29. Mai 2020 / 16:00 Uhr

Frecher Elfer und Köln-Rot: VfL gewinnt die Geisterspiel-Premiere mit 4:0

Frecher Elfer und Köln-Rot: VfL gewinnt die Geisterspiel-Premiere mit 4:0

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Jubel mit dem Ellenbogen: Svenja Huth und Pernille Harder.
Jubel mit dem Ellenbogen: Svenja Huth und Pernille Harder.
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Es war das erste Geisterspiel in der Geschichte der Frauen-Bundesliga - und es hatte einen erwartbaren Ausgang: Mit 4:0 (2:0) endete die Partie zwischen dem  VfL Wolfsburg und dem 1. FC Köln am Freitagnachmittag im AOK-Stadion. 

Die Frauen-Bundesliga ist wieder da: Nach rund drei Monaten Pause machten der VfL Wolfsburg und der 1. FC Köln am Freitagnachmittag den Auftakt - rund um den 4:0-Sieg des Tabellenführers war vieles anders als sonst. Journalisten und Journalistinnen wurden nach erfolgreicher Fiebermessung einzeln in das Stadion begleitet, der Stadion-DJ versuchte sich aufgrund der Personalbegrenzung parallel auch als Stadionsprecher, insgesamt waren 165 Personen vor Ort - aufgeteilt auf die durch das Hygienekonzept vorgegebenen drei Zonen. Kurz vor Anpfiff nahmen die Auswechselspielerinnen mit Abstand und Masken auf den jeweiligen Tribünen und nicht wie gewohnt auf der Bank platz. Kölns Co-Trainerin Mirella Junker und Wolfsburg-Coach Stephan Lerch gaben sich anschließend per Ellenbogen "die Hand". FC-Trainer Sascha Glass musste eine Rotsperre aus dem letzten Spiel vor dem Lockdown gegen Frankfurt aussitzen. Sportlich lief es eher normal: Nach zähem Beginn gewann der VfL durch Tore von Pernille Harder (2), Svenja Huth und Alexandra Popp mit 4:0.

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Auch in der Corona-Krise treiben die Vereine der Frauenfußball-Bundesliga ihre Personalplanungen für die neue Saison voran. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Transfers zusammen. ©

Überraschend stand beim VfL Friederike Abt im Tor, geprüft wurde die 25-Jährige direkt nach zwei Minuten, als sich Amber Barrett im Duell mit Lena Goeßling mit einem Schuss im Sechzehner versuchte. Die Wolfsburgerinnen machten das Spiel, taten sich im Abschluss dennoch schwer. Das erste Geisterspiel-Tor in der Geschichte der Liga schoss denn Top-Torschützin Pernille Harder mit einem ganz frechen Elfmeter, nachdem FC-Kapitänin Rachel Rinast Svenja Huth im Strafraum gefoult hatte. Die Dänin verwandelte mit einem Kullerball rechts ins untere Eck.

Kurz vor der Pause traf Huth per Kopfball nach Fridolina Rolfö-Flanke zur 2:0-Halbzeitführung. Im zweiten Durchgang machten Popp und Harder mit ihren Treffern den Deckel drauf. Die Gäste waren zwar bemüht und schafften es mehrfach in den Strafraum der Wolfsburgerinnen, doch etwas Zählbares kam dabei nicht heraus. FC-Stürmerin Barrett wurde zudem nach üblem Foul an Pia-Sophie Wolter in der 76. Minute mit Rot vom Platz geschickt.

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Es sei "ein Privileg gewesen", endlich wieder spielen zu können, so VfL-Kapitänin Popp nach dem Abpfiff. Zum Spiel meinte sie: "Köln hat sich weit hinten reingestellt, da haben wir es am Anfang verpasst, etwas geduldiger zu spielen." Svenja Huth fand es "ungewohnt, im eigenen Stadion ohne Fans im Rücken spielen zu müssen", entsprechend schwer habe sich der VfL zunächst getan. "Aber mit den Toren war der Knoten dann geplatzt." Am Mittwoch geht's für den VfL im Pokal weiter, dann steht das Viertelfinale in Gütersloh an.

VfL: Abt - Blässe (64. Jakabfi), Wedemeyer, Goeßling, Janssen - Gunnarsdottir - Harder (79. Engen), Popp, Rolfö (70. Wolter) - Huth (70. Minde), Pajor (64. Maritz).

Köln: Herzog - Calo, Hild, Nietgen, Rinast - Hirano, Ondrusova (83. Giraud), Gosch, Meßmer - Beckmann, Barrett.


Tore: 1:0 (33.) Harder (Foulelfmeter), 2:0 (45.) Huth, 3:0 (65.) Popp, 4:0 (78.) Harder.

Rote Karte: (76.) Barrett.

Schiedsrichterin: Hussein (Bad Harzburg).