10. Dezember 2020 / 15:09 Uhr

Dynamo Dresden baut in Halle die Abwehr um

Dynamo Dresden baut in Halle die Abwehr um

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo-Trainer Markus Kauczinski spielt das erste Mal mit einer Mannschaft gegen den VfB Lübeck.
Markus Kauczinski hat mehrere Optionen für die Besetzung seiner Abwehr beim Auswärtsspiel in Halle. © Jochen Leimert
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Mit welcher taktischen Ausrichtung die Sportgemeinschaft beim HFC antritt, ließ der Trainer aber noch offen. Robin Becker und Kevin Ehlers haben gute Chancen, in die Startelf zu rücken.

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Dresden. Es wird spannend zu sehen, wie Dynamo Dresden die namhaften Ausfälle in der zuletzt so stabilen Abwehr im kommenden Spiel auffangen wird. Bei der Auswärtspartie am Sonnabend (14 Uhr) in Halle können Kapitän Sebastian Mai (Knieverletzung) und Routinier Marco Hartmann (Gelb-Rot-Sperre) nicht mitwirken, daher muss Trainer Markus Kauczinski andere Lösungen finden. In der Pressekonferenz vor der Begegnung des Tabellenführers beim Achten des Klassements deutete der Coach am Donnerstagmittag an, sich noch nicht entschieden zu haben: „Es gibt verschiedene Möglichkeiten und auch Leute, die in die Bresche springen können. Da machen wir uns noch Gedanken, trainieren in jede Richtung.“ Er ließ also noch offen, ob er die zuletzt so erfolgreich praktizierte Dreier-Abwehrkette anstelle von Hartmann und Mai mit Kevin Ehlers oder Robin Becker auffüllt oder ob er zu einer Viererkette zurückkehrt, in der Tim Knipping und Ehlers die Innenverteidigung bilden.

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Robin Becker lauert auf sein Comeback

Rechtsverteidiger Robin Becker, der nach langer Verletzungspause auf die Rückkehr in die Startelf lauert, würde sich auch einen Einsatz im Zentrum zutrauen: „Ich bin auf jeden Fall bereit dazu, habe es auch schon gespielt“, so der Neuzugang aus Braunschweig, der dort bei der Eintracht trotz seiner nur 1,82 Körpergröße viele Spiele als Innenverteidiger erfolgreich absolvierte. Als gelerntem Rechtsverteidiger sei ihm grundsätzlich diese Position in einer Viererkette etwas näher, er könne sich aber auch mit dem Job im Zentrum durchaus anfreunden: „Es ist mir relativ egal. Wenn ich spielen sollte, werde ich alles geben“, so der 23-Jährige.

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Das wäre auch der Plan, den Pascal Sohm an alter Wirkungsstätte gern umsetzen würde. Ob der Stürmer, der wie Mai erst im Sommer vom HFC zu Dynamo gekommen war, in der Saalestadt auflaufen darf, wollte Kauczinski auch nicht verraten. In Bestform sei der lange an Sprunggelenksproblemen leidende Sohm noch nicht, glaubt der 50-Jährige: „Er war lange weg. Man sieht, dass er noch Zeit braucht. Er ist aber auf dem aufsteigenden Ast.“ Angesichts von noch vier ausstehenden Spielen bis Weihnachten denkt der Trainer aber über Rotation nach, obwohl das Duo Christoph Daferner/Philipp Hosiner in den letzten Spielen - abgesehen vom 0:0 gegen den KFC - insgesamt gut funktioniert, Leistung abgeliefert habe. So sei auch Sohm ein Thema: „Er ist in der Verlosung.“

Rätselraten um Mais Verletzung

Weit mehr als die Besetzung seiner Abwehr und des Angriffs in Halle sorgt Kauczinski das Befinden von Mai, der nach dem 0:0 gegen Uerdingen über Probleme am Knie klagte. Wie schwer die Blessur des Spielführers ist, will Dynamo noch nicht an die große Glocke hängen: „Wir haben eine Diagnose, lassen das aber nochmal überprüfen.“ Die Schmerzen und die Schwellung seien bei Mai zwar rückläufig, aber er habe schon mal eine Vorschädigung am Gelenk gehabt, daher werde man sehr vorsichtig vorgehen, nix riskieren. Ausfallen werden beim HFC daneben auch weiter die Langzeitverletzten Chris Löwe, Luka Stor und Paul Will.

Für ein positives Echo sorgte bei Kauczinski die Nachricht, dass bereits 30.000 Geistertickets für das Pokalspiel am 22. Dezember gegen Darmstadt 98 verkauft wurden. „Sensationell“, findet der Trainer das Engagement der Fans, „das ist eine tolle Aktion“. Für ihn ging am Donnerstag sein erstes Jahr als Cheftrainer bei Dynamo zu Ende. „Das war eine sehr intensive Zeit mit vielen besonderen Momenten. Es war schon schwierig, gab besondere Herausforderungen, die man so nicht abschätzen konnte“, blickte der Gelsenkirchener zurück.

Spontan fiel ihm ein Moment als besonders aufregend, einprägsam ein: das Spiel Anfang März gegen Aue, das Dynamo 2:1 vor über 30.000 Fans gewann. „Das war der Moment, wo wir alle gedacht haben: ,Wir schaffen den Turnaround!'“ Damals sei die Zuversicht groß gewesen, den Abstieg zu verhindern: „Wir hatten alle das Gefühl, jetzt starten wir durch!“ Dann kam Corona, die Quarantäne, der Abstieg, der Neuaufbau. An dem will der Coach nun munter weiter feilen, mit veränderter Startelf auch in Halle punkten.