23. April 2021 / 16:18 Uhr

Felgentreu-Präsident aus Leidenschaft

Felgentreu-Präsident aus Leidenschaft

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Dieter Hanck vor der Bilder-Collage, die an den Landesklassen-Aufstieg der Fußballer des SV Felgentreu im Jahr 2011 erinnert.
Vereinspräsident Dieter Hanck vor der Bilder-Collage, die an den Landesklassen-Aufstieg der Fußballer des SV Felgentreu im Jahr 2011 erinnert. © Frank Neßler
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Treue Seele: Seit neun Jahren leitet Dieter Hanck die Geschicke beim SV Felgentreu als Präsident. 

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"Die Zeiten sind sehr hart", beschreibt Dieter Hanck, Präsident des SV Felgentreu, die derzeitige Situation im Verein. Mitten in der Corona-Pandemie ist er noch mal für zwei Jahre im Amt bestätigt worden. Im Oktober 2020 wurde der 64-Jährige im Umlaufverfahren gewählt. "Mit dem Auto bin ich jedes einzelne Vereinsmitglied abgefahren", erzählt der alte und neue SV-Präsident, "die ausgefüllte Liste habe ich dann nach Potsdam geschickt, denn mit dem Computer habe ich es nicht so."

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"Hancki ist das Herz und die Seele des SV Felgentreu"

Hanck, den viele in Felgentreu nur "Präsi" nennen, ist im neunten Jahr im Amt. Mit Ablauf der aktuellen Legislaturperiode macht er das Jahrzehnt voll. Wie es anschließend weitergeht, das lässt Hanck offen. "Ich muss sehen, wie sich alles entwickelt", sagt er.

Mehr Fußball aus Dahme/Fläming

"Hancki ist das Herz und die Seele des SV Felgentreu", beschreibt Michael Braune den 64-Jährigen. Einen anderen als Dieter Hanck als Vereinspräsident kann sich der künftige Cheftrainer des FSV 63 Luckenwalde nicht vorstellen. Braune begann als Kind in Felgentreu seine aktive Fußballerlaufbahn und ließ sie vor wenigen Jahren dort auch ausklingen. "Ich glaube, ohne ihn wäre der Verein schon längst in die Brüche gegangen" schätzt der neue FSV-Chefcoach ein.



Er bezeichnet sich selbst als "Fußballbekloppter"

Vor allem die letzten zwei, drei Jahre waren hart für den SV Fegentreu. Besonders bitter dabei, die Abmeldung der Kreisliga-Männermannschaft des Vereins aus Personalnot zu Beginn des Jahres 2020. Nur drei Monate später folgte damals das coronabedingte komplette Aus für den Spielberieb im Fußballkreis Dahme/Fläming. "Da waren wir wohl etwas zu schnell gewesen, denn hätten wir es gewusst, dann hätten wir 300 Euro Abmeldegebühren sparen können", blickt Hanck zurück. Sehr sauer ist er allerdings im Nachhinein nicht mehr. Es war eine schmerzhafte Entscheidung, aber wegen der aus beruflichen Gründen immer größer werdenden Personalprobleme unabwendbar. Ausreichend Nachwuchs besaß der SV Felgentreu als kleiner Verein aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge auch nicht mehr. "Wir haben es einfach nicht mehr gepackt", sagt Hanck.

Er selbst ist bereits mehr als 30 Jahre in Felgentreu zu Hause. In Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) geboren und im wenige Kilometer entfernten Niebel (Potsdam-Mittelmark) aufgewachsen begann der gelernte Baufacharbeiter zusammen mit seiner Ehefrau Ursula im heutigen Ortsteil der Gemeinde Nuthe-Urstromtal 1986 ein Eigenheim zu errichten. Als "Fußballbekloppter", so bezeichnet sich Hanck selbst, schloss er sich dem SV an. Zunächst noch selbst bei den Alten Herren aktiv, übernahm Hanck im Laufe der Jahre immer wieder mal organisatorische Aufgaben.

Hanck blickt zuversichtlich voraus

Als Fachmann vom Bau zeichnete er beispielsweise für Arbeitseinsätze verantwortlich. Irgendwann wurde er gefragt, ob er es sich vorstellen könnte, ein Ehrenamt zu übernehmen. Getreu seinem Motto:"Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig", engagierte sich Hanck im Vereinsvorstand. Als sein Vorgänger als SV-Präsident aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, übernahm er das Amt. Zusätzlich war Hanck noch als Betreuer der ersten Männermannschaft im Einsatz. Die Felgentreuer Fußballer waren damals im Höhenflug. Als Kreismeister des Altkreises Jüterbog/Luckenwalde stiegen sie 2011 in die Landesklasse auf. An diese erfolgreiche Zeit erinnert sich Hanck gern.

Der Aufstieg erforderte jedoch auch eine neue Infrastruktur. Um das in die Jahre gekommene Vereinsheim mit seinen nicht mehr zeitgemäßen sanitären Anlagen sanieren zu können, ging Hanck zunächst als SV-Präsident Klinken putzen. Mit Erfolg, denn dank zahlreicher Sponsoren und vieler Helfer konnte das Projekt umgesetzt werden. "Für die Unterstützung möchte ich mich bei allen nochmals bedanken. Es ist wirklich sehr viel Geld zusammen gekommen", so Hanck. Neben der Komplettsanierung des Vereinsheims wurde auf dem Felgentreuer Sportplatz auch eine Beregnungsanlage eingebaut. "Ohne die tatkräftige Untersützung unserer Mitglieder wäre das alles nichts geworden", gbt Hanck den Ball zurück.

Coronabedingt ist es auf dem Sportplatz in Felgentreu derzeit etwas ruhig geworden. 65 Mitglieder hat der SV aktuell noch. Für die Felgentreuer Freizeitvolleyballer entsteht derzeit ein Beachplatz. Der soll im Sommer eifrig genutzt werden. Für die Zukunft sieht Präsident Hanck den SV trotz der aktuell harten Zeiten gut aufgestellt. "Der Verein wird nicht untergehen", ist sich Hank sicher. Auch der Fußball könnte in Felgentreu bald wieder eine größere Rolle spielen. "Wir haben momentan sehr viele Kinder, die mit dem Fußballspielen beginnen. Da muss man die Entwicklung abwarten, aber wir hoffen", sagt Hanck nicht ohne eine Portion Zuversicht.