23. Oktober 2021 / 13:28 Uhr

Vom Spielertrainer in Luxemburg zum Interimscoach des FC Bayern: So tickt Nagelsmann-Ersatz Dino Toppmöller

Vom Spielertrainer in Luxemburg zum Interimscoach des FC Bayern: So tickt Nagelsmann-Ersatz Dino Toppmöller

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dino Toppmöller vertritt Julian Nagelsmann beim FC Bayern.
Dino Toppmöller vertritt Julian Nagelsmann beim FC Bayern. © Getty Images/IMAGO/ULMER Pressebildagentur (Montage)
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Dino Toppmöller kennt die großen Fußballbühnen bereits. Im Fokus steht der 40-Jährige dabei eigentlich nie. Als Co-Trainer agiert der frühere Zweitliga-Profi eher in der zweiten Reihe. Jetzt vertritt der Sohn von Trainer-Legende Klaus Toppmöller zum zweiten Mal den an Corona erkrankten Bayern-Trainer Julian Nagelsmann. Der SPORTBUZZER stellt den eigentlichen Interimscoach des deutschen Rekordmeisters vor.

Dino Toppmöller ist erneut als Vertretungschefcoach gefordert - wie einst sein bekannter Papa Klaus. Nach einem Corona-Fall bei Bayern-Trainer Julian Nagelsmann rutscht der 40-jährige Sohn des früheren Bundesliga-Trainers wieder in die Chef-Rolle. Vor dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen die TSG 1899 Hoffenheim ist das Vertrauen in seine Arbeit groß. "Ich glaube, du wärst selber ein sehr guter Cheftrainer und das weißt du. Deshalb schätze ich es umso mehr, dass du mich mit deiner Kompetenz unterstützt und weiter zu den Erfolgen beiträgst", schwärmte Nagelsmann vor wenigen Wochen im Podcast des FC Bayern von Toppmöller und lobte dessen "unglaublich schnelle Auffassungsgabe" und "eigene Kreativität".

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Der Sohn des früheren Leverkusen-Trainers kennt die Aufgabe als Chef-Trainer bestens. Bereits im Alter von 29 Jahren startete der heutige Bayern-Assistent seine Karriere an der Seitenlinie - zunächst als Co-Trainer des FSV Salmrohr in der Oberliga (2010 bis 2012). Danach ging es als Trainer in der Rheinlandliga beim SV Mehrig (2013 bis 2014) weiter, im Anschluss folgte der Schritt nach Luxemburg zu Hamm Benfica als Spielertrainer (2014 bis 2016). Und dort überzeugte Toppmöller mit seiner Arbeit die Verantwortlichen von F91 Düdelingen. Mit dem luxemburgischen Dauermeister ging die Reise durch Europa los. Als Chef-Trainer der Rot-Gelben gastierte der frühere Zweitliga-Profi unter anderem in der Europa-League-Gruppenphase im November 2018 im Giuseppe Meazza beim AC Mailand. Insgesamt 18 Spiele auf internationaler Ebene begleitete Toppmöller als Coach.

Nach dem Aus in Düdelingen im Sommer 2019 ging es für den gebürtigen Wadernern für nur fünf Monate zu RE Virton in die zweite belgische Liga. Toppmöller war nach der Entlassung im Dezember für ein paar Monate ohne Job. Dann kam der Lockruf des früheren Leipziger Sportchefs Markus Krösche. Es folgte ein am Ende erfolgreiches Telefonat mit Ex-RB-Coach Nagelsmann. "Wir waren auf einer Wellenlänge", erinnert sich der Bayern-Trainer heute. Im vergangenen Sommer nahm der 34-Jährige seinen sechs Jahre älteren Co-Trainer nach einem erfolgreichen Jahr bei RB Leipzig mit nach München. Toppmöllers Höhepunkt beim Rekordmeister folgte mit dem 4:0-Sieg bei Benfica Lissabon in der Champions League, wo er erstmals bei den Bayern als Chef an der Seitenlinie stand.

Lob am Aushilfsboss gab es auch aus der Mannschaft. Toppmöller habe es "super gemacht, das ganze Trainerteam ist ja nicht nur eine Person, die dann vorne den Julian als Chefcoach vertreten hat", sagte Nationaltorwart Manuel Neuer: "Wir erarbeiten das immer alle gemeinsam, alle sind in den Besprechungen dabei und haben eine große Anteilnahme. Sie haben es alle zusammen gut gemacht." Mit den weiteren Assistenten Benjamin Glück und Xaver Zembrod erstmal weiter besonders gefordert. "Julian kann als Cheftrainer Verantwortung abgeben und einen das Vertrauen auch spüren lassen. Das ist eine ganz große Eigenschaft von ihm", sagte Toppmöller. Unter Nagelsmann könne man sich "ein Stück weit frei" bewegen. Außerdem sei der Boss ein Menschenfänger. "Er kann Leute begeistern, hat immer gute Sprüche auf Lager und ist ein begnadeter Witze-Erzähler", meinte Toppmöller lachend weiter.

Papa Klaus: Das war "typisch Dino"

Papa Klaus Toppmöller sieht derweil deutliche Unterschiede im Verhalten von Sohn Dino zu seinem eigenen Auftreten als Trainer. "Das gegen Lissabon war typisch Dino", sagte der 70-Jährige der Bild über den Co-Trainer des FC Bayern: "Ich wäre nach den Toren sicher über den Rasen gerannt. Dino bleibt immer ruhig. Immer, auch beim Autofahren, wenn man sich mal streitet. Er muss nicht den Zampano machen. Er ist der sachlichste Mensch auf der Welt. Das hat er eher von seiner Mutter."