09. Dezember 2020 / 14:36 Uhr

Dynamo Dresdens Angreifer Sohm heiß auf Ex-Club Halle: "Meine Zeit wird kommen"

Dynamo Dresdens Angreifer Sohm heiß auf Ex-Club Halle: "Meine Zeit wird kommen"

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Pascal Sohm
In der Liga hat Neuzugang Pascal Sohm für Dynamo noch nicht getroffen. © Getty Images
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Am Samstag reist Dynamo Dresden zum Auswärtsspiel nach Halle. Pascal Sohm trifft dabei auf seine alten Weggefährten, denn im Sommer wechselte der 29-Jährige von der Saale an die Elbe. Im SPORTBUZZER-Interview spricht der Stürmer über seinen Wechsel, die Verletzungssorgen und die anstehende schwierige Begegnung mit dem HFC.

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Dresden. Pascal Sohm wechselte im Sommer vom Halleschen FC zu Dynamo Dresden. An der Saale sammelte der 29-Jährige viel Drittliga-Erfahrung, die er durch eine langwierige Verletzung bisher an der Elbe kaum einbringen konnte. Doch er ist fit und lauert im Duell gegen seine einstigen Teamkameraden am Sonnabend auf seine Chance.

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Herr Sohm, wie geht’s Ihnen? Alles gesund?

Alles gesund, ich bin wieder voll auf dem Dampfer, kann voll mittrainieren und fühle mich gut momentan.



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Sie leben nun seit einigen Monaten in Dresden. Wie wohl fühlen Sie sich hier?

Sehr wohl, nicht nur in der Mannschaft. Ich gehe sehr gern zum Training, da haben wir echt gute Bedingungen, auch das Drumherum mit den Teamkollegen ist tiptop. Aber auch meine Wohnung ist jetzt voll eingerichtet. Da ging es zuletzt vor allem um die Weihnachtsdeko. Und die Stadt finde ich ohnehin cool, war vor meinem Wechsel auch privat schon öfter hier.

Ein Wechsel nach Dresden wird von den Spielern auch oft mit den Fans begründet. Dieser Faktor hat sich ja durch Corona leider weitgehend als Nullnummer erwiesen...

Ich habe mit Großaspach schon zwei Auswärtsspiele in Dresden miterlebt. Diese Megastimmung hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Auch wenn diese Saison anfangs nur 10.000 Leute im Stadion waren, war es geil. Aber das jetzt ist einfach nur schade. Es würde dem Fußball besser tun, wenn die Fans wieder dabei wären. Wir müssen das jetzt so hinnehmen. Andere Berufsfelder haben mit Corona viel mehr zu kämpfen als wir Fußballer. Da ist das nur ein kleines Übel.

Sie hatten in dieser Saison lange mit Sprunggelenksproblemen zu kämpfen. Haben Sie die komplett überwunden oder sind noch manchmal Nachwirkungen zu spüren?

Als es vor einigen Tagen mal richtig kalt war, habe ich es noch gespürt. Aber mittlerweile ist wieder alles gut. Es hatte sich lange gezogen, man wusste nicht, woran genau es lag. Strukturell war ja nichts kaputt, aber ich hatte die Schmerzen. Nun kann ich wieder schmerzfrei trainieren.

Durch den langen Ausfall sind Sie bisher allerdings kaum zum Zug gekommen, hatten nur vier Kurzeinsätze. Was fehlt noch zum ersten Startelfeinsatz?

Das hängt schon auch damit zusammen, dass es so gut lief in den Spielen. Das macht es mir nicht einfacher. Dem Trainer auch nicht – er hatte ja keinen Grund, die Startelf großartig durchzutauschen. Ich glaube, der Trainer sieht, dass ich gut trainiere, und wechselt mich dadurch auch immer mal ein. Natürlich ist die Startelf mein Ziel, aber ich bin einfach zu einem ungünstigen Zeitpunkt wieder fit geworden. Ich brauche noch ein bisschen Geduld. Meine Zeit wird kommen – wann genau, weiß ich nicht. Aber ich muss dann da sein und gebe Gas im Training.

Wie spielt Ihnen dabei die Systemumstellung in die Karten? Kommen Sie lieber über die Außenseite oder ab durch die Mitte?

Mir liegt das mit den zwei Stürmern persönlich lieber. Ich habe lieber einen Partner im Zentrum, als auf der Außenbahn auf mich allein gestellt zu sein, weil ich ein Spielertyp bin, der gern kombiniert. Das war auch in Halle lange meine Position.

In Dynamos Offensive lief es zuletzt bis auf Uerdingen sehr gut, das Sturmduo Hosiner/Daferner ist eingespielt. Welche zusätzlichen Stärken könnten Sie dort einbringen?

