22. Februar 2019 / 10:45 Uhr

Zeitspiel-Ärger: Ex-FIFA-Schiedsrichter Kinhöfer rechnet mit dem FC Bayern ab

Zeitspiel-Ärger: Ex-FIFA-Schiedsrichter Kinhöfer rechnet mit dem FC Bayern ab

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Trainer Niko Kovac gab nach dem Liverpool-Spiel, dass Javi Martinez einen Krampf vorgespielt hat.
Bayern-Trainer Niko Kovac gab nach dem Liverpool-Spiel, dass Javi Martinez einen Krampf vorgespielt hat. © imago/Moritz Müller
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Kurz nach dem 0:0 gegen den FC Liverpool gab Bayern-Trainer Niko Kovac unverhohlen systematisches Zeitspiel zu. Das bringt den ehemaligen FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer auf die Palme. Gibt es Konsequenzen? 

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Das Zeitspiel gegen Liverpool lässt den FC Bayern München nicht mehr los! Nachdem sich Trainer Niko Kovac auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen Hertha BSC bereits unangenehmen Fragen ausgesetzt sah, gibt es jetzt auch Kritik aus Schiedsrichter-Kreisen. In der Bild schießt der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer scharf gegen Kovac und fordert sogar Konsequenzen seitens der UEFA. Kovac hatte direkt nach dem Spiel zugegeben, dass die Bayern Zeit geschunden haben. So habe Javi Martinez in der Schlussphase des umkämpften 0:0 in Anfield einen Krampf gewissermaßen erfunden.

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Internationale Pressestimmen: FC Liverpool gegen FC Bayern München!

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Der FC Bayern München erreicht ein 0:0 in Liverpool. Das schreibt die internationale Presse zur Nullnummer des FCB in Anfield. ©

"Eigentlich muss da etwas von der UEFA oder in der Bundesliga kommen, wenn etwas so publik wird", meint Kinhöfer. "Mich regt so was auf. Das ist eine Unsportlichkeit und konterkariert den Fair-Play-Gedanken." Pikant: Kovac gilt eigentlich als ausgesprochen fairer Sportsmann, gewann als Trainer von Eintracht Frankfurt nach dem Relegationsspiel gegen Nürnberg 2016 sogar den Fair-Play-Preis. Umso schwerer wiegt, dass der Trainer seine Spieler offenbar zum Zeitspiel ermutigt. Kinhöfer: "Ich halte es einfach nur für schlecht. Sie geben eine Pressekonferenz über Menschenrechte und Moral, legen dann auf dem Platz so ein Verhalten an den Tag." Das passe nicht zusammen.

Kinhöfer: Keine unmittelbaren Konsequenzen für Liverpool-Zeitspiel

Kovac war nach vernichtenden Reaktionen auf seine Aussagen am Donnerstag zurückgerudert. „Vielleicht war das unnötig oder dumm. Zeitspiel ist ein Teil des Spiels, ich will das nicht entschuldigen, aber ich glaube, dass das in die falsche Richtung geht“, sagte Kovac im Hinblick auf seine Zeitspiel-Beichte. Unmittelbar nach dem Spiel hatte der Kroate einen ganz ehrlichen Moment - vielleicht zu ehrlich. Kovac bei Sky: „Wir wissen alle, wie es ist, es ist kurz vor Ultimo, da versucht man, ein bisschen Zeit zu schinden. Javi (Martinez, d. Red.) hat gute Laufleistungswerte, der kann gar keinen Krampf haben. Das ist alles ein bisschen gespielt.“

Mehr zum Zeitspiel-Ärger

Unmittelbare Folgen für die Stars des FC Bayern hat der Zeitspiel-Ärger von Liverpool übrigens nicht. Denn das Spiel ist vorbei. Kinhöfer glaubt allerdings, dass die Schiedsrichter der Bundesliga künftig genauer hinschauen werden - zumal Kovacs Aussagen zum DFB-Pokal-Krimi gegen Hertha nahelegen, dass die Szenen des Liverpool-Spiels kein Einzelfall waren. Kinhöfer: "Sie müssen demnächst in der Bundesliga damit rechnen, dass vielleicht nicht nur drei, sondern vier oder fünf Minuten nachgespielt werden. Man kann das als Schiri nicht überprüfen und muss das Spiel mitspielen."


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