16. April 2021 / 16:53 Uhr

Während der Play-offs: Warum drei Scorpions eine Anti-Corona-WG gegründet haben

Während der Play-offs: Warum drei Scorpions eine Anti-Corona-WG gegründet haben

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zocken in der Anti-Corona-WG: Die Scorpions Roman Pfennings, Mario Trabucco und Tomi Wilenius wohnen für die Play-off-Zeit zusammen.
Zocken in der Anti-Corona-WG: Die Scorpions Roman Pfennings, Mario Trabucco und Tomi Wilenius wohnen für die Play-off-Zeit zusammen. © privat
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Während der Play-offs sollen die Hannover Scorpions die Corona-Regeln besonders strikt einhalten. Roman Pfennings ist deshalb zur Sicherheit zu Mario Trabucco und Tomi Wilenius in die WG gezogen. Der Alltag: Pasta, Kartenspiel und Netflix.

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Für den Erfolg in den Play-offs tun sie alles. Die Spieler von Eishockey-Oberligist Hannover Scorpions sind von Vereinsseite dazu angehalten worden, in der wichtigsten Phase der Saison die üblichen Corona-Regeln noch strikter als sonst einzuhalten und mögliche Infektionen mehr denn je zu vermeiden. Denn Quarantäne bedeutet das Saisonende. Roman Pfennings hält sich daran, ist sogar von zu Hause ausgezogen – und lebt vorübergehend in einer Wohngemeinschaft mit dem Kanadier Mario Trabucco und dem Finnen Tomi Wilenius.

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Bei dem kleinen Haus, in dem bis vor wenigen Jahren die Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark vor ihrem Umzug nach Bissendorf untergebracht war, handelt es sich um eine ehemalige Betriebswohnung des Schwimmmeisters. Drei Zimmer, Küche, Bad – was will man mehr? Reicht aus für die drei Stürmer.

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Pfennings lebt normalerweise in WG in der Nordstadt

Und gibt es schon den für Wohngemeinschaften klassischen Putzplan? Pfennings lacht. „Nein, den brauchen wir hoffentlich nicht. Jeder weiß, dass er Ordnung halten muss.“ Dabei hat er Erfahrung mit solchen Lebensverhältnissen. Denn Pfennings ist quasi von WG zu WG gezogen. Er studiert Maschinenbau in Hannover, wohnt zusammen mit zwei Kommilitonen in der Nordstadt. Normalerweise fährt ihn von dort die S-Bahn nach Mellendorf.

Dies ist in seiner Play-off-WG nun anders: Die Lage ist ein Traum. Die Unterkunft befindet sich auf dem Gelände des Freibads, das direkt an das Eisstadion angrenzt. „Das ist perfekt. Wir können zu Fuß zum Training oder den Spielen gehen“, sagt Pfennings. Und solche zeitlichen Ersparnisse schaffen natürlich mehr Freiraum für die Homeofficeverpflichtungen eines Studenten.

Carbonara zum Einstand

Trabucco und Wilenius wohnen als Kontingentspieler schon seit Saisonbeginn in dem Haus. Pfennings zog Anfang April ein – und hatte einen klasse Einstand. „Ich habe Spaghetti Carbonara für uns gekocht. Das hat den Jungs super geschmeckt.“ Vielleicht serviert Pfennings ja in der am Donnerstag beginnenden Halbfinalserie gegen die Crocodiles Hamburg (siehe Kasten) auch wieder – dann aber Vorlagen statt Pasta. Der Finne Wilenius, bester Scorpions-Torjäger, ist in seiner Reihe sein Sturmpartner neben Patrick Schmid.

Auf dem Eis passt es schon die komplette Saison prima. In der WG auch, was die Verständigung betrifft sowieso. „So kann ich gleich mein Englisch verbessern“, sagt Pfennings. Auch in der Freizeit unternimmt das Trio viel, natürlich nur in den eigenen Wänden. Kartenspiele stehen hoch im Kurs, aber auch das gemeinsame Schauen von Netflix-Serien. „Mario kennt die Serien schon. Aber er ist sehr freundlich und verrät Tomi und mir nicht, wie es weitergeht“, sagt der 27-Jährige.

Bilder vom Play-off-Viertelfinale der Eishockey-Oberliga zwischen den Hannover Scorpions und Rostock Piranhas

Bilder vom Play-off-Viertelfinale der Eishockey-Oberliga zwischen den Hannover Scorpions und Rostock Piranhas Zur Galerie
Bilder vom Play-off-Viertelfinale der Eishockey-Oberliga zwischen den Hannover Scorpions und Rostock Piranhas © Florian Petrow

"Sie haben schon betont, dass ich möglichst lange wegbleiben soll"

Heimweh in die Nordstadt hat er nicht. „Mit meinen Mitbewohnern in Hannover schreibe ich viel. Sie haben schon betont, dass ich möglichst lange wegbleiben soll“, schmunzelt Pfennings.

Selbstredend gönnen sie ihrem Freund und Kommilitonen einen möglichst langen Verbleib in den Play-offs – was idealerweise einen Aufenthalt in der Mellendorfer WG bis Anfang Mai zum Aufstiegsfinale bedeuten würde.