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Die Beiden haben es dort vorn echt gut gemacht. Nur weil es gegen Uerdingen nicht so geklappt hat, muss man nicht alles in Frage stellen. Aber ich kann der Mannschaft helfen, weil ich im Spiel gegen den Ball als Stürmer einen guten Job mache, glaube ich. Und mit dem Ball sind die Läufe hinter die Abwehr meine große Stärke, ich werde auch gern mal geschickt. Das unterscheidet mich von den Anderen und der Trainer hat damit je nach Spiel noch eine zusätzliche Option.

Nun geht es gegen Ihren Ex-Verein. Ist das für Sie dadurch unangenehmer oder sind Sie im Gegenteil sogar besonders motiviert?

Unangenehm nicht, aber ich bin auch nicht mehr motiviert als sonst. Es gibt einfach vom Drumherum ein paar Überschneidungspunkte mehr. Es ist kein „Spiel wie jedes andere“, denn ich habe dort ein zwei Jahre gespielt, kenne viele Personen und auch die Gegenspieler. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, sie wiederzusehen.

Zu welchen Hallensern haben Sie noch regelmäßig Kontakt?

Zu Torhüter Kai Eisele habe ich einen echt guten Draht und zu Terrence Boyd, der mein Sturmpartner war. Gerade am Anfang der Saison war ich auch öfter in Halle und habe da Leute besucht. Seit das mit Corona Überhand genommen hat, ist das natürlich schwieriger. Aber der Kontakt nach Halle ist auf jeden Fall noch vorhanden.

Mit Sebastian Mai haben Sie zusammen beim HFC gespielt. Tauschen Sie sich manchmal über die dortigen Entwicklungen aus?

Ich gucke selber gern Fußball, auch 3. Liga. Wenn Halle spielt, schalte ich gerne ein, „Basti“ auch ab und zu. Es ist immer ganz witzig, wenn man da noch einen Kollegen von dort hat, mit dem man sich darüber unterhalten kann, was da gerade in Halle alles abgeht. Doch innerhalb der Mannschaft spielt das keine Rolle, dass ich ihn zwei Jahre länger kenne als andere. Aber ich verstehe mich gut mit ihm.

Das letzte Heimspiel haben die Hallenser vor zwei Monaten gegen Zwickau verloren. Wie schwer wird das, im Erdgas-Sportpark gegen diese Truppe zu gewinnen?

Sie haben zu Hause in letzter Zeit echt gute Spiele absolviert und eine gute Serie hingelegt. Auswärts in Verl haben sie 4:2 verloren. Nach den zwei frühen Gegentoren war es in dieser Liga schon schwer, wieder zurückzukommen. Sie sind wirklich eine gute, solide Drittligamannschaft, die auch von den Charakteren her Freude macht. Das wird auch ein Mentalitätsspiel für uns. Das müssen wir annehmen. Eine schwierige Aufgabe, aber unterm Strich trotzdem machbar.

Seine letzten beiden Heimspiele hat Halle jeweils 2:0 gewonnen. Terrence Boyd hat alle vier Tore gemacht, auch in Verl hat er wieder getroffen. Wie kriegt man den am besten in den Griff?

Er ist als Stürmer schwierig zu greifen mit seiner Robustheit und seiner Präsenz. Man muss die Konzentration 90 Minuten lang hochhalten und auf ihn achten. Und wenn er mal abtaucht, ist er danach wieder zur Stelle. Wenn er seine Momente bekommt, nutzt er sie. Wir müssen Halle schon weiter vorn so unter Druck setzen, dass er gar nicht die Räume kriegt, die er gerne hätte. Dann hängt er vielleicht auch mehr in der Luft.

Ungünstig, dass durch Marco Hartmanns Platzverweis ausgerechnet jetzt die Abwehr umgestellt werden muss...

Blöd gelaufen, zumal die Gelb-Rote Karte aus meiner Sicht mit mehr Fingerspitzengefühl des Schiedsrichters vermeidbar war. „Harti“ hätte auf jeden Fall gegen Boyd gut getan. Wir standen mit ihm hinten zuletzt sehr gut, er wird auch aus Organisator und Sprachrohr fehlen. Aber wir haben einen breiten Kader. Die Leute, die hinten dran stehen, haben auch viel Qualität. Sie sind jetzt an der Reihe und werden auch einen guten Job machen.

Wie sehr liebäugeln Sie damit, gegen Halle mal eine längere Chance zu bekommen als nur zehn Minuten?

Von mir aus gern. Selber beeinflussen kann ich das nicht. Ich biete mich vor allem im Training an. In den Spielen ist das schwieriger, die waren oft schon entschieden, als ich kam. Da hatte ich in den wenigen Minuten auch keine großen Aktionen mehr. Aber gegen meine alten Kameraden etwas länger zu spielen, wäre schon schön.

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