26. September 2022 / 11:57 Uhr

"Ich bin der Richtige": Wie England-Trainer Southgate vor dem DFB-Duell gegen die Krise kämpft

"Ich bin der Richtige": Wie England-Trainer Southgate vor dem DFB-Duell gegen die Krise kämpft

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gareth Southgate bleibt vor dem Klassiker trotz Kritik selbstbewusst. 
Gareth Southgate bleibt vor dem Klassiker trotz Kritik selbstbewusst.  © IMAGO/Independent Photo Agency
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Knapp zwei Monate vor dem Beginn der WM in Katar wird es um Englands Nationalteam und Trainer Gareth Southgate zunehmend ungemütlich. Nach fünf Spielen ohne Sieg in Folge steht vor allem der Coach in der Kritik. Southgate gibt sich selbstbewusst, weiß aber auch: Eine Pleite gegen Deutschland dürfte die Krise verschärfen.

Auch in seiner schwersten Krise als Nationaltrainer Englands macht Gareth Southgate das, was er meistens macht. Der 52-Jährige tritt ruhig auf, sehr sachlich, große Emotionen trägt er zumindest nicht nach außen. Es ist gar nicht so lange her, da wurde Southgate für sein staatsmännisch anmutendes Verhalten in England gefeiert. Nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg und der jüngsten 0:1-Niederlage in Italien wird er von Fans ausgepfiffen. Nicht wenige fordern in den sozialen Netzwerken bereits den zuletzt vom FC Chelsea freigestellten Thomas Tuchel als Nachfolger. Aber Southgate sagt: "Ich bin der Richtige."

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Vor dem brisanten Wembley-Klassiker gegen Deutschland am Montag (20.45 Uhr/RTL) könnte die Stimmung rund um die "Three Lions" kaum schlechter sein. Die BBC nennt den bereits feststehenden Abstieg in die B-Liga der Nations League "beschämend". Nicht mal zwei Monate vor dem Start der Weltmeisterschaft in Katar läuft England "zum ungünstigsten Zeitpunkt gegen die Wand", schreibt der Guardian.

Das Spiel gegen die ebenfalls kriselnden Deutschen bietet den Engländern nun also zwei Möglichkeiten: entweder hellt sich die Atmosphäre inmitten des Katar-Countdowns doch noch etwas auf - oder die Diskussionen um den angeschlagenen Southgate nehmen richtig Fahrt auf.

Ideenloser Auftritt gegen Italien

Dass dieser nach der Pleite in Italien davon sprach, "dass die Leistung ein Schritt in die richtige Richtung war", dürfte manchen Anhänger zusätzlich erzürnen. Wenn überhaupt, dann war der ideenlose Auftritt höchstens ergebnistechnisch ein Fortschritt in Bezug auf die peinliche 0:4-Niederlage zuhause gegen Ungarn im Juni.

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Aber Southgate ist nicht dumm. Er weiß, dass er mit solchen Aussagen den Fokus der Kritik auf sich zieht. "Wenn die Reaktionen sich auf mich richten, ist das total in Ordnung, weil ich 52 bin und so gut wie alles durchgemacht habe", sagte er. "Es ist mein Job, den Druck von den Spielern wegzunehmen." Und die verteidigen ihn.

"Er hat in den letzten Jahren gezeigt, was er diesem Team gibt", sagte Offensivspieler Raheem Sterling vom FC Chelsea am Sonntag. "Er ist jemand, dem alle Jungs vertrauen und dem wir alle in seine Richtung folgen wollen."

Wenig Ideen gegen tiefstehende Gegner

Es ist aber auch Southgates Job, seinen Spielern fußballerische Lösungen anzubieten. Unter Southgate waren die Three Lions in der Regel dann am stärksten, wenn sie dem Gegner den Ball hoch abjagen und dann schnell zur Attacke übergehen konnten. Das gelingt seit geraumer Zeit aber kaum noch. Trifft England auf top organisierte und tief verteidigende Teams wie Ungarn oder Italien, fehlen Ideen.

Kurioserweise erging es den ebenfalls zu den WM-Mitfavoriten zählenden Spaniern beim 1:2 gegen die Schweiz ähnlich: mehr Ballbesitz als der Gegner, kaum Lösungen. Auch Weltmeister Frankreich befindet sich kurz vorm Turnier nicht in Topform.

Spiel gegen Deutschland als Mutmacher für die WM

Doch selbst wenn er nicht der einzige Nationalcoach mit Problemen ist, muss Southgate jetzt liefern. Angesichts seiner beachtlichen Turnier-Resultate in der Vergangenheit (WM-Vierter 2018, Vize-Europameister 2021) dürfte er zwar auch bei einer weiteren Niederlage gegen Deutschland nicht beurlaubt werden. Aber die Engländer wollen jetzt zumindest einen Mutmacher, etwas, das ihnen mit Blick auf die WM Hoffnung macht.

"Es ist einfach so: man braucht wirklich Zeit, um etwas entwickeln zu können und erfolgreich zu sein", sagte Ex-Nationalspieler Owen Hargreaves am Sonntag im Interview auf ran.de. Und der frühere Bayern-Profi sagt auch: "Aber natürlich ist irgendwann auch mal der Moment gekommen, an dem man eine Trophäe gewinnen muss."

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