07. Juni 2021 / 18:20 Uhr

Fitness und Fußball an der HHL Leipzig: Neues Konzept der European Ivy League geht voll auf 

Fitness und Fußball an der HHL Leipzig: Neues Konzept der European Ivy League geht voll auf 

Stephanie Riedel
Leipziger Volkszeitung
Neben den HHL-Studenten zockten Studierende aus Europa an der Konsole.
Neben den HHL-Studenten zockten Studierende aus Europa an der Konsole. © Rainer Jensen/dpa/Julius Klaer
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Sport trifft auf Business: Ein von Wirtschaftsstudenten der Handelshochschule Leipzig initiierter Plan B hat erfolgreich ein traditionsreiches Fußballturnier ersetzt. Zwölf Studierende brachten nicht nur eine Fitness-Challenge auf den Weg, sondern organisierten ein FIFA21-Turnier. Neben dem Zocken standen Vorträge durch namhafte Gäste der Fußballszene auf dem Programm.

Leipzig. Der Corona-Pandemie trotzen: Das hatten sich zwölf Wirtschaftsstudenten der Handelshochschule Leipzig (HHL) zur Aufgabe gemacht. Die Studierenden zauberten innerhalb von acht Monaten ein neues Konzept aus dem Hut, um ein traditionsreiches Fußballturnier durch einen Spendenlauf und ein FIFA-21-Turnier zu ersetzen. Am Samstag glühten deshalb die Spielkonsolen, wurde um die begehrte Trophäe der 25. European Ivy League gezockt. Wer mochte, konnte live dabei sein. Denn der Wettbewerb ging in einem eigens konzipierten Studio in den Räumlichkeiten der Hochschule auf Sendung. Akteure der Live-Übertragungen waren nicht nur Kommentatoren, die durch die K.o.-Runden führten, sondern auch Referierende der Fußballszene.

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Meilenstein des VfL Bochum

Dabei gab RB Leipzigs Gaming-Chef Marc André Lenhard einen fundierten Einblick in die Welt des eSports. Im Herzen der Red Bull Arena zockt das hoch professional aufgestellte RBLZ-Team des 26-Jährigen erfolgreich auf nationalem und internationalem Terrain. Zehn bis zwölf Stunden Training stehen in Hochzeiten durchaus auf dem Trainingsplan. Doch Vorbereitung ist nicht alles. Die Mischung macht den Erfolg: Neben dem erfahrenen Kapitän Richard Hormes (Gaucho) spielen auch Umut Gültekin, eFootballer des Jahres 2020 und seit Sonntag Sieger der Virtual Bundesliga, und Wunderkind Anders Verjgang an der Playstation. Weibliche Verstärkung wurde mit Lena Güldenpfennig ins Team geholt. Besonders auf Verjgang ruhen Hoffnungen. Der Däne stellte einen unglaublichen Weltrekord auf - blieb 535-mal in Folge ungeschlagen. Der Hype um den erst 14-Jährigen ließ nicht lang auf sich warten. Die Zukunft des eSports ist vielversprechend. Die Roten Bullen und Lenhard wollen damit die nächste Generation erreichen.

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Für die nachfolgende Generation machte sich auch Stefan Zuschke jahrelang als Unternehmenschef bei BC Partners stark. Der Ex-Boss des Finanzinvestors ist Fußball-Fan und erschien am Sonnabend im Trikot der National-Elf vor dem PC. Der Unternehmer a.D. liebt Führung, wäre wohl auch Kapitän auf dem Bolzplatz. Passend dazu referierte er über „Leadership“ in Unternehmen und zog vergleichend die schönste Sportart der Welt hinzu.

Auch Ilja Kaenzig gab Input. Der Geschäftsführer des VfL Bochum schlug 2018 ein neues Kapitel im Ruhrstadion auf. Anno 2021 führte der 47-Jährige den Club in die Erstklassigkeit. „Ein Meilenstein“, wie der Schweizer vorgab. Der Erfolg sei geplant gewesen – weitab vom vorherrschenden Fußballzirkus. Der Manager setzt dabei auf Kontinuität, Tradition und Innovation. Gilt der 13. der ewigen Bundesligatabelle bald wieder als „unabsteigbar“!?

In der Pandemie Gutes bewirken

Um einen Auf- und Abstieg daddelten die 24 Zweier-Teams der europäischen Fußball-Challenge jedenfalls nicht. Sieben davon gingen in der Pleißestadt an den Start. Darunter auch HHL-Wirtschaftsprofessor Henning Zülch mit Sohnemann Johann. Die beiden schieden in der Vorrunde aus. Auf Rang drei katapultierten sich jedoch Maximilian Emendörfer und Nico Zuschke. Das Duo meinte später glücklich: „Es lief alles reibungslos. Es war ein erfolgreiches Turnier“, so die Masterstudenten, die damit auch die European Ivy League Fitness Challenge beschlossen. Die ging vorab förmlich durch die Decke.

Übergabe des Spendenlauferlöses an die Pandechaion Herberge.
Übergabe des Spendenlauferlöses an die Pandechaion Herberge. © Julius Klaer

Das gesteckte Ziel, innerhalb von zwei Wochen 1.200 Kilometer per pedes, durch Walken oder auf dem Drahtesel zurückzulegen, knackten die Studis der 32 teilnehmenden Universitäten schon nach einem Tag. Das Organisationsteam um Tino Jung erhöhte kurzerhand die Schlagzahl auf 13.200 Kilometer. Schlussendlich brachten die über 200 Teilnehmer 13.682 Kilometer auf den Asphalt. Die HHL legte allein 485 Kilometer zurück. Die dabei gesammelten Spendengelder von 5.400 Euro flossen an das Kinderhospiz Bärenherz und an die Pandechaion Herberge – eine Unterkunft für Geflüchtete. HHL-Student Jung meinte zufrieden: „Was die Challenge gezeigt hat, dass man auch in Zeiten der Pandemie zusammen einen Unterschied und etwas Gutes bewirken kann.“