16. September 2021 / 14:53 Uhr

"Dürftige Verteidigung wirft schlechtes Licht": So sehen Fans RB Leipzigs Auftritt in Manchester

"Dürftige Verteidigung wirft schlechtes Licht": So sehen Fans RB Leipzigs Auftritt in Manchester

Erik Wilde
Leipziger Volkszeitung
Aufgrund der Quarantänebestimmungen waren nur wenige RB-Fans im Etihad Stadium dabei. Der Rest drückte den Leipzigern am Bildschirm die Daumen.
Aufgrund der Quarantänebestimmungen waren nur wenige RB-Fans im Etihad Stadium dabei. Der Rest drückte den Leipzigern am Bildschirm die Daumen. © Imago/Revierfoto
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Reichlich Kritik, aber durchaus auch Lob: Nach dem 3:6 von RB Leipzig bei Manchester City diskutieren die Fans der Sachsen über den Abend im Etihad Stadium. SPORTBUZZER-Reporter Erik Wilde hat sich unter den Anhängern umgehört, wie sie die 90 Minuten erlebt haben.

Manchester. Im Vorfeld hatten viele Fans von RB Leipzig mit einem Debakel im ersten Champions League-Spiel der Saison gerechnet. Tatsächlich stand nach dem Duell bei Manchester City ein 3:6 (1:3) zu Buche. Die Elf von Trainer Jesse Marsch präsentierte sich am Mittwochabend jedoch nicht wie zuvor erwartet chancenlos, sondern durfte sich am Ende zurecht über verpasste Chancen und vor allem eigene Fehler ärgern. Im Anschluss rief das Spiel bei Fußballfans, national wie international, entsprechend gemischte Reaktionen hervor.

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"Sieg wäre eine Ausnahmeleistung gewesen"

Laut RB-Fan Louis aus der schottischen Grafschaft Ayrshire hätten sich die Sachsen besser auf den eigenen Ballbesitz fokussiert, anstelle diesen den „Skyblues“ zu überlassen. Bei der Aufstellung hatte er zunächst durchaus Chancen für einen Punkt gesehen – die Spielweise habe das zunichte gemacht.

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Diese Ansicht teilte auch Maciek aus Polen, der hinzufügte, dass die Spielidee der Leipziger für ihn immer noch nicht erkennbar sei. „Wir haben zwei drei gute Aktionen gespielt, aber dann kamen Klostermanns Hand und der Elfmeter“, meinte der bekennende Leipzig-Fan und fügte hinzu, dass RB sich nach den eigenen Toren besser konzentrieren sollte.

„Ein Sieg wäre eine Ausnahmeleistung gewesen und konnte beim besten Willen nicht die Erwartung gewesen sein“, kommentierte Kevin, der die Roten Bullen von Schleswig-Holstein aus verfolgt. Die Variabilität habe komplett gefehlt, setzte er nach, obwohl das 4-2-3-1-System der Leipziger bei dem Kader nicht verkehrt sei. Neben einer Überforderung mit der Viererkette sah Kevin aber auch Verbesserungen zu den vorherigen Partien. „Die drei Tore sahen nicht nach Einzelaktionen, sondern systematisch herausgespielt aus. Nkunku wurde von Mukiele, Olmo und Poulsen gut bedient und für die Defensive von Man City wurden immer wieder Lösungen gefunden, die uns in der Bundesliga gefehlt haben.“

Neues Personal braucht Zeit

Doch nicht nur in der Leipziger Fangemeinde wurde das Spiel der Sachsen beim englischen Meister ausgiebig diskutiert. Auch aus Indien gab es Wortmeldungen. Aaron Philip ist eigentlich Dortmund-Fan, verfolgt aber auch des Öfteren die Auftritte der Leipziger. Seiner Einschätzung nach spielte RB ein intensives Spiel gegen einen intensiven Gegner „…und die dürftige Verteidigung, die zu den meisten Toren führte, warf ein schlechtes Licht auf eine mögliche Verbesserung im Gegensatz zu dem, was man gegen Wolfsburg sah.“

Pradyumn Krishnan, seines Zeichens Anhänger des FC Liverpool, hatte das Unheil schon nach der Auslosung der Gruppenphase kommen sehen. „Ich fühlte, dass es eine Gruppe ist, in der RB Schwierigkeiten hat zu bestehen“, so der Wahl-Dubaier. „Nach der Niederlage in Manchester wird Leipzig mit dem neuen Personal Zeit brauchen, ehe die Mannschaft wieder zu der Stärke von vor eins oder zwei Jahren zurückfindet.“


Dass Zeit nötig sein wird, betonten zuletzt sowohl Coach Jesse Marsch als auch Vorstandschef Oliver Mintzlaff. Und ebenso werden die Fans Geduld haben müssen. Wie lange? Das weiß keiner.