga absteigen. Diese Zahl reduziert sich aber auf drei, wenn der Nordost-Meister sich in der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga durchsetzt. Zur Zeit rangiert der BFC Dynamo auf Platz eins, will den Sprung nach oben unbedingt schaffen.

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Für den FC Eilenburg haben sich die Chancen auf den Klassenerhalt damit erhöht. Die Knaubel-Elf hat nach dem 0:5 im Nachholer bei TeBe Berlin am Mittwoch 26 Punkte auf dem Konto, steht auf Rang 16. Müssen nur drei Teams runter, beträgt der Abstand der Eilenburger auf den ersten Abstiegsplatz Stand heute fünf Zähler. Bei vier Absteigern sind es vier. Auf die Leipziger Regionalligisten BSG Chemie und 1. FC Lok hat das Türkgücu-Domino keine Auswirkungen. Beide haben mit der Abstiegsfrage nichts zu tun.

(mit dpa)

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